Komax überprüft ihre Strukturen und plant Kurzarbeit

ZEBI Nachwuchs: Der Nachwuchs an der ZEBI: Ueli Honauer (Elektroniker 4. Lehrjahr) und Luna Eggenberger (Kauffrau 3. Lehrjahr) gewähren Jugendlichen Einblick in Kabelfertigungsmaschinen.

Die weltweit schwächelnde Automobilindustrie bekommt auch Komax zu spüren: Umsatz und Gewinn sind letztes Jahr eingebrochen. Der Bestellungseingang nahm um 17,7% auf 408,7 Millionen Franken (im Vorjahr 496,7 Millionen) ab und der Umsatz sank um 13% auf rund 415 Millionen Franken (i.V. 479,7 Millionen). Die EBIT-Marge liegt bei rund 5,5 % (i.V.14%). Am Firmensitz in Dierikon zeigt man sich zuversichtlich und beurteilt die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven unverändert positiv.

Die Komax Gruppe hat ein herausforderndes Jahr hinter sich. Aufgrund der weltweit schwächelnden Automobilindustrie -fast 80% des Umsatzes generiert der Hersteller von Maschinen für die Kabelverarbeitung in diesem Segment- verfehlte sie das Rekordergebnis aus dem Vorjahr deutlich. «Es hat sich schon länger abgezeichnet, dass viele unserer Kunden Projekte auf später verschieben und derzeit ist unklar, wann der Aufwärtstrend wieder einsetzt, es herrscht seit fast einem Jahr auch Verunsicherung», sagt Mediensprecher Roger Müller.

Seit erstem Halbjahr 2019 beobachtete Marktsituation habe sich auch in der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt, wobei unter anderem der Handelskonflikt zwischen den USA und China dem Handel Grenzen setzte. «Dadurch sind viele unserer Kunden mit Investitionen zurückhaltend geworden und verschieben Projekte», hält Müller weiter fest. Der Hauptgrund also, warum der bereits Ende August 2019 tiefer prognostizierte Bestellungseingang, Umsatz und Gewinn nach eigenen Vorgaben nicht erreicht wurde.

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Mit Fokus auf risikoärmer

Mit dem Umsatz von rund 415 Millionen Franken und einer EBIT-Marge von knapp 5,5% konnten die Erwartungen nicht erfüllt werden, weil unerwartete, hohe Zusatzaufwendungen bei einzelnen kundenspezifischen Pionierprojekten die prognostizierte EBIT-Steigerung im zweiten Halbjahr verunmöglichten. «Solche Grossprojekte stehen mehrheitlich im Zusammenhang mit neuen Technologien in der Automobilindustrie, die momentan entwickelt werden und für das künftige Wachstum von Komax von Bedeutung sind. Aus den im letzten Jahr gemachten Erfahrungen haben wir die Lehren gezogen und werden uns zukünftig wieder auf risikoärmere Aufträge im Projektgeschäft fokussieren», hält Müller weiter fest.

Die Profitabilität verbessern

Komax ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat ihre Strukturen entsprechend angepasst. Um ab 2020 in einem voraussichtlich weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld die Profitabilität verbessern zu können, wird Komax in den kommenden Monaten ihre Strukturen innerhalb der gesamten Gruppe überprüfen und gegebenenfalls organisatorische und personelle Veränderungen vornehmen. Dies unter der Voraussetzung, dass die Innovationskraft und Kundennähe möglichst nicht beeinträchtigt wird. In diesem Zusammenhang sind auch einzelne Kündigungen nicht auszuschliessen.

Kurzarbeit an Schweizer Standorten

An den drei Standorten in der Schweiz (Dierikon, Rotkreuz und Küssnacht am Rigi) hat Komax geplant -vorausgesetzt, die Behörden stimmen den Plänen zu-, ab 1. März 2020 für rund 550 der insgesamt knapp 700 Mitarbeitenden Kurzarbeit einzuführen. Mit dieser Massnahme will Komax möglichst viele Arbeitsplätze an ihren drei Produktions- und Entwicklungsstandorten sichern. Vorgesehen sind 40% Kurzarbeit, während einer derzeit noch unbestimmten Dauer. Dass es auch ausländische Tochtergesellschaften treffen könnte, wird nicht generell ausgeschlossen. Bereits 2009 hat die Finanzkrise das Dierikoner Unternehmen getroffen und zu kurzfristiger Kurzarbeit geführt.

Der von Beat Kälin präsidierte Verwaltungsrat -operativer Leiter und CEO der Gruppe ist seit 2015 Matijas Meyer- wird in den nächsten Wochen die momentane Marktsituation und die Marktanalysen der kommenden Jahre beurteilen und die finanziellen Ziele der Strategieperiode 2017–2021 überprüfen. Weltweit beschäftigt die Gruppe knapp 2200 Personen an 40 Standorten.

Wachstumsperspektiven weiterhin positiv

Komax-Kunden sind nach wie vor bestrebt, den Automatisierungsgrad bei der Kabelverarbeitung weiterhin deutlich zu erhöhen. Somit werden die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven von Komax unverändert positiv beurteilt. Die elektrischen Funktionen in Fahrzeugen nehmen weiter zu und folglich erhöht sich die Anzahl Kabel weiterhin. Steigende Lohnkosten, fehlende Verfügbarkeit von Mitarbeitenden, Miniaturisierung bei Kabeln, Elektromobilität und autonomes Fahren sind einige wesentliche Gründe, weshalb die Kunden stark daran interessiert sind, die Kabelverarbeitung stärker zu automatisieren. «Das spricht für Komax, wir sind zuversichtlich, dass sich die Marktsituation wieder verbessert, die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung der letzten Jahre sich auszahlen und Komax wieder stärker als der Markt wachsen wird», gibt sich Müller zuversichtlich. Den detaillierten Jahresabschluss 2019 und den Ausblick 2020 kommuniziert die Komax Gruppe am 17. März 2020.

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Finanzkalender 2020

17. März: Analystenkonferenz zum Jahresabschluss 2019; 21. April: General-
versammlung; 18. August: Halbjahresresultate 2020; 23. Oktober; Investorentag.

ZEBI Nachwuchs: Der Nachwuchs an der ZEBI: Ueli Honauer (Elektroniker 4. Lehrjahr) und Luna Eggenberger (Kauffrau 3. Lehrjahr) gewähren Jugendlichen Einblick in Kabelfertigungsmaschinen.
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