Seit gut 2 Jahren lebe ich auf dem Bio-Hof Mättiwil in St. Niklausen. Bevor mich mein Weg hierher führte, habe ich die Lehre zum Bio-Landwirt gemacht und Agronomie (Landwirtschaft) studiert. Neben meiner Frau und meinen zwei kleinen Töchtern leben auch zwei Generationen Unternährers hier, die den Hof seit der Übernahme im Jahr 1989 biologisch bewirtschaften. Hier zu bauern ist deshalb mehr als eine Arbeit. Es ist mein Leben.

Mein Tag beginnt frühmorgens damit, die 35 Mutterkühe mit ihren Kälbern von der Weide zu holen. Im Stall füttere ich ihnen etwas Gras und schaue, dass alle Kälber genügend Milch säugen können. Täglich nehmen wir uns viel Zeit im Stall. Denn wohl genährte, gesunde und glückliche Tiere sind für uns grundlegend, um gesunde und hochwertige Lebensmittel zu erzeugen.

Nach den Kühen sind die Schweine an der Reihe. Ich füttere sie, miste den Stall und streue frisch ein. Dann kann auch schon die erste Gruppe Schweine auf die Weide. Im Verlaufe des Tages kommen alle Schweine, ob Gross oder Klein, in den Genuss der Weide, des Wühlens und des Suhlens. Nach den Eseln füttere ich die Hühner und öffne das Türchen zur Weide. Die Gefahren der Nacht lauern nun nicht mehr. Auch die acht Schweizerhuhnküken die wir aufziehen, brauchen keine Angst mehr zu haben. Auf der Weide suchen sie emsig nach Schnecken, Käfern und guten Gräsern. Wie schnell aus einem Ei kleine Junghennen und –hähne werden! Erst wenn alle Tiere versorgt sind, versorgen wir uns selbst und gehen frühstücken.

Mehr über meinen Alltag auf dem Hof erfahren sie dann im nächsten Teil.

Sebastian Ineichen ist landwirtschaftlicher Mitarbeiter auf dem Bio-Hof Mättiwil in St. Niklausen LU. Der Bio-Hof Mättiwil ist die Wiege der Ueli-Hof Idee und als wichtiges Mitglied der Ueli-Hof Erzeugergemeinschaft noch immer Inspirationsquelle. In drei Teilen berichtet Ser an dieser Stelle darüber, wie er den bäuerlichen Alltag im «Mättiwil» erlebt.