Erinnerungen mitnehmen und vorwärts schauen

Der ehemalige MParc und auch alle Gebäude der Landi stehen leer. Die Vergangenheit bleibt uns in Erinnerung. Wir sollten aber vorwärts in die Zukunft blicken, um an dieser Toplage direkt neben dem Bahnhof neue Qualitäten zu schaffen. Dabei sollten wir auch die Wohn-, Arbeits- und Lebenstrends von heute und der Zukunft miteinbeziehen. Die Initiatoren und die Gemeinde haben das beim Richtprojekt sorgfältig gemacht. Ebikon wird sich aufgrund der Mobilitätsanbindung nach Luzern-Zug-Zürich weiter entwickeln. Die Frage ist wo. Ich werde überzeugt JA stimmen, weil es raumplanerisch Sinn macht, ein bebautes und leerstehendes Areal Mitten im Zentrum am Bahnhof verdichtet aufzuwerten. Sonst bleiben wir bei der Zentrumsentwicklung für Jahre stehen und an dezentraleren Orten wird gebaut. Dies führt dann wiederum zu Mehrverkehr auf den Strassen.

Kurt Sidler; Ebikon

Keine weitere Ruine im Zentrum von Ebikon

Die Gemeinde Ebikon hat eine sehr lange Kantonsstrasse. An dieser befinden sich viele alte Gebäude und Gewerbebauten. Wer beispielsweise von ausserhalb nach Ebikon kommt, um einen Fasnachtsanlass zu besuchen oder Fussball und Tennis zu spielen, sieht den Balastbau, die Bauruine im Risch oder den sanierungsbedürftigen Löwen. Das ist nicht förderlich für das Image. Mit dem Richtprojekt „Qube“ hat die Genossenschaft Migros Luzern während Jahren zusammen mit der Gemeinde ein Richtprojekt an bester Lage neben dem Bahnhof entwickelt. Ich habe viele Jahre für die Migros gearbeitet und bin heute noch überzeugt von den Werten wie soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit. Diese sind auch beim Richtprojekt eingeflossen. Mit einem JA zum Bebauungsplan Weichle wird wenigstens ein Areal in Ebikon aufgewertet. Ansonsten werden dort vermutlich Occasionsautos verkauft und Waren gelagert bzw. mit viel Verkehrsaufkommen transportiert.

Reto Wymann, Präsident Näbelhüüler Äbike und Äbiker Wageborg

Ein Ja bringt Ebikon weiter

Mit einem JA zur Umzonung und zum Bebauungsplan Weichle/Qube sagen wir JA zu einem zukunftsgerichtetem Projekt, zu einer Überbauung mit städtebaulichem Charakter. Verdichtetes Bauen in unserer Gemeinde mit einer optimalen Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr (Bahn/Bus) bietet sich an dieser zentralen Lage an. Die vorgesehene Überbauung mit einem Hochhaus verleiht unserem städtenahen Dorf mit urbaner Entwicklung einen besonderen Charakter. Hochhäuser gehören in den Agglomerationsgemeinden Emmen, Horw und Kriens schon längst zum Landschaftsbild.
Wohnen und arbeiten im Zentrum ist erstrebenswert und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, zu den bereits vorhanden rund 7‘000 , ist erwünscht. Auf dem „umstrittenen“ Gelände Industriebetriebe anzusiedeln, ist nicht der richtige Ort und würde zu viel mehr Verkehr führen als die vorgesehene Nutzung. Vielmehr eignet sich dort die Verbindung von Wohnen und Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben, wie es der Bebauungsplan vorsieht. Dies hat auch auf die Steuereinnahmen eine positive Wirkung. Mit einem JA zu Weichle/Qube stärken wir die „Rontalmetropole“ und überlassen die unaufhaltsame Entwicklung nicht dem unteren Rontal. Mit einem JA zur Teilzonenplanänderung und zum Bebauungsplan Weichle bringen wir Ebikon weiter.

Franz Busch, alt Gemeinderat / CVP & engagierter Äbiker

Leben im Quartier statt Schlafen im Dorf

«Mit solchen Grossprojekten wird Ebikon zur Schlafstadt – wir aber möchten ein lebendiges Dorf bleiben». So argumentieren die Gegner des geplanten Quartiers auf dem MParc-Areal. Nur: Ebikon ist heute schon kein «lebendiges Dorf». Das Leben findet in Ebikon nicht «im Dorf» statt, denn ein solches gibt es nicht. Wer auf dem Land leben will, zieht nicht nach
Ebikon. Ebikon ist eine urbane Agglomerationsgemeinde, in der das Leben in den Quartieren stattfindet. Und genau deshalb ist das geplante Quartier Qube auf dem MParc-Areal eine grosse Chance für Ebikon. Denn es bietet an gut erschlossener und zentraler Lage Wohnungen, die sich deutlich unterscheiden von den vielen gesichtslosen Neubauten, die in den letzten Jahren in Ebikon entstanden sind, ohne dass sich jemand dagegen gewehrt hätte. Jetzt entzündet sich der Widerstand am falschen Projekt. An einem Projekt, welches Ebikon ein Gesicht verleihen kann und welches den Weg in die Zukunft weist. Verkehrsberuhigt, ökologisch, gut durchmischt und mit hoher Aufenthaltsqualität. Ein Bauprojekt, das eine Aufwertung einer Brache mit sich bringt, statt an anderer Stelle den letzten grünen Flecken zu verbauen. Ein Quartier, welches gut zu einer Gemeinde passt, die längst dem dörflichen Charakter entwachsen ist und sich dem Lauf der Zeit stellen muss, wenn sie in der Agglomeration Luzern nicht abgehängt werden will.

