Deborah Stoll folgt auf Christian Marbet

Wechsel an der Spitze des SVIT Zentralschweiz: Anstelle des nach 8 Jahren abtretenden Christian Marbet präsidiert neu die Zugerin Deborah Stoll den Verband der Immobilienwirtschaft.

Generalversammlungen finden zurzeit gar nicht statt, und wenn, dann digital. Für letztere Form entschied sich auch der SVIT Zentralschweiz, der Verband der Immobilienwirtschaft. Statt wie üblich im noblen Casineum des Grand Casino Luzern waren die Mitglieder gebeten, zu Hause am PC über die traktandierten Geschäfte zu befinden. Über die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder nahmen letztlich an der ersten Online-GV in der SVIT-Geschichte teil. Im Zentrum stand dabei die Neubesetzung des Präsidiums. Christian Marbet gab das Amt des Präsidenten nach 8-jähriger Tätigkeit ab. Der Stadtluzerner blickt auf eine «tolle Zeit mit vielen spannenden Projekten und Begegnungen» zurück, wie er in einer Videobotschaft sagte. Eine würdige Verabschiedung Marbets, der mit seinem Projekt «Gemeinsam gegen Corona» uneigennützig wertvolle Nachbarschaftshilfe geleistet hat, soll an der GV 2021 vorgenommen werden. Sein Amt übernimmt die Zugerin Deborah Stoll, die vor einem Jahr als designierte Marbet-Nachfolgerin in den Vorstand gewählt wurde. In ihrer digitalen Antrittsrede freute sie sich über das ihr entgegengebrachte Vertrauen und richtete einen besonderen Dank an jene Mitglieder, die während der Coronakrise mit ihren
gewerblichen Mietern gute, einvernehmliche Lösungen gefunden haben: «Und von denen gibt es viele.» Die übrigen Vorstandsmitglieder Stefan Felber, Marc Furrer, Andreas Leu, Barbara Binggeli und Roland Kilchmann wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt, ebenso die beiden Rechnungsrevisoren Hans Küng und Seppi Jurt.

Erfolg auf politischer Ebene

Auf politischer Ebene durfte der SVIT in diesem Frühjahr einen bedeutenden Erfolg feiern: Die Mieterverbandsinitiative «mehr bezahlbare Wohnungen» wurde vom Schweizer Stimmvolk deutlich bachab geschickt. Aus gutem Grund, wie Christian Marbet findet: «Der Anteil der Wohnkosten am Budget der Mieterhaushalte ist in den letzten 20 Jahren von 16,5 auf 15,4 Prozent gesunken, die Mietwohnungen wurden also bezahlbarer. Ein weiterer Beleg dafür, dass sich der Mietwohnungsmarkt selber reguliert.» Seit zwei Jahren kämpft der SVIT Zentralschweiz zudem dafür, dass die Leerstandziffer für Eigentum und Miete
getrennt ermittelt wird, weil diese Teilmärkte seit einigen Jahren stark auseinanderdriften.

Da das Bundesamt für Statistik (BFS) aber nur die vermischte Leerstandziffer publiziert, hat der SVIT ein renommiertes Datenanalyseunternehmen beauftragt, für alle Kantone den Wert isoliert für den Mietwohnungsmarkt zu ermitteln. Das Ergebnis überrascht Marbet nicht: «In gewissen Kantonen herrschen bereits dramatisch hohe Leerstände. Schweizweit betrachtet steht mehr als die ganze Stadt Bern leer.»

Übrigens: Auch in der aktuell schwierigen Zeit unterstützt der SVIT Zentralschweiz eine gemeinnützige Organisation. Diesmal profitiert der Verein kirchliche Gassenarbeit Luzern von einer Spende über 1000 Franken.

Daniel Schwab

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