Hinter den Kulissen von Escort Girls 2.0

Im 21. Jahrhundert vereinbaren Sexarbeiterinnen Treffen mit ihren Kunden längst per SMS. Die Bezahlung erfolgt oft elektronisch: per PayPal oder sogar per Bitcoin. Die Kunden können sich auf Webseiten mit Fotos, Preisangaben und Rankings ausführlich informieren.

In diesen durch Covid-19 schwierigen Zeiten lassen sich einige Betreiber von Escort Services auch etwas Neues einfallen, um neue Kunden anzuziehen. Die Schweizer Seite CatGirl lockt etwa mit der Aussicht, eine kostenlose Stunde mit einem schönen Escort Girl zu verbringen. Jeden Monat gibt es eine neue Verlosung.

Man sieht dabei unten auf der Website, um welches Girl es sich handelt. Sowohl Männer als auch Frauen können an dem Gewinnspiel teilnehmen. Sie brauchen nur auf die Schaltfläche „Mein Glück“ zu klicken und ihre E-Mail-Adresse einzugeben.

Neue Ideen, um neue Kunden anzusprechen

Der wichtigste Grund für solche Aktionen besteht in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten: Zu den Selbstständigen, die durch Corona ums Überleben kämpfen müssen, gehören nämlich auch die Sexarbeiterinnen.

Diejenigen von ihnen, die mit neuen Technologien vertraut sind, haben aber eine Reihe von Vorteilen. Sexarbeiterinnen, die zuvor erotische Werbeseiten genutzt haben, um dort Escort Anzeigen zu veröffentlichen, können dort virtuelle Treffen organisieren. Die Website CatGirl bietet beispielsweise erotische Videochats an. Natürlich ist das nicht vergleichbar mit einem realen Date. Die Einnahmen durch solche Videochats sind naturgemäß geringer als bei realen Dates, sodass sie keine Lebensgrundlage bieten. Zudem ist eine teure Ausstattung nötig, um ein erotisches Videotreffen abhalten zu können. Trotzdem könnten neue Technologien vielen Sexarbeiterinnen eine lukrative Zukunft bescheren.

Vorteile durch den Einsatz  neuer Technologien

Schon immer gab es eine Trennung zwischen Straßenprostitution und stationären Damen. Die Fortschritte in der Technik führen auch heute zu einer Trennung zwischen Sexarbeiterinnen, die sie nutzen und solchen, die es nicht tun. Im ältesten Gewerbe der Welt haben neue Technologien längst zu mehr Effizienz geführt. Sie verstärken Mundpropaganda auf eine neue Weise. Manche Sexarbeiterinnen können sich selbst zur begehrten Marke machen und loyale Kunden gewinnen.

„Es ist ein Geschäft, aber es hat auch eine zwischenmenschliche Komponente.”, sagt Audacia Ray, die das bekannte Sachbuch „Naked on the Internet“ geschrieben hat: “Die Kunden werden mit der Zeit zu Freunden.”

Interessierte Kunden, meistens sind es Männer, tauschen sich in einschlägigen Foren aus. Sie geben Bewertungen ab und geben einander Informationen. Eine der Sexarbeiterinnen bekommt ein großes Lob: „Sie ist intelligent, witzig, freundlich, schön und hat einen tollen Körper. Außerdem gefällt ihr, was sie tut.“

Eine andere Frau bekommt eine schlechte Kritik für ihre Art zu kommunizieren: „Hat meine Anrufe und E-Mails nicht beantwortet. Sinnlos…“

Natürlich sind solche Webseiten ein guter Platz für die Sexarbeiterinnen, um Werbung zu schalten und auf ihre eigenen Seiten zu verlinken.

Nützliche Werkzeuge helfen einer Branche in der Krise

„Die Coronakrise trifft uns sehr hart. Die Hoffnung, dass uns von staatlicher Seite aus geholfen wird, ist sehr gering. Schließlich interessiert die Politik sich auch sonst kaum für uns“, sagt eine Sprecherin von ProKoRe zur Schweizer Situation. „Als Escort arbeite ich auch ohne Corona bereits in einer Schattenwelt. Die Sexarbeit wird häufig kriminalisiert und es wird viel zu wenig darüber gesprochen, wie es uns geht.“

Die schwierige Arbeitssituation hat sich durch Corona verschlechtert. Wirtschaftlich haben in der Schweiz Escorts oft zu kämpfen. Die meisten von ihnen sind selbstständig. Nicht alle haben die Möglichkeit als CamGirl zu arbeiten und nur wenige verfügen über finanzielle Rücklagen, um eine Zeit mit weniger Kundenkontakten zu überstehen. Deshalb ist es wichtig, dass die politisch Zuständigen Gespräche mit Sexarbeiterinnen führen, um einen Rahmen zu schaffen, in dem sie ihre Arbeit sicher ausführen können.

Moderne Kommunikationsmittel in der käuflichen Liebe

Wo Corona dieses Geschäft schwieriger gemacht hat, hat die Technik es einfacher gemacht. Einerseits können die Klienten sich in aller Ruhe aussuchen, wen sie buchen wollen. Andererseits können auch die Sexarbeiterinnen sich dank Google über ihre Klienten informieren.

Die Bezahlung ist viel einfacher geworden: „Es ist praktisch, ein Konto mit einem Guthaben zu eröffnen. Wenn man schnell ein Date will, braucht man sich um das Finanzielle keine Gedanken zu machen”, sagt eine Sprecherin von ProKoRe.

Die Entwicklung ist weit fortgeschritten, seit den Zeiten, als die Kunden noch Bargeld auf den Tisch legten. Auch Mobiltelefone sind praktisch. Oft werden Termine per SMS vereinbart. Es ist auch üblich, dass Escorts eine SMS schicken, sobald sie am Zielort eingetroffen sind, um das Messen der Zeit für die Zentrale des Escort Services einfacher zu machen. Schließlich eröffnen Webcams neue Möglichkeiten. Ein Kunde, der sich für eine Sexarbeiterin interessiert, kann einen Videochat mit ihr führen.

Sogar in Ländern, in denen Prostitution verboten ist, ist die Technik nicht unbedingt ein Nachteil für die Sexarbeiterinnen, weil sie effektive Gegenmaßnahmen ergreifen können: Call Girls in Ländern wie den USA und Schweden haben längst Detektoren, mit denen sie Mikrofone und Kameras aufspüren können.

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