«Ich wünsche mir ein attraktives Dorfzentrum als Begegnungsort für Jung und Alt»

Gemeinderat

Am 28. Juni 2020 wurde er von der Ebikoner Stimmbevölkerung mit deutlichem Vorsprung in den Gemeinderat gewählt. Mit seiner Wahl verteidigte er den Sitz seiner Partei, der FDP, im Gemeinderat. Seit dem 1. September 2020 ist Mark Pfyffer offiziell im Amt. Nach den ersten 142 Tagen schauen wir mit dem ehemaligen IBM-Manager zurück und wollen wissen, was ihn während diesen Monaten am meisten bewegte. 

Ebikon Aktuell: Vom global tätigen IT-Dienstleister IBM in den Gemeinderat von Ebikon. Wie haben Sie den Wechsel in diese neue Welt erlebt?

Mark Pfyffer: Ich habe die letzten dreissig Jahre im Dienstleistungssektor gearbeitet und habe dabei einen starken Verkaufsfokus eingenommen. In einem solchen Umfeld lernt man wie wichtig es ist, sich immer wieder neuen Situationen anzupassen und flexibel zu bleiben. So bin ich mir gewohnt, mich permanent neu auszurichten und mit unterschiedlichen Kulturen und Menschen zusammen zu arbeiten. Deshalb habe ich mich auch schnell in meiner neuen Rolle als Gemeinderat zurechtgefunden. Doch das ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass ich von allen Seiten so gut unterstützt wurde. 

Wie haben Sie sich auf das Amt des Gemeinderats vorbereitet? Kann man sich auf ein solches Amt überhaupt vorbereiten?

Ich habe mich bereits über die Sommerferien mit vielen Dokumenten auseinander gesetzt – so beispielsweise mit dem Budget, der Finanzstrategie oder mit einzelnen Projekten. Das kam mir nachher sehr zugute, so dass ich mich im Gemeinderatsgremium von Anfang an aktiv einbringen konnte. Neben den Fachthemen haben mir dabei meine beruflichen Erfahrungen, das persönliche Netzwerk sowie die guten Kenntnisse über die Gemeinde Ebikon geholfen.

Bis zur Wahl zum Gemeinderat waren Sie ein engagierter und vernetzter Bürger, heute erleben Sie die Gemeinde aus dem Blickwinkel eines Gemeinderats. Erleben Sie die Gemeinde heute anders als damals als Bürger?

Ja, ganz bestimmt. Als Bürger geht man von einem reibungslosen Gemeindebetrieb aus. Leistungen wie ein breites Schulangebot, Tagesstrukturen, gepflegtes und sauberes Strassennetz, ein funktionierendes Pflegeheim, gemähte Spiel- und Sportplätze, ein ausgeprägtes Sozialhilfenetz und vieles mehr erachtet man fast schon als Selbstverständlichkeit. Dass im Hintergrund viel dafür getan werden muss und alles seinen Preis hat, vergisst man gerne. Stattdessen ärgert man sich über die scheinbar langsamen Baubewilligungsprozesse der Verwaltung, Parkbussen im Risch oder höhere Steuern.

Heute sehe ich vieles etwas anders. Es war mir nie richtig bewusst, wie wenig finanziellen Spielraum die Gemeinde eigentlich hat, um all diese Leistungen zu erbringen. Mehr als 80 Prozent der finanziellen Aufwände sind durch den Bund und den Kanton vorgegeben. Dazu gehörten zum Beispiel das Schulwesen, das Pflegeheim oder die Sozialhilfe. Die Verwaltung ist mit vollem Einsatz und viel Engagement bestrebt, dem Bürger alle diese Leistungen Tag für Tag bedürfnisgerecht und in hoher Qualität bereitzustellen.

Worauf freuen Sie sich am meisten in Ihrer Funktion als Gemeinderat und Vorsteher des Ressorts Gesellschaft & Soziales? Wovor haben Sie Respekt?

Die grösste Freude bereitet mir die konstruktive und professionelle Zusammenarbeit mit einem aufgestellten und motivierten Team. Sowohl im Pflegeheim wie auch auf dem Sozialamt treffe ich auf Kolleginnen und Kollegen, welche die Bedürfnisse ihrer «Kunden» ins Zentrum ihrer Handlungen stellen und dabei einen sehr gewissenhaften und sorgsamen Umgang mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mittel und Ressourcen pflegen. Chapeaux! 

Grossen Respekt habe ich vor den erbrachten Leistungen von den Mitarbeitern im Pflegeheim – umso mehr in der erschwerten Situation durch Corona. Dies gilt auch für all die vielen freiwilligen Helfer im Sport (z.B. Fussball, Tennis, Volleyball, …), in der Kulturszene (Senioren-Theater, Kultursonne,..), Freiwilligen-Arbeit für Notleidende (Frauennetz, Restessbar, Äebike helft, ..) und in der Betreuung älterer, betagter Menschen. Diese Arbeit und Unterstützung verdient allerhöchste Anerkennung. 

Wenn Sie einen Wunsch für Ebikon formulieren könnten, welcher wäre das?

Ich wünschte mir ein attraktives «Dorfzentrum» als Begegnungsort, wo sich Jung und Alt aufhalten, treffen und austauschen können. Bevor wir jedoch über solche Sachen nachdenken können, müssen wir Anfangs März zuerst unser Budget an der Urne durchbringen! 

Wo tanken Sie die Kraft und Energie, die Ihr neues Amt zweifelsohne von Ihnen abverlangt?

Auftanken und immer mal wieder den Kopf durchlüften ist etwas vom Wichtigsten, um die Batterien wieder zu laden. Dabei hilft mir sicherlich meine Frau, welche für ein gutes und harmonisches Umfeld sorgt. Zusätzlich treibe ich viel Sport und verbringe viel Zeit in der Natur beim Spazieren oder auf einer Skitour.

Wir durchleben gerade eine herausfordernde Zeit und stecken mitten in einer globalen Pandemie. Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn all die Restriktionen und Massnahmen wieder aufgehoben sind?

Ich freue mich, endlich wieder Tennis spielen zu können oder ein Spiel vom FC Ebikon live mitzuverfolgen. Ich freue mich, nach getaner Arbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen mit einem Bier anzustossen und darauf, in der Sonne eine feine Pizza zu geniessen. Sich im Büro ohne Maske bewegen zu können und wieder andere Themen als Covid in den täglichen Nachrichten zu hören. Speziell fehlen mir schlicht die persönlichen Begegnungen und das gesellschaftliche Miteinander, was vor der Pandemie alles selbstverständlich war. 

Mark Pfyffer ist seit dem 1. September 2020 Gemeinderat von Ebikon. Er ist Vorsteher des Ressorts Gesellschaft & Soziales und bereits bestens vernetzt mit den Kolleginnen und Kollegen auf Seiten Verwaltung und Höchweid.

 

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