Am Montag fand die 10. Generalversammlung des Vereins Chance Rontal statt. Dabei hatten die Mitglieder wichtige Weichen für die Zukunft der Organisation zu stellen. In einer Konsultativ-abstimmung befürwortete eine überwältigende Mehrheit die Auflösung des Vereins.

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shab. Von den insgesamt 69 Mitgliedern des Vereins Chance Rontal nahmen 25 an der 10. Generalversammlung im Restaurant Die Perle teil. Co-Präsident Toni Gysi blickte auf ein Vereinsjahr zurück, das nicht von Aktivitäten geprägt war. Er wies lediglich auf zwei Konferenzen des Metropolitanraums hin sowie auf das modifizierte Logo und die punktuellen Verbesserungen an der Website, deren geplante Umgestaltung angesichts der unsicheren Zukunft sistiert wurde.

Keine neuen Aufgaben gefunden

Eine «Vorstudie für eine koordinierte Umsetzung räumlicher Planungsinstrumente im Rontal», die der Verein im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte, die nachfolgenden Sitzungen sowie die Auseinandersetzung mit der Frage «Wie weiter nach dieser Vorstudie?» brachten eine entscheidende Erkenntnis. Diese ist in einem Begleitdokument zur GV-Einladung so festgehalten: «es zeigte sich immer deutlicher, dass die Existenz des Vereins Chance Rontal nicht mehr länger zweckmässig ist.» Persönlich enttäuscht zeigte sich Toni Gysi von der Tatsache, dass in der Vergangenheit die Markerechte für «Future Valley» nicht genutzt wurden und die Gemeinden für den Wunsch, einen entsprechenden Hinweis an den Dorfeingänge anzubringen, kein Verständnis hatten.

Weiter heisst es im erwähnten Dokument: «Der Verein hatte seinen Ursprung in der Interessensvertretung/-Bündelung für die Erstellung des Rontalzubringers und in der koordinierten Raumplanung für das Rontal. Inzwischen ist der Rontalzubringer längst zum Alltag geworden. Und für die koordinierte Raumplanung haben wir mit der Erstellung der erwähnten Vorstudie die Weichen gestellt. Weitere zweckmässige Aufgaben konnten wir im Verein trotz verschiedener Diskussionen, Workshops und Inputs an Mitgliederversammlungen in den vergangenen drei Jahren nicht finden. Wir sind zunehmend in den gleichen Aktivitiäten im Rontal eingebunden, wie diese durch LuzernPlus wahrgenommen werden.»

Gebietsmanager als Koordinator

Dass dennoch keine Ressentiments gegenüber LuzernPlus bestehen, bewies das Traktandum 6, bei dem Kurt Sidler, Geschäftsführer des Gemeindeverbandes, seine Organisation vorstellte und für die Schaffung eines «zukunftsorientierten, zusammenhängenden Gebietsteils Luzern Ost» warb. Zu Luzern Süd und Nord brauche es auch eine Region Ost, um dieses Gebiet auf gute Art zu entwickeln. Dafür soll ein Gebietsmanager eingestellt werden, der Gewicht hat und als treibende Kraft auftritt. Das Hauptaugenmerk liegt vorläufig auf einem Siedlungsleitbild, das Schlüsselareale und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt. Man müsse regionale Verkehrs- und Infrastrukturprojekte gemeinsam angehen, betonte Toni Gysi. Der Gebietsmanager soll als Ansprechperson sowie als Koordinations- und Informationsstelle dienen.

Breite Zustimmung

Der Co-Präsident stellte deshalb den Antrag, den Verein mangels Berechtigung aufzulösen, was von verschiedenen Votanten unterstützt wurde. Mit einer Statutenänderung nahm dieses Vorhaben eine erste Hürde. Von den 25 Anwesenden waren in der Konsultativabstimmung 23 für die Auflösung, zwei enthielten sich der Stimme. Toni Gysi hatte zuvor betont, dass es trotz einem Ja noch ein Jahr weitergehe. Man wolle vorerst abwarten, wie es mit dem Gebietsmanager laufe, alles ordentlich vorbereiten und erst dann endgültig entscheiden. «Wir wollen die Fahne sauber übergeben», betonte er. Konsultativ sagten 22 Anwesende Ja zum Erhalt der Markenrechte. Der Antrag von Albert Keiser, einen Teil des Vermögens der Natur-arena Rotsee zufliessen zu lassen, fand jedoch wenig Zustimmung: er konnte lediglich sechs Mitglieder überzeugen, 14 lehnten ab. Um das Vermögen nicht weiter zu äufnen, verzichtet der Verein dieses Jahr auf die Mitgliederbeiträge. Im Aktionsprogramm steht die Vorbereitung für den Übergang des Vereins Chance Rontal in die Gemeindeorganisation LuzernPlus im Vordergrund. Zudem wird auch die noch laufende Diplomarbeit eines Studenten weiter begleitet.

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