Fit wie ein Pilz

Patrik Seiz, Drogist und Naturheilpraktiker Drogerie Seiz, Buchrain. Bild zVg.

Gesundheitsratgeber

Zugegeben, Fit wie ein Pilz steht nicht wirklich für eine bekannte Redewendung. Was im Grunde erstaunt, denn sie werden schon über 5000 Jahre für die Gesundheit eingesetzt. Ötzi soll schon einen im Beutel mitgetragen haben. Bei uns in Europa wurden die Heilpilze von den Heilkräutern verdrängt. Betrachtet man jedoch die Genetik der Pilze, Pflanzen und Menschen, sind die Pilze den Menschen viel näher – sehr viel. So dass die Wirkstoffe der Pilze näher an unserem System sind und zum Teil besser wirken können.

Als begeisterter Pflanzenheilkundler war mein Bedürfnis nicht sehr gross, in die Welt der Vitalpilze rein zu schnuppern. Ich schnupperte und bin begeistert von dem, was ich erfuhr. Heute stammt das meiste Wissen über die Vitalpilze (Pilze, die für die Gesundheit eingesetzt werden) und deren Anbau aus dem fernen Osten. 

Pilze wie das Judasohr, Shiitake oder Maitake kennen wir vielleicht noch von der Speisekarte beim Asiaten. Aber Hericium, Cordyceps oder Reishi sind dann völlig inkognito bei uns eingereist. Dabei bot uns ein umtriebiger junger Mann schon vor über 20 Jahren Vitalpilze aus eigener Zucht (quasi aus der Region für die Region) an. Aber da war weder ich, wie auch der Markt noch nicht bereit für diese „Alleskönner“. Was natürlich auch wieder nicht stimmt, Alleskönner gibt es nicht.

Aber die Palette der Einsatzmöglichkeiten von Vital-Pilzen ist ähnlich breit wie die der Heilpflanzen. Und was mich restlos begeistert: Vitalpilze und Heilpflanzen können ideal kombiniert werden um eine bestimmte Wirkrichtung zu verstärken.

Wer beispielsweise über einen nervösen Bauch klagt, kann sehr gut mit einem entspannenden Tee (z.B.: mit Engelwurz, Melisse, Schafgarbe etc.), einer Spagyrikmischung (Engelwurz, Coffea, Passionsblume, Melisse etc.) und eben dem Vitalpilz  Hericium (Igelstachelbart) Abhilfe erfahren.

Zum Entschlacken (JETZT ist die beste Zeit dafür) insbesondere zum Entsäuren, drängt sich der Shitake geradezu auf. Um den Fettstoffwechsel zu optimieren (Achtung: das ist kein Wunderpilz gegen unerwünschte Fettpölsterchen) wird es der Maitake sein. Für die Unterstützung hormoneller Themen der Frau dagegen der sehr potente Cordyceps, der auch wieder vermehrt Energiereserven freilegt.

Alle Vitalpilze können für sich in Anspruch nehmen, antiviral (hochaktuell…), antibakteriell, entzündungshemmend, gefässerweiternd, adaptogen zu wirken. Wobei sie es selektiv hinbringen, also nicht grundsätzlich in eine Richtung steuern, sondern je nach dem korrigieren. 

Vital-Pilze sind aber keine Akutmittel, da sie auf Körperfunktionen einwirken. Ihr grosses Potenzial schöpfen sie also bei längerfristigen Problemen aus. Anwendungen dauern daher gerne 2–4 Monate oder länger, je nach Thema.

Zugegeben, beim Schreiben dieses Gesundheitsratgebers kam ich etwas ins Schwärmen und es ist nicht ganz fair, gegenüber der Spagyrik, der Gemmotherapie oder Homöopathie, welche alle für sich auch mindestens eine gleichartige Lobeshymne verdient haben. Die Pilze sind in meiner Wahrnehmung neu und das macht es im Moment etwas spannender.

Eigentlich geht es mit diesem Text darum, die enorme Vielfalt in der Naturheilkunde aufzuzeigen. Eine Vielfalt, die verschiedenste Wege und Ebenen bedient. Zuweilen sagen Kunden in unserer Drogerie oder Praxis „Ich habe schon alles ausprobiert!“. Was ich dann mit einem leisen Schmunzeln in Frage stelle, um eventuell doch noch neue Türen und Möglichkeiten zu eröffnen. Wir sind Teil der Natur, deshalb finden wir in ihr so viele Antworten, wenn wir denn hinhören, hinschauen und zulassen. Wir erleben gerade eine Zeit, in der es sich anbietet wie selten zuvor. Auch etwas mehr in sich zu hören, zu schauen und zu zulassen.

Patrick Seiz

Patrik Seiz, Drogist und Naturheilpraktiker
Drogerie Seiz, Buchrain. Bild zVg.

 

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