Fasnacht 2021 im Rontal

Die Fasnacht 2021 im Rontal nimmt gezwungenermassen neue Formen an: Keine Umzüge, keine Zunftmeister, keine Grossveranstaltungen. Wie andernorts gibt es diesmal nicht mal halb- eher viertelsrüüdige Fasnachtstage und Nächte. Wenn überhaupt.

Vieles steht noch in den Fasnachtssternen. Für viele kleine und Mini-Veranstaltungen werden in den Gemeinden Lösungen gesucht. Doch überall herrscht Respekt gegenüber der Pandemie, Zwänge gibt es nicht – Fasnacht sei Dank. Die RONTALER-Umfrage zeigt auf, wie es heute (Stand 8. Oktober 2020) in den Rontalergemeinden um die Fasnacht 2021 steht.

EBIKON: Kein Umzug, kein Jubiläumszunftmeister der Rotseezunft

«Der grösste kulturelle Anlass im Rontal, der Fasnachtsumzug am Güdisdienstag, ist
abgesagt worden. Über andere mögliche Anlässe hat die Rotseezunft die Strategie, dann zu entscheiden, wenn es nötig ist. Wir wollen keine vorauseilenden Beschlüsse fällen», gibt Toni Emmenegger, Präsident der Rotseezunft Ebikon, bekannt. Das Bot am 31. Oktober findet statt, notabene das 60. Zunftbot. Dieses wird in einem speziellen Rahmen mit einer kleinen zunftinternen Feier durchgeführt. Das Jubiläumsjahr geht unter dem Motto «Emil & Marie» über die Bühne, im Gedenken an das erste Zunftmeisterpaar 1961. Es wird kein Jubiläumszunftmeister präsentiert, der amtierende Zunftmeister Donato I Circelli und Weibel Andreas Seifert behalten ihren Status bis zur Übergabe an einen neuen Zunftmeister. «Hoffentlich im Herbst 2021», gibt sich Emmenegger zuversichtlich. Demzufolge fallen die Anlässe «11.11.11.11.» und die im Luzerner Schweizerhof geplante Inthronisation aus. Ob alternativ dazu ein Jubiläums-Galaabend stattfinden soll, entscheiden die Zünftler am Bot Ende Oktober.

Alle anderen Termine der Zunft, wie der Fasnachtsturm mit Sponsorentafeln, der Aebiker Fasnachtsstart mit den Gluggsi oder sonstige kleinere Veranstaltungen sind bis heute nicht abgesagt. Es wird jeweils zeitnah geprüft, was allenfalls durchgeführt werden kann. Sicher ist, dass die im Frühjahr in Auftrag gegebene Jubiläums-Fasnachtsplakette Anfang Januar 2021 in den Verkauf kommt. Die Zunft setzt natürlich auf grosse Solidarität. «Die wunderschöne Plakette kann man ja vor und während der Fasnachtszeit trotzdem tragen», sagt Emmenegger.

Ende Juni 2021 feiert die Zunft ihren Jubiläumsanlass mit geladenen Gästen. Es ist eine kulinarische Wanderung mit anschliessendem Sommerfest vorgesehen. Das OK unter der Leitung von Michael Kreyenbühl plant und organisiert diese Anlässe.

Rotsee-Husaren: Jubiläumsfest wird nachgeholt

Lange haben sie daran geglaubt und fest gehofft – für die Ebikoner Bevölkerung, für alle Fasnachtsbegeisterten und für sich selber. «Es Fäscht för Alli!» hätte das Husarenfest zum 60. Geburtstag der Guugger werden sollen. «Doch Covit-19 hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, einen dicken Strich durch unser Jubiläumsfest vom 5. September 2020, wir mussten den Anlass bereits im Frühsommer absagen». Verschoben gilt bekanntlich nicht als aufgehoben. Sobald sich die Situation verbessert und es ohne gesundheitliche Risiken erlaubt ist, wird das Fest unter den geplanten Rahmenbedingungen nachgeholt. «Wir sind aktuell in engen Kontakt mit den Behörden, die uns dabei unterstützen, ein neues Datum zu definieren», lässt OK-Chef Tobias Fritsche verlauten. Die Rotsee-Husaren bedanken sich bei allen Sponsoren und Partnern, Unterstützer, allen Äbiker Guuggenmusiken sowie Unterhaltungskünstlern für ihr Verständnis und hoffen, bald gemeinsam auf den 60. Geburtstag anzustossen. Schon länger ist bekannt, dass das HUSAREN-LOTTO vom 6. und 7. November im Pfarreiheim Ebikon abgesagt wurde. Jetzt hofft man auf eine Neuauflage im Spätherbst 2021.

