Leserbriefe KW34/35

Schützen wir das ökologische Gleichgewicht

Wem die Argumente fehlen, greift gern zu Clichées. So hoffen die Gegner des neuen
Jagdgesetzes mit der Verniedlichung des Wolfs zum sanften Kuscheltier, das verkannt und völlig zu Unrecht zum bösen Raubtier gemacht wird, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu einer Ablehnung dieses Gesetzes zu bewegen. Doch beim neuen Jagdgesetz geht es nicht primär um den Wolf. Es geht vielmehr darum, das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen, die mit dem seit 35 Jahren geltenden Gesetz in Schieflage gekommen ist, es also dort zu justieren, wo Anpassungen nötig sind. Das alte Gesetz hat es möglich gemacht, dass einst ausgestorbenen Wildarten wie der Biber, der Luchs oder der Bartgeier zurückgekommen sind. Zurückgekommen sind aber auch vermehrt Konflikte mit Nutztieren und Menschen. Der Wolf spaziert eben nicht nur über den Skischulsammelplatz, wie das so verharmlosend dargestellt wird, er reisst auch Schafe. Fast 600 waren es 2018. Auch der Biber hinterlässt da und dort Spuren, die nicht alle lieben. Handeln ist also angesagt. Die Regeln wurden mit dem neuen Gesetz so aktualisiert, dass eine kontrollierte Wildregelung auch unsere Wälder und Felder vor übermässigen Schäden schützt. Die neuen Regeln besagen aber nicht, dass jetzt der Wolf nun ungehindert geschossen werden dürfte. Er bleibt weiterhin geschützt. Was weitere Arten angeht, kann sie der Bundesrat in den Ausführungsbestimmungen als regulierbar bezeichnen, sofern sachliche Gründe vorliegen. Für den Luchs, den Biber, den Graureiher und den Gänsesäger hat das Parlament dies jedoch bereits ausdrücklich abgelehnt. Daneben bringt das neue Jagdgesetz den Kantonen die Kompetenz, selber zu entscheiden,
wann der Bestand an Wildtiere dezimieret werden darf. Das macht Sinn, denn wer weiss besser wie es um das ökologische Gleichgewicht steht als die kantonalen Fachleute. Und last but not least können künftig Vogelreservate, Schutzgebiete und Wildkorridore vom Bund unterstützt werden. Deshalb stimme ich für das neue Jagdgesetz.

Damian Müller, Ständerat des Kantons Luzern, Hitzkirch


Widerstand gegen Herdenschutzhunde

Schafe zu halten ist nicht mein Hobby, sie sind mein Beruf. Im Winter bin ich mit einer Wanderherde im Luzernbiet unterwegs, im Sommer bestosse ich eine Alp im Urnerland. Ich liebe meine Tiere, kenne ihren Rhythmus und ihre Vorliebe für saftiges Gras. Ich weiss aber auch, dass sie irgendwann als wertvolles Lebensmittel auf einem Teller enden. Sie sichern damit meine Existenz und die meiner Familie. In der Abgeschiedenheit der Alpen, können Naturgefahren ihren Tribut fordern. Dazu gehört, dass sich auch mal der Wolf ein Schaf holt. Damit muss ich leben. Erdrückender wird es dann, wenn er sich an diese Beute gewöhnt, regelmässig die Alp heimsucht oder in seinem von der Natur gegebenen «Jagdrausch» gleich mehrere Tiere reisst. Dann tuts weh und Unverständnis komm auf. Als Tierhalter übernehme ich Verantwortung, um meine Tiere möglichst vor Grossraubwild zu
schützen, indem mein Alpbetrieb durch einen Mitarbeiter ständig behirtet ist. Und eigentlich möchte ich auch, dass Herdenschutzhunde mit den Schafen mitlaufen. Etwas das jedoch oft nicht möglich, da sich in touristisch stark frequentierten Gebirgsregionen Widerstand gegen Herdenschutzhunde regt. Mein Anspruch an die Gesellschaft: Auch sie soll Verantwortung übernehmen. Indem Sie dafür sorgt, dass der Wolf «wild» bleibt! Damit diese Tiere so gelenkt werden, dass sie Siedlungen und Nutztieren fernbleiben und sich auf ihre bevorzugte Beute, das Rotwild konzentrieren. Für ein verträglicheres Nebeneinander! Mit einem JA zum neuen Jagdgesetz können sich Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 27. September dieser Verantwortung stellen. Danke.

