Der Inwiler 400m-Läufer Fabio Pedrazzi hat aufregende Tage hinter sich. Zum ersten Mal überhaupt startete er vergangene Woche an einer Junioren-EM. Mit 48.20s in der Qualifikation verpasste er seine Bestzeit und den Einzug ins Final zwar deutlich – dennoch kann der 19-Jährige zufrieden und zuversichtlich sein.

Am Sonntag, 21. Juli, endeten die U20-Europameisterschaften im schwedischen Borås. Mit
sieben Medaillen im Gepäck trat das 35-köpfige Schweizer Team die Heimreise an – sowohl
die Grösse der Delegation als auch die Ausbeute sind Rekord. Nicht mit Rekord oder
Medaille, dafür aber um viele Erfahrungen und Erlebnisse reicher, kehrte Fabio Pedrazzi aus
Schweden zurück. Der Inwiler schnupperte erstmals in seiner noch jungen Karriere EM-Luft.

Nervöser als auch schon

„Ich will den Leuten zeigen, dass ich an diese EM gehöre“, sagte Pedrazzi Anfang Juni, nachdem er in Hochdorf die geforderte Limite unterboten hatte. Mit diesem Ziel im Hinterkopf startete Fabio dann auch am vergangenen Freitag in sein erstes EM-Rennen.

„Ich war recht nervös, viel mehr als sonst. Besonders am Morgen, als ich Stunden vor dem Start bereits im Stadion war, bei meinem Trainer, meinen Eltern sowie den angereisten
Trainingskameraden“, so Pedrazzi rückblickend.

Mutig und schnell gestartet

Aufgrund dessen, dass die Vorläufe kurzerhand gestrichen wurden und es somit gleich um
die Finalqualifikation ging, wurde die Herausforderung für den gelernten Kaufmann nicht
kleiner. Mutig angelaufen reichte es ihm in einem enorm schnellen Quali-Lauf schliesslich
zum fünften Platz und einer Zeit von 48.20 Sekunden. Über alle Qualiläufe hinweg mit total
23 Athleten bedeutete dies der 18. Rang. „Blicke ich nur auf die gelaufene Zeit, wäre ich
nicht zufrieden. (Red: Pedrazzis Bestzeit steht bei 47.62s) Trotz Gegenwind bin ich das
Rennen schnell angegangen, habe riskiert und probiert. In Anbetracht dessen darf ich mit
meinem Auftritt trotzdem zufrieden sein“, beurteilte Pedrazzi drei Tage später.

Trainingskameraden vor Ort, von links: Mauro und Anja Ming, Fabio, Nicola Weber.

Viel Lob des Nationaltrainers

Flavio Zberg, Nationaltrainer Sprint/Hürden und langjähriges Mitglied des TV Inwil, kann
Pedrazzis Aussage nur unterstreichen: „Für Fabio war sicher mal wichtig hier gewesen zu sein, einen Grossanlass erlebt zu haben. Seine Leistung ist als Sehr gut einzustufen. Er hat ein mutiges Rennen gezeigt und hat bewiesen, dass er an einem Grossanlass performen kann. (…) Ich bin überzeugt, dass Fabio uns in Zukunft noch viel Freude bereiten wird“.

Dies habe nicht zuletzt auch aufgrund seines Trainers zu tun, so Zberg weiter: „Rolf Wullschleger hat viel Erfahrung, denkt langfristig und handelt mit Bedacht – ganz nach meinem Sinne. Er und Fabio machen bis anhin einen super Job“.

Nächster Wettkampf wohl die SM

Mit diesem Lob und den gemachten Erfahrungen in Schweden geht Fabio Pedrazzi nun
seinen nächsten Zielen nach. Aktuell steht die Regeneration noch im Vordergrund,
anschliessend folgt die weitere Saisonplanung. Der nächste wichtige Wettkampf werden
wohl die U20-Schweizermeisterschaften anfangs September in Winterthur sein. Dort wird
Fabio Pedrazzi mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder bei den Schnellsten sein.