Neben guten Kandidierenden, griffigen Wahlkampfthemen und einer aktiven Wahlkampagne wird die Mobilisierung entscheidend sein. Deshalb lanciert die FDP-Kantonalpartei ein Haustür-Wahlkampf-Projekt.

Bis heute hat Stephan Betschen an mehreren Haustüren geklingelt. Seine Erfahrung dabei: „Es gibt Leute die kategorisch erklären, dass sie an Politik nicht interessiert sind. Bei anderen gibt es sehr interessante Gespräche. Zum Teil wurden wir sogar gebeten einzutreten.“ Er erzählt von einer Person, die zuerst sehr ablehnend reagiert hat, sich dann aber in ein längeres, interessantes Gespräch verwickeln liess. Die Diskussion habe sich dabei nicht um Weltpolitik gedreht. Es seien vor allem persönliche, lokale Anliegen und Sorgen besprochen worden – Themen zur Verkehrsbelastung und zur Zentrumsüberbauung in Buchrain.

Von Tür zu Tür zu gehen und Gespräche über Politik zu führen ist nichts Neues. Aber im Verlaufe der letzten Jahre wurde diese Massnahme zur Mobilisierung immer seltener genutzt. Die FDP versucht also eine verlorene Methode neu zu beleben. Nach Aussage von Stephan Betschen brauchte es am Anfang auch bei ihm eine gewisse Überwindung. Aber im Nachhinein beurteilt er die Aktion als neue, gute Erfahrung. Er sagt: „Ich wollte damit zeigen, dass ich Politik zusammen mit den betroffenen Menschen gestalten will.“

Das Absinken der Stimmbeteiligung auf unter 40 Prozent ist ein Alarmzeichen. Persönliche Gespräche und die Kontakte von Tür zu Tür sind sicher ein gutes Mittel, um Bürgernähe herzustellen und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Aber der Erfolg von Parteien und Kandidaten entscheidet sich wohl kaum an einigen Haustüren kurz vor den Wahlen. Das sieht auch Stephan Betschen so: „Entscheidend ist, den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern übers ganze Jahr hinweg zu pflegen.

Viele Menschen sehen die Herausforderungen, denen wir z.B mit der Digitalisierung
gegenüberstehen, als Bedrohung. In diesem gesellschaftlichen Klima ist es wichtig im Gespräch zu bleiben und Vertrauen aufzubauen.“ Betschen erklärt, dass es ihm darum gegangen sei zu erfahren, wo bei Familien, bei Jungen und bei älteren Menschen der Schuh drückt. Diese direkten Kontakte und Gespräche sind für ihn eine gute Grundlage für die Beurteilung von politischen Fragen.

Carmen Kaufmann (Vorstand FDP Buchrain-Perlen) und Stephan Betschen (Kantonsratskandidat FDP / Gemeinderat Buchrain) bei den Hausbesuchen im Rahmen der Door2Door-Initiative.