Ernst Vogel, Schwarzenberg


Ja zum revidierten Jagdgesetz

Mit dem revidierten Jagdgesetz haben der Bundesrat und das Parlament ein Gesetz geschaffen, das den heutigen Gegebenheiten klar entspricht. Der übermäßigen Vermehrung
von Wildtieren in der Schweiz muss Einhalt geboten werden. Wie Rehe, Füchse und
Wildschweine die von den Jägern geschossen werden, so müssen auch den anderen
Wildtieren die Population in Grenzen gehalten werden. Andernfalls sind Schäden an
Menschen, Nutztieren und Natur unaufhaltbar. Gerade der Wolf gehört einfach nicht in die
kleinräumige Schweiz. Er hat keine natürlichen Feinde und kann sich so massenhaft
vermehren. Nicht selten gibt es Älpler die bis zu 1000 Schafe während des Sommers im
Hochgebirge betreuen. In diesen großflächigen Weiden ist es unmöglich, dass teure
Herdenschutzhunde bei Tag und Nacht die Schafe schützen können. Eine Wanderung in
Wolfsrudelgebieten könnte selbst für Menschen gefährlich werden. Tierschützer, inklusive
WWF haben das Augenmass längst verloren. Ich frage mich; Ist ein Wolf mehr wert als ein
Schaf? Wer bringt der Alpwirtschaft und uns Menschen mehr Nutzen? Deshalb Ja zum
revidierten Jagdgesetz.

Sepp Geisseler, Adligenswil


Begrenzungsinitiative

Wie man der Presse entnehmen konnte, setzen sich 4 Bundesräte dafür ein, die SVP Initiative mit allen Mitteln zu verhindern. Allen voran die FDP mit ihrer Bundesrätin Keller Suter. Ihr und allen andern Parteien inkl. Economie Suisse ausser der SVP geht es um kurzfristige Vorteile und vergisst die bleibenden Schäden, die ich nachstehend aufliste. Sie handeln nach dem Prinzip, mit kurzfristigen Vorteilen die Taschen zu füllen und denken: Nach mir die Sintflut. Alle Nachteile mit einer 10 oder sogar 15 Millionen Schweiz ist ihnen egal. Ebenso die einer total zubetoniert Landschaft und verstopften Autobahnen. Überfüllte Züge und Gedränge beim öffentlichen Verkehr. Wegen dem stetigen Platzmangel setzt man neuerdings auf verdichtetes Bauen. Aber es ist nicht jedermanns Sache, so zu wohnen wie in einem Kaninchenstall. An unseren Schulen wird es auch immer schlechter, weil viele Kinder d.h. bis zu 80% pro Klasse sprachunkundig sind und den Unterricht behindern. Dann das schlimmste. Immer mehr Arbeitnehmer 50+ verlieren ihre Stelle und werden durch Ausländer ersetzt. Durch diesen Unsinn, immer mehr Ausländer in die kleine Schweiz zu lassen werden auch unsere Sozialwerke wie AHV-IV-Arbeitslosenkasse in den Ruin getrieben. Und die Frage, wer zahlt die Schulden die überall entstehen: Natürlich der Steuerzahler. Es gäbe noch viele Punkte aufzulisten. Eines ist aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Wenn wir jetzt nicht bald einen mutigen Schritt zum Anhalten machen, werden wir bald böse Überraschungen erleben. Und wer die Lügen aus Bern und unserer Medien glaubt und entsprechend stimmt, wird spätestens wenn er selbst auf der Straße
steht, merken dass er am 27.09.20 falsch gestimmt hatte. Aber um das zu verhindern empfehle ich Ihnen, mit mir ein Ja in die Urne zu legen. Noch eine Frage die sich mir aufdrängt: Wann wenn nicht jetzt, wollen wir dem überbordenden Unsinn Einhalt gebieten. Vermutlich erst wenn wir als Staat ebenfalls ruiniert sind?

