Berufsbildung: Schilliger will zweijährige Lehren attraktiver machen

Die zweijährigen Lehren mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) haben ein Imageproblem. FDP-Nationalrat Peter Schilliger zeigt in seinem letzte Woche eingereichten Postulat Möglichkeiten auf, deren Attraktivität zu erhöhen.  

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pd/Red. Vor neun Jahren führte der  Bund die berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) ein. Sie dauert zwei Jahre und bietet in der Regel Anschluss an eine dreijährige Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Man wollte damit den schulisch schwachen Jugendlichen den Einstieg in die Berufswelt und deren Integration in die Gesellschaft erleichtern. Die Zwischenbilanz fällt aus Sicht der Wirtschaft durchzogen aus: Nicht alle Branchen haben eine solche Lehre eingeführt, und dort, wo es sie gibt, hat es teilweise zu wenig Lehrstellen. Das Problem: Nicht wenige Lehrbetriebe scheuen den zusätzlichen Betreuungsaufwand für vermeintlich schwierigere EBA-Lernende, ausserdem scheinen die schulischen Anforderungen für etliche Schulabgänger immer noch zu hoch zu sein.

Wiederbelebung der Vorlehre

Um dieser Tatsache zu begegnen, reichte der Udligenswiler Nationalrat Peter Schilliger vergangene Woche ein Postulat zur Attraktivierung der zweijährien Lehren ein. Darin fordert er von Bund, Kantonen und Berufsverbänden, fortan konsequent von «zweijähriger Lehre» zu sprechen anstatt von «Attest- oder EBA-Ausbildung». Weiter verlangt er, dass die Lehrdauer bei Bedarf individuell verlängert werden kann und dass für praktisch begabte, aber schulisch sehr schwache Jugendliche die Möglichkeit der einjährigen «Vorlehre» wiederbelebt wird. Die Ideen fanden breite Zustimmung.

 

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