«Die Garagisten für E-Mobilität fit machen»

Hubert Frei (rechts) mit Bernward Limacher, Geschäftsführer Autef GmbH, im Ausbildungszentrum des AGVS Zentralschweiz in Horw. Bild apimedia

Das Zentralschweizer Autogewerbe rüstet sich mit einem schweizweit einzigartigen Aus- und Weiterbildungsangebot für die elektrische Zukunft.

Die Zahl der Elektrofahrzeuge auf Schweizer Strassen nimmt kontinuierlich zu. Viele Garagisten befürchten deshalb, dass die Umsätze in der Werkstatt markant einbrechen. Für Hubert Frei, Chefexperte und Präsident der Berufsbildungskommission beim Autogewerbeverband Zentralschweiz (AGVS-ZS), ist dies der falsche Ansatz. «Auch E-Fahrzeuge müssen regelmässig gewartet und früher oder später repariert werden», sagt er. Damit die Garagisten fit sind für diese Herausforderungen, brauche es allerdings ein gutes
Bildungsangebot in Sachen Hochvolt, Wasserstoff- und Gasantrieb. Dem wurde in der Schweiz bisher zu wenig Beachtung geschenkt. Deshalb nahm er das Heft selber in die Hand und machte sich mit seinen Vorstandskollegen daran, ein entsprechendes Aus- und Weiterbildungsangebot zu erstellen. «Wir wollen die Grundlage schaffen, damit unsere Garagisten auch in Zukunft genügend Wertschöpfung generieren können.»

Hochwertige Lehrgänge

Um kompetentes Fachpersonal in Sachen E-Mobilität zu bekommen, brauche es in erster Linie qualitativ hochwertige Lehrgänge. «Das sind wir unseren Kunden schuldig», sagt Frei. Drei Seminare stehen inzwischen bereit und können von den AGVS-Mitgliedern ab nächstem Frühjahr besucht werden. Das Kurs- und Seminarangebot soll – entsprechend den Bedürfnissen der Branche und der Mitglieder – laufend angepasst und erweitert werden. Zudem beabsichtigt Frei, eine Weiterbildung mit eidgenössisch anerkanntem Abschluss auf die Beine zu stellen und auch in der Grundbildung Einfluss zu nehmen. «Alternative Antriebe werden in den Lehren zwar heute schon behandelt, aber noch sehr nebensächlich», so Frei.

Horw als Kompetenzzentrum

Das Aus- und Weiterbildungsangebot, das der AGVS Zentralschweiz zurzeit in einer schweizweiten Pionierrolle aufbaut, soll dereinst nicht nur den eigenen Mitgliedern zur Verfügung stehen. Frei geht davon aus, dass das Ausbildungszentrum in Horw mittelfristig zu einem nationalen Kompetenzzentrum in Sachen E-Mobilität werden wird. Dies nicht zuletzt dank ausgezeichneten Partnern, die den AGVS-ZS in diesem Projekt tatkräftig
unterstützen. So zum Beispiel die Autef GmbH in Reiden, die gemäss Frei schweizweit über das grösste Wissen in Sachen alternative Antriebe verfügt. Oder die Auto AG Rothenburg, die im Bereich des Wasserstoffantriebs sogar eine weltweite Leaderrolle einnimmt. Kurz: Der Autogewerbeverband Zentralschweiz rüstet sich und die ganze Schweiz für eine zunehmend elektrische Zukunft.

Daniel Schwab

 

 

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