Vinzenz Vogel, Ebikon


Dem Land zu Liebe

Die Zehn-Millionen-Schweiz sei ohne grosse Probleme möglich. Wir müssten uns eben nur noch besser organisieren und noch intelligenter nach innen und unten verdichten. So raten es uns zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft .Und so kann auch der Bundesrat voller Ueberzeugung fordern: „Angesichts des nationalen Bevölkerungswachstums gilt es, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern.“ Dies obwohl unsere oberste Behörde weiss, dass die Ausbreitung von Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen der Hauptgrund für den Verlust von Agrarland ist. Den Ausstieg aus diesem Schneeballsystem von Zuwanderung und Verdichtung will aktuell nur die Schweizerische Volkspartei. Zusammen mit Idealisten und Naturfreunden wollen sie die Schweiz vor der Uebernutzung bewahren. Alle anderen, selbst die Grünen, wollen keinen Ausstieg aus diesem zerstörerischen Wirtschafts- und EU-Diktat, welches auf die Schönheit und Vielgestaltigkeit der Schweiz keine Rücksicht nimmt. Der EU selbst kann es zur Zeit noch egal sein, wenn wir hier zu einem Singapur der Alpen werden. Für unser Land aber ist die Selbstbeschränkung das Gebot der Stunde. Nehmen wir den Fuss vom Gaspedal und stimmen wir am 27. September JA zur Begrenzungsinitiative!

Beat Meister, Hochdorf


Wir brauchen Stabilität und nicht zusätzliche Schwierigkeiten

Immer wieder hört man, einzig die Begrenzungsinitiative verhindere die 10-Millionen-Schweiz. Doch kann dieses Versprechen auch gehalten werden? Man darf sich keine Illusionen machen: Die Kündigungsinitiative führt zu keinem Stopp des Bevölkerungswachstums. Denn selbst mit einer Kontingentierung, dies sagen auch die Initianten, würde es zu einer Zuwanderung kommen. Zudem gilt es die demografische Entwicklung zu beachten. Wir werden immer älter und verfügen daher über einen so genannten Geburtenüberschuss. Die Lösungen hierfür sind weit komplexer, als uns die Initianten versuchen glauben zu machen. Was die Initiative aber wird, ist unsere Beziehungen zum Ausland verschlechtern und unserer Wirtschaft schaden (70% der Schweizer Importe stammen aus der EU und 52% der Schweizer Exporte gehen in die EU). Was unser Land jetzt braucht, sind weder Probleme mit unseren Nachbarn noch zusätzliche wirtschaftliche Schwierigkeiten – sondern Stabilität und Verlässlichkeit. Dies haben wir mit dem bewährten und mehrmals vom Volk bestätigten bilateralen Weg. Die Erfolgsgeschichte der Bilateralen gilt es gerade in den aktuellen schwierigen Zeiten unbedingt zu bewahren,  darum lehne ich diesen erneuten Angriff auf die Bilateralen ab.

Jim Wolanin, Kantonsrat FDP.Die Liberalen


Die Schweiz ist keine Insel 

Schindler, Komax, Bucherer: Das sind nur drei von vielen namhaften Unternehmen aus unserer Region, die von der Coronakrise sehr hart getroffen wurden. Allein diese drei Firmen bauen infolge der Pandemie rund 2500 Stellen ab – viele davon in der Schweiz. Das bittere Beispiel zeigt: Ein weltweites Ereignis wie Covid-19 macht auch vor der Schweiz nicht Halt. Auch wenn es sich manche anders wünschen würden: Die Schweiz ist keine Insel. Im Gegenteil: Als kleines Land sind wir sogar mehr als andere auf gute Beziehungen zu unseren Partnern angewiesen. Und genau deshalb ist die Kündigungsinitiative der SVP so gefährlich. Die Initianten wollen den bewährten bilateralen Weg über Bord werfen und die Schweiz Schritt für Schritt abschotten. Sollte die Initiative angenommen werden, verlieren wir nicht nur die Personenfreizügigkeit, sondern noch viele weitere wichtige Abkommen mit der EU. Diese Abkommen tragen zu einem Klima der guten Beziehungen bei. Dies schafft Arbeitsplätze und Wohlstand in unserer Schweiz. Wenn ich in 30 Jahren Politik etwas gelernt habe, dann folgendes: Offenheit und Vernetzung ist immer sinnvoller als Isolation und Abschottung. Genau deshalb sage ich am 27.9 aus Überzeugung NEIN zur schädlichen Kündigungsinitiative.

