Hohe Agilität zur raschen Bekämpfung des Virus

Die aufgrund der Corona-Auflagen reduzierte Platzzahl am «Talk Plus», dem bekannten Jahresevent des TECHNOPARK LUZERN wurde voll ausgeschöpft. Kein Wunder, denn das Thema «Corona besiegen» war brandaktuell. Die vier eingeladenen Startups, davon zwei aus dem Technopark Luzern, stiessen auf grosses Interesse mit ihren innovativen Lösungen zur Bekämpfung des Corona Virus.

«Wo ein Problem ist, findet sich auch eine Geschäftschance», so beschrieb Hansruedi Lingg,
Geschäftsleiter des Technopark Luzern anlässlich der Eröffnung des Technopark Talk Plus am 27. August 2020 die Einstellung der Gründer von Startups. Den Beweis lieferten die vier eingeladenen Schweizer Startups InnoMedica AG, smolsys ltd., ProByLas AG und Memo Therapeutics AG gleich selbst mit ihren Innovationen. Gemeinsam decken sie die gesamte Wertschöpfungskette zur Bekämpfung des neuen Virus ab, von der Sars-CoV-2 Impfung über die Virus-Desinfektion und das -Testing bis hin zum -Medikament.

Hansruedi Lingg, Geschäftsleiter des Technopark Luzern weiss: «Startups wollen einen Beitrag an eine bessere Welt leisten.»

Selbstbewusst erklärte Keynote-Speaker Dr. Jonas Zeller, CFO der InnoMedica AG denn auch: «Wir sind die einzigen in der Schweiz, die ein Impfstoffprojekt von A bis Z durchführen können.» Sein Unternehmen mit Produktionsstätte in Marly FR hat ein liposomales Transportsystem zur gezielten Verteilung von Wirkstoffen im Körper erfunden, was nicht nur besser wirkt, sondern auch die Nebenwirkungen reduziert. Zwei Substanzen haben bereits die klinische Phase erreicht. Mit derselben Technologie entwickelt InnoMedica jetzt einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 Viren. Dabei werden isolierte Corona-Fragmente auf Liposomen aufgesetzt. Jonas Zeller sprach von «kleinen Kügelchen», welche dem Corona Virus sehr ähnlich sind. Davon könnten sie mit den aktuellen Kapazitäten heute 70
Mio. Impfungen pro Monat in Marly produzieren. «Das Impfstoffgeschäft ist normalerweise für Startups nicht interessant, hat sich aber 2020 stark verändert, weil weltweit schnell ein Impfstoff eingesetzt werden soll. Deshalb können Startups wegen ihrer höheren Agilität nun punkten gegen Big Pharma Unternehmen und wir wollen diese Chance nutzen», erklärte Jonas Zeller.

Dr. Jonas Zeller, CFO InnoMedica AG: «Wir bekämpfen den Corona Virus mit unseren
Lyposomen-Kügelchen, die dem Virus sehr ähnlich sind.»

Dass Startups besser mit sich ändernden Rahmenbedingungen und einer schnellen Umsetzung umgehen können, bestätigte auch Dr. Karsten Fischer, CEO der Memo Therapeutics AG: «Wir haben bis jetzt unsere ehrgeizige Zeitachse gut gehalten und wollen Anfang 2021 mit einem Sars-CoV-2-Medikament auf dem Markt gehen.» Die Memo Therapeutics AG hat eine Technologie entwickelt, die im Blut von Menschen, welche an Corona erkrankt waren, sehr effizient Antikörper identifiziert und diese dann in grossen Mengen produziert. Die regulierenden Behörden hätten attestiert, dass das Verfahren
sicherer sei, wenn es sich wie bei ihrem Verfahren um eine «Human Therapie» handelte. Deshalb würde es auch mit der Zulassung schneller gehen, erklärte Karsten Fischer.

Bereits auf dem Markt ist ein sog. «Lab on a Chip» für Sars-CoV-2 Virentests, das mit der speziellen Technologie fürs Laserschweissen von Kunststoff des Luzerner Technopark Startups ProByLas produziert wurde. «Lab on a Chip» sind Labors in der Grösse einer Kreditkarte. Für rasche dezentrale Testergebnisse ergänzen sie grosse Zentrallabors ideal. «Mit Point of Case Tests ist man mindestens 10 Mal hinter der Soll-Menge», erklärte Dr. Ulrich Gubler, Gründer und CEO der ProByLas AG das Potenzial seiner Technologie für medizinische Diagnostik und im Speziellen für dezentrale Covid-10-Tests.

Dr. Ulrich Gubler, Gründer und CEO ProBylas AG: «Medizinische Diagnostik war immer ein Hauptfokus von uns. Deshalb waren wir bereits im Februar 2020 mit einer Anwendung für Corona Tests bereit.»

Wie schnell das 220 nm UVC-Mikrosystem des ebenfalls im Technopark Luzern angesiedelten Startups smolsys ltd. auf den Markt kommt, das Viren und Bakterien tötet, hänge von den Ressourcen ab, erklärte Gründer und CEO Sandro Schneider. Smolsys ist im bisherigen Geschäft erfolgreich darauf spezialisiert, minituarisierte Elektronik-Körperimplantate hochdicht in nur Mikrometer dünne Glashüllen einzuschliessen. Rasch hat
das Startup erkannt, dass diese Kompetenz auch für eine Komponente zur Bekämpfung des Virus genutzt werden kann: «Unser UVC- Mikrosystem ist klein, portabel, ungefährlich für den Menschen, aber tödlich für den Corona Virus.» Nun hofft smolsys auf Investoren für eine rasche Produktion ihrer Komponente.

Sandro Schneider, Gründer und CEO smolsys ltd: «Viren auf Kontaktstellen wie Türgriffen können durch UVC-Licht getötet werden. smolsys bringt ein 220 nm UVC-Mikrosystem auf den Markt, welches Viren tötet, ungefährlich ist und wenig Energie braucht.»

Trotz der Chancen, welche die Startups in der Krise für sich nutzen, ist es noch herausfordernder geworden, Geschäftsideen voranzutreiben. «Wichtig sind finanzielle Reserven», betonte Jonas Zeller.

 

 

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