«Endlich Schluss mit STAUraum Buchrain». Unter diesem Titel lanciert der Verein Gewerbe Buchrain-Perlen eine Petition und fordert damit die Luzerner Regierung zum längst versprochenen Handeln auf.

«Stau, ein Zustand, der leider zum Alltag von Buchrain gehört und Ausmasse annimmt, die für die Bevölkerung, für den ÖV aber vor allem auch für das Gewerbe nicht länger tragbar sind», sagt Vereinspräsident Geri Fischer.

Als Verein Gewerbe Buchrain-Perlen mit über 90 Mitglieder sieht man sich in der
Pflicht, gegen diese Zustände anzukämpfen und sich endlich Gehör zu verschaffen.
Denn massive Verkehrsprobleme auf der Autobahn und auf den Kantonsstrassen im
Gebiet Reussbrücke führen dazu, dass in Buchrain und Perlen verkehrstechnisch
meist nichts mehr läuft – oder fährt. «Das hat negative Folgen auf das Gewerbe in
Bezug auf Pünktlichkeit, Planung, Erreichbarkeit und Finanzen», führte Fischer bei
der Medienorientierung in Perlen aus.

Seit der Inbetriebnahme des Rontalzubringers 2011 hat sich die Anzahl der
Fahrzeuge von 14 000 auf 18 000 erhöht. Dies bedeutet eine Zunahme von 30
Prozent und diese Zahl wird sich weiter erhöhen. Man rechnet im Bereich Rontal und
Schachen bis 2030 mit 70- bis gar 90 Prozent mehr Verkehr. «Der Kollaps ist
vorprogrammiert, es herrscht also dringender Handlungsbedarf», geben die
Petitionäre weiter bekannt.

Schwerverkehr nimmt zu – Lastwagen-Fahrverbot soll aufgehoben werden
Auf der Perlenstrasse (Zufahrt Gewerbegebiet Perlen) beträgt der Lastwagenanteil
über 20 Prozent, was auf die Nutzungen im Gewerbegebiet sowie auf das bestehende
Lastwagenfahrverbot auf der Perlenstrasse (Root) zurückzuführen ist. Innert fünf
Jahren stieg die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge zwischen Buchrain und
Root um nahezu 40 Prozent, der Schwerverkehrsanteil hat sich im selben Zeitraum
mehr als verdoppelt. Das bedeutet täglich mehr als 900 schwere Motorfahrzeuge von
und nach Perlen. Mit der Petition wird der Regierungsrat aufgefordert, alles zu
unternehmen, damit sich die Verkehrssituation für die Buchrainer Bevölkerung und
das einheimische Gewerbe massiv verbessert. Der Regierungsrat wird gebeten, die
längst in Aussicht gestellten Bauprojekte auf der Kantonsstrasse im Gebiet
Reussbrücke prioritär zu behandeln und umgehend zu realisieren und das
diskriminierende Lastwagen-Fahrverbot Perlen-Root schnellstmöglich aufzuheben.

Die Gemeinden Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau, Inwil und Root haben mit
dem Kanton Luzern, dem Verkehrsverbund Luzern und LuzernPlus das
Gesamtverkehrskonzept Luzern Ost erarbeitet (GVK). Gleichzeitig veröffentlicht der
Kanton jährlich Auswertungen der Verkehrszählungen. Erkenntnisse daraus sind:
Aufgrund der Verkehrszunahme in den letzten Jahren stossen sowohl die Autobahn
als auch die Kantonsstrassen im Gebiet Reussbrücke immer öfters an ihre
Kapazitätsgrenzen. Der Bus wird aufgrund der vorherrschenden
Verkehrsbedingungen behindert und verringert dadurch seine Zuverlässigkeit. Ein
Rechtsabbiegen aus Richtung Buchrain nach Perlen ist nur erschwert möglich.

Es herrscht Handlungsdruck

«Der Handlungsbedarf ist fachlich glasklar und offiziell ausgewiesen, aber seit der
Erarbeitung des GVK ist nun über ein Jahr vergangen und passiert ist nichts», führte
Vizepräsident Adrian Röösli aus. Die Gemeinde wird durch diese unsägliche
Verkehrssituation faktisch in drei Teile zerschnitten. Buchrain Dorf, Perlen Dorf
sowie das Industriegebiet Schachen mit nur je 500 Meter Luftlinie sind nur mit viel
Geduld zu erreichen. Für das einheimische Gewerbe ist dies fatal – für die
Bevölkerung nervenaufreibend und für das Gemeindeimage schädigend. Selbst für
Velofahrende sind die Verbindungen mit dem abrupt endenden Veloweg
Reussbrücke – Perlen absolut unbefriedigend. «Die attraktive Reuss- und
Erholungslandschaft versinkt im Lärm und Abgas, die Arbeitsbedingungen innerhalb
des eigenen Dorfes sind unzumutbar geworden.» Während sich die umliegenden
Gemeinden munter weiterentwickeln und die Steuereinnahmen einheimsen, bleibt
Buchrain der Stau. Röösli führt ein Beispiel an: «Ein Grossteil der Steuereinnahmen
aus den Betrieben im Gebiet Perlen geht zur Gemeinde Root. Doch Buchrain hat den
höchsten Anteil an Schwerverkehr, jedoch den tiefsten Anteil an Firmensteuern im
Kanton. Verkehrte Welt.»!

Rolf Willimann

KASTEN
Unterschriftensammlung und weiterer Verlauf
Samstag, 6. April und Samstag 13. April 2019: Standaktionen mit
Unterschriftensammlung im Einkaufszentrum Tschannhof, Buchrain. Ende Mai,
Anfang Juni 2019: Medienmitteilung und Orientierung über Petition; Ende Juni 2019:
Übergabe Petitionsbögen an den Luzerner Regierungsrat. rowi

Bild
Ein alltägliches Bild – Mit der Petition wird endlich Stau-Abhilfe gefordert, damit die
Verkehrsbelastung rund um den A14-Anschluss Buchrain und im Gewerbegebiet Perlen nicht noch mehr zunimmt. Bild zVg Gewerbe Buchrain-Perlen.