Georges Theiler, alt Ständerat FDP


Warum ist ein Einwohnerrat für Ebikon die optimale Lösung?

Die Möglichkeiten der politischen Partizipation in Ebikon sind aktuell eingeschränkt. Seit der
Aufhebung der Gemeindeversammlung besteht in unserer Gemeinde keine Möglichkeit mehr für eine offene Diskussion zwischen der Bevölkerung und dem Gemeinderat. Damit fehlt es an einem Meinungsaustausch und folglich kommt auch die Demokratie zu kurz. In Ebikon werden pro Jahr im Schnitt vier Abstimmungen auf kommunaler Ebene durchgeführt, die restlichen Entscheide werden mehrheitlich durch den Gemeinderat gefällt.
Diese Tatsache lässt die Folgerung zu, dass der Gemeinderat mit der aktuellen Organisationsform ein Übermass an Macht auf seiner Position vereint. Die Einführung eines
Einwohnerrates würde die erforderliche Diskussionsplattform bieten und eine vermehrte
Mitsprache der Bevölkerung ermöglichen. Ein Gemeindeparlament in Ebikon kann die politische Diskussion beleben und zu einem stärkeren Meinungsaustausch zwischen verschiedenen Interessengruppen der Bevölkerung einerseits und zwischen der Bevölkerung und der Politik andererseits führen. Damit dürfte auch die politische Partizipation gestärkt werden. Die vielfältige Parteienlandschaft beweist, dass in Ebikon unterschiedliche Interessenlagen bestehen, welche berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden müssen. Aus diesen wichtigen Gründen unterstütze ich die Schaffung eines Einwohnerrates in Ebikon.

Alfred Amrein, Ebikon


Mehr Mitbestimmung mit dem Einwohnerrat!

Es gibt immer wieder Stimmen, die behaupten, mit der Einführung eines Einwohnerrates
werde die demokratische Mitsprache der Bevölkerung eingeschränkt. Genau das Gegenteil
ist der Fall! Nach wie vor können die Stimmberechtigten an der Urne über wichtige Vorlagen abstimmen. Hinzu kommen zwei weitere, nicht zu unterschätzende Einflussmöglichkeiten: Die Einwohnerräte sind vom Volk gewählt und vertreten die Interessen ihrer Wählerschaft. Zudem kann das Volk über diese Parteienvertreter Anliegen einbringen, die damit den Weg in die politische Diskussion finden. Darüber hinaus garantiert ein Einwohnerrat auch Transparenz der politischen Abläufe. Alle Sitzungen sind – analog dem Grossen Stadtrat – öffentlich für sämtliche Bürger/Innen. Jeder kann mitverfolgen, wer wofür einsteht und sich einsetzt.

Urs Märchy


Nein zu noch mehr leeren Wohnungen!

Ebikon hat mit 6,35 Prozent aktuell den höchsten Leerwohnungsbestand in der Agglomeration Luzern. Über 400 leere Wohnungen, und doch wird munter weitergebaut. Beim St. Klemens entstehen 70 Eigentumswohnungen und auf der anderen Strassenseite nochmal 67 Wohnungen zur Miete. Geplant ist zudem eine Überbauung in Obfildern mit 220 Wohnungen. Im Sagi-Mühlepark und beim Bahnhof stehen bald weitere rund 100 Wohnungen zum Bezug bereit. Trotzdem: Am 27. September soll die Ebikoner Bevölkerung in einem Schnellverfahren nun auch noch die Grossüberbauung „Sagenmatt“ durchwinken. Es ist ein Koloss mit bis zu 9 Stockwerken und zusätzlich 240 Wohnungen und Gewerberäumen. Fazit: Zu den 400 leeren Wohnungen kommen noch einmal über 800 geplante oder kürzlich gebaute neue Wohnungen dazu. Diesen Bauwahn müssen wir stoppen und die Grossüberbauung „Sagenmatt“ am 27. September bachab schicken. Damit Ebikon nicht zu einem Geisterdorf wird.

