«Wir wären froh über neue Kolleginnen oder Kollegen»

Gaby Häner und Irma Zimmermann waren zur Stelle für alle Verletzten am Junioren-Hallenturnier in Ebikon. Bild shab

Sicherheit ist bei allen grösseren Veranstaltungen eine wichtige Anforderung. Ob Fasnacht oder Sport – die Samariter leisten mit ihrem Postendienst einen unverzichtbaren Beitrag dazu. So auch zum Beispiel am nationalen Junioren-Hallenfussballturnier vom vergangenen Wochenende in Ebikon.

Wenn in Ebikon Fasnachtsanlässe stattfinden, grössere Sportevents oder die Chilbi, dann fehlen auch die örtlichen Samariter nicht. Sie haben irgendwo im Hintergrund ihren Posten eingerichtet. Vom Veranstalter bekommen sie einen Raum mit Wasser und WC zur Verfügung gestellt; den Rest nehmen sie selbst mit. Vom Verbandsmaterial über Eispackungen bis zum Defibrillator ist alles vorhanden, was es braucht. «Wir leisten mit den minimalsten Mitteln die optimalste Erste Hilfe», bringt es das Ebikoner Vorstandsmitglied Gaby Häner auf den Punkt. Die Samariterposten sind immer mit zwei Personen besetzt, ab 22, 23 Uhr sind sie jeweils zu dritt.

So war es auch am vergangenen Wochenende, als in Ebikon das nationale Junioren-Hallenfussballturnier durchgeführt wurde. Am Sonntagnachmittag stand Postenchefin Gaby Häner zusammen mit Irma Zimmermann im Einsatz – freiwillig und lediglich mit einer minimalen Entschädigung. Drei gefüllte Protokollblätter zeigen, wie gefragt die insgesamt acht eingeteilten Samariter bisher an diesen zwei Tagen waren. «Zum Glück», sagt die Postenchefin, «waren bis jetzt alles Bagatellen.» So mussten sie beispielweise etliche Schürfwunden oder Prellungen behandeln. «Wir hoffen immer, dass nichts Schlimmes passiert und sind glücklich, wenn wir eine Veranstaltung verlassen können, ohne dass wir gravierende Fälle hatten», fügt sie hinzu.

Permanente Weiterbildung
Dennoch: die Samariter braucht es. Wenn jemand ein medizinisches Problem hat, sind sie zur Stelle. In ihrer Ausbildung lernen sie, mit den verschiedensten Ausgangslagen umzugehen, von der geringfügigen Verletzung bis hin zum schweren Schädel-Hirn-Trauma oder zu Herzproblemen. Wichtig beim Samariterdienst sei es, dass man schnell entscheiden könne, ob es nur ein Pflaster brauche oder ob man die Nummer 144 benachrichtigen soll.

Dieses Wissen frischen die Samariter laufend auf und ergänzen es. Übers ganze Jahr finden regelmässig elf oder zwölf Übungen, meist im Vereinslokal im Sagenschulhaus, statt, an denen auch Interessierte aus der Bevölkerung teilnehmen können. Die Themen sind sehr breit gefächert. Krankheitsbilder oder Hirnverletzungen kommen ebenso zur Sprache wie Transporte oder Verletzungen auf dem Wanderweg. Um den Austausch zu pflegen, werden gelegentlich Lektionen mit Samaritern aus Nachbargemeinden durchgeführt. Wenn jemand die Übungen regelmässig besuche, lerne man sehr viel. Am meisten bringe jedoch der Postendienst, weiss Gaby Häner, weil man dort mit vielem konfrontiert wird: «Man lernt aus jedem Fall wieder etwas, auch weil besondere Vorkommnisse intern besprochen werden.» Zudem sei die Arbeit an den Veranstaltungen spannend, denn man wisse nie, was auf einen zukomme.

Aktivitäten und Geselligkeit
Wie viele andere Vereine kämpft auch der Samariterverein Ebikon mit Mitgliederschwund. Für die Einsätze stehen gerade mal 23 Aktive zur Verfügung. Da jeder von ihnen Familie und ein Privatleben hat, macht dies die Planung hauptsächlich über Wochenenden nicht immer ganz einfach. «Wir wären sehr froh um ein paar neue Kolleginnen und Kollegen», hält Gaby Häner fest. Sie selbst ist durch eine gute Freundin zum Verein gekommen und hat schon bald nach ihrem Einstand die Kursleiterausbildung absolviert; in diesem Jahr hat sie die Instruktorenausbildung in Angriff genommen, die sie im kommenden März abschliessen wird, und konnte ihr Hobby sogar beruflich umsetzen, indem sie bei Schindler als Stellvertretung des Betriebssanitäters arbeitet. Ihre Kollegin Irma Zimmermann, die ebenfalls schon mehr als zehn Jahre beim Samariterverein aktiv ist, wollte sich seinerzeit vor allem die wichtigsten Kenntnisse erwerben, um gerüstet zu sein, wenn einem ihrer beiden Buben mal etwas zustossen sollte. Beide Frauen schätzen nebst dem wertvollen medizinischen Alltags-Know-how am Samariterverein jedoch auch die gesellige Seite, die zum Beispiel mit einem Chlaushöck, einem Ausflug für die ganze Familie und mit der GV gepflegt wird.

Die Samariterübungen werden jeweils in der Agenda publiziert und sind für alle Interessierten offen. Wer seine Nothilfe-Kenntnisse wieder einmal auffrischen beziehungsweise sich neues, spezifisches Wissen aneignen will, ist bei den Samaritern herzlich willkommen. Für Firmen stellen sie auch massgeschneiderte Kurse zusammen. Infos erteilt jedes Vorstands- oder Vereinsmitglied: www.ebikon.ch unter der Rubrik Vereine bei Samariterverein oder die Co-Präsidentinnen Petra Höltschi, 041 450 03 23 / 079 572 75 68, guido.hoeltschi@bluewin.ch bzw. Sonja Haas, 041 440 46 00, hass.gmbh@bluewin.ch sowie Gaby Häner KL/TL, 041 440 67 02/ 079 324 84 72, gaby_haener@bluewin.ch.

Gaby Häner und Irma Zimmermann waren zur Stelle für alle Verletzten am Junioren-Hallenturnier in Ebikon. Bild shab
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