RÜSSGUSLER, VORWÄRTS, MARSCH – direkt zum Virus-Opfer

«Ganz dem Motto entsprechend informieren wir unsere Freunde, Gönner, Fasnächtlerinnen und Fasnächtler über den folgenschweren Entscheid, die Rüssgusler-Fasnacht 2021 und sämtliche Vorfasnachtsanlässe abzusagen. Wir tun dies schweren Herzens, aber unter den vorgegebenen Covit-19-Schutzmassnahmen können wir uns eine Fasnacht, wie wir sie gemeinsam mit euch in Ebikon feiern wollen, schlicht nicht vorstellen», gibt Rüssgusler-Präsident Jan Hufschmid bekannt. Die Gusler sehen sich auch in der Verantwortung für die eigene Gesundheit, für Familien und Freunde, für Arbeitgeber, die Luzerner Bevölkerung und vor allem für die Luzerner Fasnacht. «Natürlich behalten wir uns vor, je nach Pandemieverlauf spontane Aktionen durchzuführen.» Also bleibt auch hier die Fasnachtstüre einen Spalt breit offen.

Dörfli-Zunft Dierikon: Auch keine «Dörflifasnacht Light»

Schweren Herzens hat der Zunftrat entschieden, die Dörflifasnacht 2021 -mit dem Umzug jeweils am Sonntag vor dem Schmutzigen Donnerstag- aufgrund der Situation komplett abzusagen. Geprüft wurde aber die Option einer «Dörflifasnacht Light». «Aufgrund des zu erwartenden Zusatzaufwands und der Planungsunsicherheit mussten wir diese Ideen aber bald verwerfen. Wir freuen uns aber auf die Fasnacht 2022 und heissen alle Freunde der Dörflifasnacht jetzt schon recht herzlich willkommen», sagt Zunftpräsident Guido Riedweg.

ROFA Root: Weder Maskenbälle noch Umzug am Fasnachtssamstag

Wie andernorts, musste man auch in Root kapitulieren: Die Rooter Fasnacht kann nicht in gewohntem Rahmen stattfinden. «Die Maskenbälle und verschiedene Anlässe so öffnet die Schteigröbu-Beiz am SchmuDo nicht- und der jeweils schöne Umzug am Fasnachtssamstag sind abgesagt, es wird auch keine Plakette geben, aber je nach Verlauf der Situation können eventuell kleinere Anlässe doch noch durchgeführt werden», gibt sich Thomas Bircher, Präsident der Gruppierung Rofa Rooter Fasnacht zuversichtlich.

Buchrain: Monster-Guugger und Bueri Chessler – kein Umzug, kein Fasnachtswagen

«Fasnacht ‘21 sollte mit dem anstehenden 30-jährigen Bestehen der Monster-Guugger Bueri zu einem ganz speziellen Ereignis werden, sei es für uns Guugger wie auch für alle diejenigen, die mit uns das Brauchtum Fasnacht zelebrieren wollten», sagt Guugger-Präsident Erik Häller.» Verständlich, dass der Entscheid zur Absage der Anlässe Monster-Virus und dem damit verbundenen Kinderumzug ganz schwer fiel. «Ebenfalls haben wir entschieden, an allen Vorfasnachtsterminen nicht teilzunehmen. Um den fehlenden Einnahmen entgegenzuwirken, behalten wir unser diesjähriges Jubiläumssujet noch ein weiteres Jahr unter Verschluss und verzichten auf eine Präsentation», so Häller weiter. Die Guugger sagen nicht die gesamte Fasnachtssaison ab. Getreu ihrem Motto «Fasnacht vo, met und för Bueri» streben sie, soweit möglich, ein reduziertes Programm mit entsprechendem Schutzkonzept an. «Wir haben entschieden, unsere Fasnacht auf die Tage Schmotzige Donnschtig, Komisch Fritig und Rüüdige Samstig zu beschränken. Wie genau dieses Programm aussehen kann, wird in den kommenden Monaten definiert. Dabei stehen Aktivitäten für Bueri, ein Gönneranlass im kleinen Rahmen sowie digitale Alternativen im Zentrum unseres Ideenkarussells. Wir behalten uns vor, dieses Programm jeweils auch kurzfristig den aktuellen Gegebenheiten anzupassen», blickt Häller mit seinem Vorstand einige Guuggertöne voraus.