Sepp und Irma Ineichen-Berchtold


Die „Grossen“ dürfen bauen, die „Kleinen“ warten seit Jahren

Drei Nachbarn von uns warten seit fünf Jahren auf das neue Bau- und Zonenreglement. Sie möchten bauen, und von der angekündigten höheren Ausnutzung profitieren: Sie möchten verdichten – warten und warten. Ein Nachbar war des Wartens müde und baut jetzt in kleineren Rahmen nach dem im Moment aktuellen Bau- und Zonenreglement. Beim Projekt „Sagenmatt“ liegt alles anders. Sagen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 27. September 2020 ja zum Bebauungsplan „Sagenmatt“, dann sagen sie gleichzeitig auch ja zu einer Anpassung des Bau- und Zonenreglements. Das heisst, es darf realisiert werden, was in Ebikon bis jetzt nicht möglich war: 9 Wohntürme mit 9 Stockwerken und Fassaden von 50, 60, 80 und 110 Metern Länge – und dies einzig im Bereich Überbauung „Sagenmatt“! Dieses masslose Bauen entspricht nicht dem Masterplan, den der Gemeinderat 2015 der Bevölkerung vorgestellt hat. Wie nur ist eine solche Ungleichbehandlung möglich? Die „Kleinen“ werden hingehalten, die „Grossen dürfen vorzeitig bauen – und dies in ungemein grosser Dimension. Das ist ungerecht und widerspricht unserem demokratischen Verständnis. Die Ebikoner Stimmbürger und Stimmbürgerinnen haben am 27. September die Wahl: Entweder sie beschenken die Bauherrin des Amag-Areals im grossen Stil, oder sie schaffen gleiche Bedingungen für alle. Deshalb sage ich NEIN zum Bebauungsplan „Sagenmatt“ und zur Anpassung des Bau- und
Zonenreglements. Ich möchte gleichlange Spiesse für alle!

Bernadette Kurmann, Sympathisantin IG „bauen statt klotzen“


Bei der „Sagenmatt“ wird getrickst und geschummelt

Auf dem ehemaligen AMAG-Areal in Ebikon wird uns ein durchlässiger Gebäudekomplex
mit unterschiedlichen Höhen, die unter jener der Nachbarbebauung liegen, versprochen.
Das ist eine beispiellose Untertreibung und führt den Stimmbürger hinters Licht. Tatsache ist, dass auf der „Sagenmatt“ ein gewaltiger Betonkoloss mit bis zu 29 Metern hohen Wohntürmen und durchgehenden Fassaden von über 110 Metern Länge entsteht. Damit ist die Überbauung „Sagenmatt“ höher, länger und viel wuchtiger als alle umliegenden Gebäude. Fehlerhafte Modelle und beschönigende Visualisierungen täuschen leider über diese Tatsache hinweg. Selbst die kommunale Planungs-, Umwelt- und Energiekommission kam zum Schluss: „In den Visualisierungen und Perspektiven sind die wuchtigen Bauhöhen nicht (oder schlecht) ersichtlich. Die Bauhöhen müssen gegenüber der Bevölkerung klar
visualisiert werden.“ Ehrlich wäre deshalb gewesen, die Volumen des Bebauungsplans vor Ort mit einem Baugespann auszustecken. Das hätte so manchen Ebikonern rechtzeitig die Augen geöffnet. Jetzt kann nur noch ein NEIN am 27. September den Sagenmatt-Grössenwahn stoppen.

