5G in Luzern – Wie weit steht das neue Netz?

 

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist bereit seit Mitte letzten Jahres in einigen Arealen der Schweiz verfügbar. Auch Luzern hat im April 2019 seine erste 5G-Antenne der Swisscom erhalten und Bewohner können seither das neue Netz mit Smartphones und Tablets nutzen, die bereits 5G-fähig sind. Aber nicht nur private Nutzer profitieren von der Entwicklung, denn mittlerweile basieren immer mehr Technologien auf der Verwendung von mobilem Internet. Was das für die Schweiz bedeutet, haben wir uns genauer angesehen! 

Das Internet der Dinge beschleunigt 

Ein großer Bereich, der von dem 5G-Netz in der Schweiz profitiert, sind jene Technologien, die auf das Internet der Dinge oder IoT (Internet of Things) zugreifen müssen, um ihre Tätigkeiten durchzuführen. Als Internet der Dinge bezeichnet man jenen Teil des World Wide Webs, der von smarten Geräten genutzt wird, ohne dem Zutun von Menschen. Ein gutes Beispiel dafür sind z. B. Smarte Kühlschränke, die selbstständig Bestellungen aufgeben können, wenn gewisse Lebensmittel ausgehen. Dazu haben sie spezielle Sensoren, die ihr Wissen über das IoT an den Computer vermitteln. Dieser kommuniziert dann wiederum mit dem Bestellsystem eines Supermarktes und kann die gewünschten Produkte angeben. Der Besitzer des Kühlschranks muss nichts tun und hat immer frische Butter auf Vorrat. Für eine solche Abfolge von Schritten benötigt ein smartes Gerät kein Highspeed-Internet. Anders wird es jedoch, wenn es um die Sicherheit von Robotern geht, z. B. in der Fertigungshalle.

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Mehr Kontrolle über Geräte und Maschinen 

Audi startete zu Beginn des Jahres ein Pilotprojekt, dass die Nutzung von 5G-Netzen perfekt vorzeigt. Dabei verwendet der Autohersteller Fertigungsroboter, die Airbags in Lenkräder einbauen. Die 5G-Verbindung wird dabei besonders für die Arbeit zwischen Roboter und Mensch interessant. Dank der schnellen Verbindung und der damit einhergehenden kurzen Latenzzeit wird den Mitarbeitern im Umgang mit den Maschinen viel mehr Sicherheit gewährleistet. Wird eine Lichtschranke z. B. durch einen Arm durchbrochen, kommt der Roboter im Bruchteil einer Sekunde zum Stillstand. Derselbe Effekt macht sich auch bei autonomen Fahrzeugen bemerkbar. Bisher wurden sie noch nicht als sicher genug für den Straßenverkehr eingeschätzt, mit 5G-Netzwerken könnte sich dies jedoch ändern.

Streamen was das Zeug hält

Auch im privaten Surfen hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Der durchschnittliche Internetverbrauch ist stark angestiegen, was sowohl an der wachsenden Anzahl der Nutzer liegt, als auch an der verbrauchten Datenmenge durch verschiedene Tätigkeiten. Seit Streaming-Services wie Netflix auch für das Smartphone verfügbar sind, werden Filme und Serien auf dem Smartphone angesehen – mit 4G kann das jedoch ganz schön öde werden, denn lange Ladezeiten sind zu erwarten. Dazu werden mobile Spiele immer komplexer und hochauflösender, wie Fortnite Mobile, das sogar im Crossplay gegen Konsolen- und PC-Spieler gezockt werden kann. Live Spiele im Casino benötigen ebenfalls große Datenmengen, denn hier werden Spieler durch einen Videoanruf mit echten Croupiers verbunden. Sogar traditionelle Spiele wie Monopoly können hier im Livestream gespielt werden. Die moderne Version des Spieleklassikers ist eine Mischung aus Brettspiel und Gameshow – und benötigt eine gute Verbindung! 

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Luzern bereits versorgt 

Schon im April letzten Jahres hat man in Luzern die erste 5G-Antenne auf dem Universitätsdach aufgestellt. Seither kann die Verbindung von allen genutzt werden, die 5G-fähige Geräte besitzen. Die Stadt ist dabei auch besonders um die nötigen Schutzmaßnahmen und hat daher verschiedene Messungen abgehalten, um die Strahlung zu kontrollieren. Trotz der höheren Datenmenge konnte man laut dem BUWD (Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement Kanton Luzern) keine höhere Strahlenbelastung feststellen, eine gute Nachricht für jene, die sich beim Anblick der neuen Antenne Sorgen gemacht hatten. Die Luzerner Antenne funktioniert mit einem Verfahren, das als „Beamforming“ bezeichnet wird. Das bedeutet, dass die Antenne nicht durchgehend in alle Richtungen strahlt, sondern nur in jene Richtungen, in denen ein Endgerät gerade versucht, eine Verbindung aufzubauen. Die Schweiz war bei der 5G-Technologie von Anfang an ein echter Vorreiter und zeigt, wie der Ausbau des Netzes schon in kürzester Zeit gelingt. In Ländern wie Deutschland und Österreich sind die ländlichen Gebiete noch deutlich schlechter abgedeckt. 

5G-Technologien erobern die Welt und machen auch in der Schweiz halt. Der Kanton Luzern war einer der ersten, der eine 5G-Antenne auf dem Universitätsdach erhielt und bietet daher schon seit einigen Monaten den neuen Mobilfunkstandard an. Das freut nicht nur private Surfer, sondern auch die Industrie.

 

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