Attraktivität für eine breite Bevölkerungsstruktur steigern

Alex Mathis (dritter von links), Geschäftsführer der Gemeinde Ebikon, mit den sechs Geschäftsleitungsmitgliedern vor dem Gemeindehaus.

Finanzen

Die Gemeinde Ebikon befindet sich in einer finanziell herausfordernden Lage. In einer losen Serie zeigt die Gemeinde auf, welche Hauptfaktoren das Gemeindebudget belasten. Geschäftsführer Alex Mathis erklärt im Interview, warum Ebikon die Einnahmen und Ausgaben nur beschränkt steuern kann.

Herr Mathis, in Ebikon steigen die Aufwände seit Jahren schneller als die Erträge. Sie haben nicht nur Einnahme- sondern auch Ausgabeprobleme! Alex Mathis: Die Finanzstrategie hat bei der Analyse der Ausgangslage klar aufgezeigt, dass die Aufwände in den von der Gemeinde beeinflussbaren Bereichen – zum Beispiel in der Verwaltungsführung – im Vergleich zum Bevölkerungswachstum unterdurchschnittlich gewachsen sind. Das Kostenwachstum betrifft in erster Linie die gebundenen Ausgaben in den Bereichen Bildung und Soziales, welche von der Gemeinde von Gesetzes wegen erbracht werden müssen. Als Gemeinde sind wir unter anderem für ein gutes und möglichst chancengleiches Bildungssystem für alle Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Oder für die Unterstützung von Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. Solche Kostenblöcke kann die Gemeinde nur eingeschränkt beeinflussen und die Leistungserbringung nicht einfach beliebig herunterfahren. 

Und wie sieht es auf der Einnahmenseite aus? Hat die Gemeinde hier mehr Gestaltungsspielraum? Auf die Einnahmenseite hat die Gemeinde indirekte Gestaltungsmöglichkeiten. Indem sie durch attraktivitätsfördernde Massnahmen eine gesunde Bevölkerungsstruktur schafft, sollen auch vermehrt wieder Steuerzahler angesprochen werden, welche aufgrund ihres Einkommens höhere Steuern zahlen. Für einen gesunden Bevölkerungsmix bedarf es eines guten Angebots an öffentlichen und privaten Infrastrukturen, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen, Freizeitangeboten und attraktivem Wohnraum. 

Die Gemeinde rechnet mit einer Steuererhöhung im Jahr 2021. Kann Ebikon mit höheren Steuern wettbewerbsfähig bleiben? Auf jeden Fall. Ebikon bewegt sich auch mit einer Steuererhöhung immer noch im Mittelfeld, insbesondere im Vergleich mit anderen Agglomerationsgemeinden. Zudem sind für den Standort- und Wohnortentscheid auch weitere Faktoren wie die Verkehrslage oder das Angebot an Dienstleistungen, Freizeit und Naherholung relevant. Ebikon darf und soll sich selbstbewusst diesem Standortwettbewerb stellen. 

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