Didier Lindegger, Umweltnaturwissenschafter ETH, IG „bauen statt klotzen“


Attraktiver Wohnraum am alten Garagenstandort

Ein Hauptargument zum NEIN bei der Weichle-Abstimmung war der Auszug des beliebten Migros M-Parc’s in die Mall. Bei der Sagenmatt ist es anders. Der Wegzug der AMAG-Garage war auch bedauerlich aber mit weniger Emotionen verbunden. Der Tausch ist ein Gewinn für künftige Mieterinnen, Eigentümer und auch für die Gemeinde. Auf der jetzigen Baubrache entsteht attraktiver Wohnraum für Ebikonerinnen und Ebikoner, Gross- und Kleinwohnungen für Familien aber auch Wohnraum für Singles und Paare in allen Altersphasen. Zudem realisiert die Bauherrin auf Wunsch aus der Bevölkerung an zentraler Lage neben Miet- auch erschwingliche Eigentumswohnungen. Und sie hat zugesichert, dass diese bevorzugt an Ebikonerinnen und Ebikoner verkauft werden. Die Nachfrage ist sehr gross. Viele ältere Einfamilienhausbesitzer würden Ihre Häuser verkaufen und könnten in Ebikon bleiben. Die Bebauung Sagenmatt passt sich in die bestehende Umgebung ein und trägt mit der sensibel gestalteten Fassade zur Attraktivierung des Dorfbildes bei. Die Offenlegung des Mühlebaches durch das ganze Areal so wie der öffentliche Durchgangsweg sind weitere positive Punkte des Projektes, welches mich überzeugt.

Beat Knapp, Unternehmer, Ebikon, Unterstützer-Komitee Ebikon gewinnt


Attraktiver Wohnraum am richtigen Ort

Mir liegt eine positive Entwicklung von Ebikon am Herzen. Attraktiver Wohnraum ist ein wichtiger Trumpf, den eine Gemeinde ausspielen kann. Das geplante Projekt auf der Sagenmatt überzeugt mich. Es ist optimal an den ÖV angebunden und sorgfältig in die Umgebung integriert. Der Mühlebach wird renaturiert und in die Aussenraumgestaltung des Quartiers einbezogen. Mit dem Mobilitätskonzept zeigt das Projekt einen Weg auf, wie die zunehmende Mobilität intelligent gesteuert werden kann. Das Projekt stellt den künftigen Bewohnern ÖV-Angebote, siedlungseigene Autos und Bikes zur Miete sowie effizient verwaltete Parkplätze zur Verfügung. Mut zu neuen und innovativen Lösungen. Das brauchen wir in Ebikon in allen Bereichen. Das Projekt Sagenmatt ist zukunftsgerichtet. Solche Beispiele sind wichtig. Sie zeigen den Weg in die Zukunft. Sie tragen zu einer positiven Aufbruchstimmung bei. Ebikon braucht diese Aufbruchstimmung. Deshalb empfehle ich den Bebauungsplan Sagenmatt zur Annahme.

Bernard Illi, Ebikon


Elterntaxi

Bei unseren regelmässigen Spaziergängen in den Hasliwald haben wir vor allem in der heissen Jahreszeit jeweils oberhalb vom Oberstufenschulhaus Hinterleisibach auf dem offiziellen Parkplatz parkiert. Wir haben den Aufbau des neuen, tollen Spielplatzes bewundert und den ersten Grilleuren eingangs Wald zugesehen. Eine wirklich gelungene Anlage. Gestaunt haben wir aber vor kurzer Zeit über eine neue Hinweistafel (Foto). Der Parkplatz ist jetzt an Schultagen aufgehoben. Nicht etwa weil er stört oder lärmt. Nein, weil er als Bring-/Abholzone für Elterntaxis benötigt wird. Wir haben unseren Augen nicht getraut. Es gibt doch zig Artikel von Fachleuten, von Aerzten, Erziehern und auch vom BfU warum die Kinder zu Fuss oder mit dem Fahrrad in die Schule sollen. Aber, so lange der Schulweg sicher und zumutbar ist, doch nicht mit dem «Elterntaxi». Mit der offiziellen Bring-/Abholzone fördert jetzt sogar die Gemeinde den Auto-Taxidienst von Eltern. Wir können den Parkplatzverlust für unsere Spaziergänge verkraften. Den Grund für den Wegfall eher nicht.

