Schlössli Götzental erstrahlt in neuem Glanz

Das Pächterhaus erstrahlt in neuem Glanz. Das Äussere wurde sanft restauriert und farblich der ursprünglichen oxidroten Fassung des Schlösslis angepasst. Bilder: rowi

Der zwischen dem Rooter Berg und Dottenberg gelegene Landsitz Götzental besteht aus dem Junkerhaus, dem Pächterhaus und einer Kapelle. Das als Holzbau im Luzerner Bauernhausstil errichtete Junkerhaus hebt sich durch die ursprüngliche rote Fassung, die Parzelleneinfriedung und die hauseigene Kapelle als Patriziersitz hervor.

Es gilt als eines der ersten Hochgiebelhäuser der Innerschweiz. Seine reiche Ausstattung ist durchaus bemerkenswert. Die 1994 begonnene Gesamtrestaurierung ist nun abgeschlossen. Das Anwesen ist als Schützenswert aufgelistet.

Das Anwesen wurde 1584 (Junkerhaus) und 1662 (Kapelle) von Hauptmann Jost Pfyffer erbaut und 1825 liess der damalige Eigentümer Johann Rütimann ein einstöckiges, klassizistisches Pächterhaus anbauen. Die Gebäude wurden ab 1994 bis 2019 gemäss den Vorgaben der Kantonalen Denkmalpflege in mehreren Etappen restauriert. Die auf acht Etappen verteilte Gesamtrestaurierung ist nun mit dem Pächterhaus gemäss dem soeben erschienenen Bericht der Denkmalpflege und Archäologie letztes Jahr abgeschlossen worden.

Auch der spätere Anbau wurde restauriert und bildet mit dem Hauptgebäude wieder eine Einheit.

In herrschaftlichem Rot

In einer früheren Restaurierungsetappe des in der Zeitspanne zwischen 1582 und 1591 in der Typologie eines Luzerner Bauernhauses erbauten Junkernhauses konnte die oxidrote Farbfassung aus dem Jahre 1900 der Fassaden des Haupthauses konserviert werden. Ältere Rotfassungen wurden zwar festgestellt, aber ganz bewusst sah man von einer Rekonstruktion und Rückrestaurierung auf ältere Fassungen ab. Entfernt wurden lediglich degradierte Retuschen einer Restaurierungsphase von 1966, nach dem die Statik gesichert und nicht mehr funktionstüchtige Balken vor allem im Bereich der Klebedächer ersetzt worden waren. «Eine einfache Konservierung der gealterten Holzfassade, also des Ist-Zustandes, konnte nicht in Betracht gezogen werden, da die rote Erscheinung durch ihre Verwitterung zunehmends in Vergessenheit geraten wäre, bezeichnet sie doch in der Ikonographie bedeutende Häuser mit speziellen Funktionen oder herausragenden Bewohnern», wird im Bericht explizit festgehalten».

Im Rahmen der europäischen Denkmaltage 2019 bot sich beim Tag der offenen Türen -zum Jahresthema «Einblicke in farbige Innenräume»- der Bevölkerung die seltene Gelegenheit, unter anderem auch das ursprünglich als Landsitz gebaute Luzerner Bauernhaus zu besichtigen. Dabei zeigte sich hinter der rot gefassten Holzfassade eine bemerkenswert reiche Innenausstattung.

Wie dem Bericht der Denkmalpflege zu entnehmen ist, wird das Schlössli mit der Kapelle an markanter Lage im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgeführt. Das stattliche, historisch mit dem Landsitz verbundene Bauernhaus zeigt sich gut erhalten und in der regionaltypischen Formensprache des Luzerner Bauernhauses des 18. Jahrhunderts mit Gerschilddach und Klebedächern.

Das Pächterhaus erstrahlt in neuem Glanz. Das Äussere wurde sanft restauriert und farblich der ursprünglichen oxidroten Fassung des Schlösslis angepasst. Bilder: rowi

In der achten und letzten Etappe wurde nun nach einem Pächterwechsel das Äussere sanft restauriert und farblich der ursprünglich oxidroten Fassung des Schlösslis angepasst. Der ursprüngliche Kalkputz des Sockelmauerwerkes wurde erneuert, das gesamte Holzwerk, wo nötig, repariert, das Dach verstärkt und mit einem Unterdach ergänzt. Dabei wurden die historischen Biberschwanzziegel weiterverwendet. Im Inneren wurde der historische Bestand sanft renoviert und die Haustechnik an die heutigen Bedürfnisse angepasst.

Der Bauernhof wird heute als Bio-Gutsbetrieb geführt und das Pächterhaus von der Eigentümerfamilie Schwytzer von Buonas genutzt. Die rund 81 000 m2 grosse Liegenschaft Götzental ist seit 1919 im Besitz der Familie Schwytzer, heute im Alleinbesitz des Luzerners Thomas Emanuel Martin Schwytzer von Buonas.

Rolf Willimann


Was Denkmäler bewirken
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Am Torbogen ist das Wappen der heutigen Besitzerfamilie Schwytzer zu sehen, angelehnt an dasjenige der Herrschaft von Buonas, die die Familie von 1656 bis 1782 in ihrem Besitz hatte.
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