Leserbriefe KW26/27

Parzelle Rütihof Ebikon

Wie der letzten Ausgabe des Rontalers entnommen werden konnte, plant die Gemeinde Ebikon, die obere Parzelle Rütihof einem neuen Verwendungszweck zuzuführen. Neu soll dort eine Begegnungszone entstehen. Bei diesem Vorhaben gibt es einige Ungereimtheiten welche mir persönlich sehr sauer aufstossen: Obwohl die Begegnungszone der Allgemeinheit zugute kommen soll, wurde die Öffentlichkeit weder informiert noch überhaupt in den Planungsprozess dieser Begegnungszone mit einbezogen. Weiter wurden die auf diesem Areal befindlichen Kleingärten den bestehenden Pächtern auf Vorrat gekündigt, obwohl die Gemeinde für das Jahr 2020 überhaupt kein Geld budgetiert hat, um diese Begegnungszone zu realisieren. Erstellt die Gemeinde wieder eine Begegnungszone mit Spendengeldern und den Unterhalt kann sie dann nicht bestreiten? Beispiel Schmiedhofpark od. Spielhimmel. Zu guter letzt ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht klar, wie diese Begegnungszone ausgestaltet werden soll. Gibt es einen Naschgarten , eine Brätelstelle, einen Spielplatz oder schlussendlich sogar alles zusammen? Mir drängt sich der Verdacht auf, dass sich hier der Gemeinderat von Ebikon einen weiteren, ungeplanten Schnellschuss leistet.

Gabi Joller, Ebikon


Gemeindeinitiative «Einwohnerrat»

Bereits in meinem Leserbrief vom 23. April äusserte ich meine Sorge, wie die Öffentlichkeit
im Prozess Einführung eines Einwohnerrates in Ebikon einbezogen wird und wann die
politische Meinungsbildung gestartet werde. Die Zeit läuft davon… 
Schon viermal wurde die Einführung eines Einwohnerrates abgelehnt, zuletzt 2014. Damals
folgten fast 70 % der Stimmberechtigten der Empfehlung des Gemeinderates und lehnten die Initiative ab. Diese war mit Zustimmung aller Ortsparteien zustande gekommen – mit
Ausnahme der CVP. Die wählerstärkste Partei befürchtete hohe Kosten und Demokratieverluste. Ausgerechnet die CVP forderte dann im April 2019 eine offene
Diskussion über das Thema «Kommissionsmodell versus Einwohnerrat». Ein Initiativkomitee kam zustande, diesmal mit allen Ortsparteien. Die erste Hürde in Richtung Einwohnerrat wurde im September 2019 mit Annahme der Initiative in Form der Anregung übersprungen. Am 27. September 2020 wäre dann die zweite Hürde zu nehmen, nämlich abzustimmen, ob der Gemeinderat eine entsprechende Gemeindeordnung erarbeiten soll. An diesem Tag muss der Wähler noch über fünf eidgenössische und eine kantonale Vorlage abstimmen, Stoff für ausgiebige Debatten. Soll dabei das Thema Einwohnerrat nicht untergehen, braucht es genügend Zeit, ausreichend Information und Gelegenheit zur Diskussion – zumal dann, wenn eine Bevölkerung, die bisher stets mit Nein gestimmt hat, nun für den Einwohnerrat gewonnen werden soll.

Heidi Koch (parteilos)


Ist das Luzerner Theater für das Volk da oder
das Volk für das Theater?

«Wer ein Theater füllen will, bedient sich der Dramaturgie. Um es zu leeren genügt Ideologie (von Oliver Hassencamp)». Als ich diesen Satz gelesen habe, dachte ich sofort ans Luzerner Theater. Aus baulicher Sicht muss es erneuert werden, das ist klar sichtbar, und inhaltlich? Es scheint, dass sich die Verantwortlichen vor allem mit ihren Ideen verwirklichen wollen. Ob dies bei der Bevölkerung Gefallen findet, scheint sie nicht zu interessieren. Kultur muss in der Gesellschaft leben. Wäre das Luzerner Theater sehr erfolgreich, hätte grosse Nachfrage und würde es sich mit seinen Produktionen und Angeboten grösstenteils selber finanzieren, wäre es gut. Tatsache ist, dass der Steuerzahler etwa 20 Mio. (ca. 14 Mio. der Kanton Luzern und 6 Mio. die Stadt Luzern) von den 24 Mio. Umsatz finanziert, das ergibt ca. Fr. 300.00 je Ticket. Das ist sehr viel. Ein hoher Kantonsbeitrag rechtfertigt sich nur, wenn das Luzerner Theater nicht nur ein städtisches sondern ein kantonales Theater ist, sprich eine Ausstrahlung mindestens in den ganzen Kanton hat. Schauen wir jedoch die Besucherzahlen (bescheidene 62 700) sowie die Besucherherkunft an, müssen wir dies verneinen: ca. 46 % kommen aus der Stadt Luzern, ca. 19 % aus der Agglomeration und nur ca. 12 % aus dem übrigen Kanton. Es kann nicht von einer kantonalen Ausstrahlung gesprochen werden! Auch die touristische Wirkung ist mit 0.3 % Besucheranteil von Ausländern marginal. Das Luzernern Theater sollte fürs Publikum, die Zahler da sein und nicht nach der eigenen Verwirklichung streben – solange soviel vom Staat finanziert wird. Nun wurde gesagt, es seien verschiedene Varianten geprüft worden und die künstlerisch wie auch finanziell beste sei, wenn die drei Sparten noch etwas erweitert werden. Offenlegen kommt jedoch erst in Frage, wenn wichtige Entscheide bereits gefallen sind. Da müssen die Regierung und das Parlament sehr gut hinschauen. Es soll ein schönes neues Theater geben, das gefällt und vor allem gesehen
werden will! So würden die Finanzen automatisch besser ins Lot kommen.

Rosy Schmid, Hildisrieden

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