René Huber, Buchrain


Hochwasserschutz

Im Artikel «Es harzt noch immer mit dem Hochwasserschutz» vom 22.08.2020, welcher in
der LZ veröffentlicht wurde, wird vor allem von der Verbreiterung der Reuss geschrieben und dass viele Grundstückeigentümer damit nicht einverstanden sind. Ich und mein Mann
bewirtschaften in Honau einen Bauernbetrieb mit Weide-Beef und Kühen, welche während
der Vegetation täglichen Weideauslauf haben. Wir sind stark betroffene Landeigentümer
von diesem Projekt, da viel Weideland und Fruchtfolgeflächen verloren gehen. Für uns ist die sehr grossflächige Renaturierung existenzgefährdend, wie auch für weitere Bauernbetriebe in Gisikon und Root. Die Verbreiterung der Reuss wäre für uns zu verkraften. Bei uns ist ein Hochwasserschutz jedoch gar nicht nötig, da hier die Reuss genug Platz hat, um sich bei einem Hochwasser über die Ufer mehr Platz zu verschaffen. Es wären weder Menschen, Tiere noch Gebäude gefährdet. Diese grosszügige Renaturierung ist vom Kanton nur vorgesehen, um möglichst viel Geld vom Bund abzuholen. Dies auf Kosten von Existenzen! Da im Raum Emmen bis an die Reuss gebaut wurde und dort Land als Bauland verkauft wurde, ist dort für eine Renaturierung kein Platz mehr. Deshalb wird im unteren Teil dieses Projektes zu unseren Lasten kompensiert, obwohl wir keinen Hochwasserschutz benötigen. Im schlechtesten Fall droht uns die Enteignung unseres Landes, da wir offenbar rechtlich gesehen keinen Anspruch auf Realersatz haben. Für uns ist klar, dass es einen Hochwasserschutz braucht, dies wäre aber mit weniger Landverschwendung möglich. Diese Renaturierung vernichtet wertvolles, fruchtbares Kulturland (Fruchtfolgeflächen). Auf diesen Flächen werden gesunde Nahrungsmittel für unsere Region ökologisch und nachhaltig produziert. Wie die Coronakrise gezeigt hat, ist diese umweltbewusste und regionale Produktion von Nahrungsmittel sehr wichtig. Die geplanten Tümpel des Reussprojektes werden zu regelrechten Brutstätten von Mücken, welche eine Gefährdung für Menschen und Tiere sind. Für uns stellt sich auch die Frage, macht es Sinn 200 Mio. Franken Steuergelder in ein Renaturierungsprojekt zu investieren und bei wichtigen Bereichen wie Polizei und Bildung weiterhin massiv zu sparen? All dies und noch Weiteres sind Gründe, weshalb wir uns gegen dieses Projekt wehren. Dabei spielt die Verbreiterung der Reuss eine kleine Rolle.

Lotti u. Kaspar Kretz-Ineichen Honau


Sicherung und Kontrolle in allen Dimensionen

Genau wie Nationalrat Roland Fischer ist auch mir klar, dass es bei der Beschaffung neuer
Kampfflugzeuge nicht darum geht, dass sich die Schweiz allein gegen den Rest der Welt verteidigen kann. Es geht aber darum, dass sie Ihren eigenen Luftraum kontrollieren muss. Die Schweizer Flotte erfüllt diese Aufgabe täglich im Rahmen des Luftpolizeidienstes und interveniert bei Luftraumverletzungen. Hier ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Staaten gefragt. Wenn beispielsweise ein Flugzeug unbewilligt Europa durchquert, wird es von jedem Staat abgefangen und begleitet bis es im Luftraum eines anderen Staates ist. Die Schweiz muss in der Lage sein, diese Sicherung und Kontrolle eigenständig zu tätigen. So will es auch der verfassungsmässig festgelegte Verteidigungsauftrag, der besagt, dass die Schweiz eine Armee hat. Dazu gehört die Verteidigungsmöglichkeit in allen Dimensionen. Sollte es zu einem Ernstfall kommen, so ist die Schweizer Luftwaffe dafür ausgelegt, die Lufthoheit solange aufrechtzuerhalten, bis eine Lösung des Konfliktes auf diplomatischen Weg gefunden werden kann. Deshalb sage ich JA zur Beschaffung der neuen Kampfflugzeuge.

Rico De Bona

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