Meine Zeit

Editorial

Auf der Gemeindeverwaltung ist das Leben, wie so manchen Orts, in der letzten Zeit schnelllebiger und hektischer geworden. Da braucht man einen Ausgleich. Und was wäre besser, als Zeit in der ruhigen Natur zu verbringen? Genau diesen Ausgleich bietet mir die Jagd, die so viel mehr ist, als nur auf die Pirsch zu gehen. Nein, die Jagd, das ist das Beobachten und Studieren der Natur, ihrer Veränderung mit den Jahreszeiten, das Verstehen des Ökosystems unseres Waldes und das Hegen und Pflegen von Fauna und Flora. 

Die so oft zitierte Naturverbundenheit wird auf der Jagd greifbar, so entdeckt man ungeahnte Tierwelten direkt vor der Haustür, leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unseres Lebensraumes und erfreut sich kulinarisch an einem lokalen Wildbret, das natürlicher nicht sein könnte.

Die Jagd, die seit jeher ein naturverbundenes Handwerk ist, bildet die Brücke der modernen, schnelllebigen Welt mit der natürlichen Grundlage unseres Daseins. Sie verbindet den Naturschutz, die Landwirtschaft, die Pflege von Erholungsgebieten und der Wildbeständen. Die Jagd braucht Zeit, Zeit, die man sich nehmen muss; Zeit, die in der heutigen Zeit immer rarer wird; Zeit, nicht um zu machen, sondern Zeit, um zu warten. Zeit, um zu erkennen, dass es nicht der Mensch ist, der die Zügel der Natur in den Händen hält; Zeit, um dann, wenn man in der Hektik des Alltags keine Zeit hat, etwas gelassener auf das zu blicken, was die Zeit noch mit sich bringt.

Die Jagd hat viele Facetten, sie hat und wird sich immer verändern, über die Zeit, und doch wird eines immer bleiben: die ausgleichende und beruhigende Verbundenheit mit der Natur, die einem die Zeit vergessen lässt.

Roland Baggenstos
Gemeindeschreiber

 

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