Auch die legendäre Wagenbaugruppe Bueri Chessler hat sich nach GV-Entscheid zur Absage durchgerungen, sie gehen nicht, wie längst gewohnt, an die Fasnacht. «Das heisst, wir bauen keinen neuen Fasnachtswagen, da ja bereits die meisten Umzüge abgesagt wurden», sagt Präsident René Vogel. Und sagt, dass sich der Aufwand dazu nicht lohnt, da die Chessler nach den Umzügen jeweils auf die finanzielle Unterstützung der Fasnächtler angewiesen sind. «Wir werden jedoch endlich einmal unser Bastellokal auf Vordermann bringen, das Gesellige dabei in den Fokus stellen und auf diese Weise geniessen. Falls aber noch ein «Wunder» geschehen sollte, werden wir uns allenfalls überlegen, kurzfristig doch noch etwas zu basteln. Was aber im Moment eher unwahrscheinlich scheint.»

Inwil-Perlen: Eibeler Dörflifasnacht abgesagt -Guugger-Jubiläum vertagt

Die Dörflifasnacht wird jeweils organisiert durch ein Komitee, das aus Mitgliedern der dorfeigenen Guuggenmusigen «Eibeler Sträggele» und «Säulischränzer Eibu» besteht. Nächste Fasnacht kann aber das Inwiler Fasnachtsabenteuer mit dem Umzug und dem anschliessenden Monster nicht durchstarten und auch das geplante Riesenfest zum Jubiläum «30 Jahre Säulischränzer» ist aus heutiger Sicht nicht durchführbar. Aus bekannten Gründen hat die Mitgliederversammlung entschieden, das Fest auf 2022 zu verschieben. «Gerne heissen wir alle Besucher dann zu einer SAUgeilen Jubiläumsfête im Möösli willkommen», teilen die Säulischränzer mit.

Adligenswil und Udligenswil: Verzicht auf Rätscheumzug und Schesenrennen

Wie andere Fasnachtsgesellschaften mussten auch die Adliger Rätsche rechtzeitig über Fasnacht 2021 entscheiden. Der Rätscherat (Vorstand) hat entschieden: Gar keine Fasnacht – gibt es nicht, Umzug, Monsterkonzert und Festbetrieb auf dem Schulhausplatz fallen aus. «Aber Sicher zur Freude der Adliger Fasnächtler», so hat der Rätscherat entschieden, «eine Fasnacht-Lightversion ganz nach den aktuellen Schutzvorschriften zu organisieren», sagt Rätscherot -Vizepräsident Roger E. Rölli. In den nächsten Tagen sind neue Gespräche mit den Verantwortlichen der Stadt Luzern und Vertretern anderer fasnächtlicher Vereine mit Entscheidungen und weiterem Vorgehen auf dem Programm. «Wir sind auch im regen Austausch mit der örtlichen Guggenmusik «Mölibachgeischter», und beabsichtigen mit ihnen gemeinsam etwas zu organisieren, immer streng nach den mit den vorgegebenen Schutzkonzepten», so Rölli weiter.

In Udligenswil sind derzeit sämtliche Veranstaltungen der Bärg-Wörze Uedlige abgesagt, somit fällt auch das beliebte und tolle Schugar- (Schubkarren und Garetten) und Schesenrennen dem Covit-19. zum Opfer. Ob sich im Dorf trotzdem etwas Fasnächtliches ereignen wird, steht noch offen.

Rolf Willimann

 

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