Jonathan Winkler, Ebikon

NEIN zu Weichle (MParc Areal)

Parkplätze sind Mangelware (siehe Fotos in „Myfacts.ch“). Mit dem Bebauungsplan Weichle sollen 340 neue Wohnungen entstehen. Pro Wohnung soll es aber nur 0.6 Parkplätze geben. Der Normbedarf beträgt aber 1 PP pro Wohnung und 10% Besucher-PP. Allein in der Überbauung Weichle werden durch die künstliche Verknappung der Parkplätze 170 Parkplätze fehlen. Weitere 260 PP werden zusätzlich in den nächsten 3 Überbauungen fehlen. Die Quartiere werden das Nachsehen haben, wenn am Feierabend 430 Autos ihre Runden durch die Quartiere drehen und einen Parkplatz suchen, weil Autos Realität sind und sich nicht in Luft auflösen können. Sie glauben es nicht? Sehen Sie sich den Fakten-Check im Internet „Myfacts.ch“ an! Sie werden staunen!

Dieter Zgraggen, Ottigenbühlring 11, 6030 Ebikon

Ja zum «Projekt Qube» am 10. Februar!

Die bevorstehende Abstimmung zum Bebauungsplan und zur Umzonung der «Weichle» ist für Ebikon wegweisend. Erkennbar nicht bloss an der medialen Aufmerksamkeit, sondern vermutlich auch an der Härte, mit welcher darüber gestritten wird. Eines ist jedoch klar: Das Projekt Qube ist aktuell das innovativste und vielversprechendsten Konzept im Rontal, vielleicht in der gesamten Region. Es liegt direkt neben Bahnhof und Bushub auf bereits
versiegelter Fläche, hat ein bereits gebautes, unterirdisches Parkhaus, weist eine der Zentrums-Lage angemessene Dichte sowie einen gewissen architektonischen Wert («Hosaya Schäfer») auf und hat strenge ökologischen Anforderungen zu erfüllen. Für lautes und produzierendes Gewerbe gibt es noch ausreichend Landreserven – etwa dort, wo einst das VBL-Depot hätte hinkommen sollen. Der Gewerbeanteil im Projekt Qube richtet sich denn auch nach der entsprechenden Nachfrage. Ebenfalls nicht unwichtig: Wenn die Strategie mit den wenigen Parkplätze nicht funktionieren sollte (man bedenke jedoch nur schon die ÖV-Anbindung, das Potential von Sharing Economy an einem solchen Ort und autonome Autos zu einem späteren Zeitpunkt) und die Anforderungen mal gelockert werden müssten, wäre dies das einzige Quartier, das noch gebaute Parkplätze in Reserve hätte! Verfallen Sie bitte nicht dem Argument, man könne später immer noch bauen und habe es deshalb nicht eilig. Wenn nicht hier gebaut wird, dann wird anderswo im Rontal eine weitaus schlechte angebundene Parzelle mit weitaus geringeren Vorgaben genutzt. Ein Dorf Ebikon, wie es die Gegner beschreiben existiert nicht mehr. Bei einem Nein am 10. Februar verliert die Gemeinde ein Leuchtturmprojekt und wird in ihrer Entwicklung um Jahre zurückgeworfen. Nutzen Sie ihre Stimme und stimmen Sie für Aufbruch statt Stillstand!

Janik Steiner, Mitglied Controlling-Kommission Ebikon, Vorstand GLP Rontal

Ja zu einem autoarmen Weichle-Park

Ebikon ist kein Dorf mehr. Der Urbanisierungsprozess lässt sich nicht aufhalten. Aber er
lässt sich steuern. Die Steuerung erfolgt durch qualitativ hochwertige Bebauungspläne
und Projekte wie das Projekt „Qube“ der Migros. Ebikon wird sich in den nächsten 20 Jahren von einem Dorf zur Stadt entwickeln – ob man will oder nicht. Und Städter fahren
wenig Auto. Gemäss Lustat, dem Kompetenz- und Dienstleistungszentrum der öffentlichen
Statistik im Kanton Luzern, „sind in der Stadt Luzern bereits heute mehr als 4 von 10
Haushalten autofrei, Tendenz steigend“. Deswegen sind 0.6 Parkplätze pro Wohnung für das Projekt Qube genug. Besonders an dieser besten Zentrumslage: Zwischen der Bushaltestelle der künftigen 1er-Linie und dem Bahnhof, von wo man in rund 10 Minuten nach Luzern oder Rotkreuz gelangt.

Mailin Scherl, Ebikon

Auf Migroswerte bauen

Ebikon ist das Zentrum des Rontals und die Nachbargemeinde der Stadt Luzern. Unsere Gemeinde hat sich in den letzten 60 Jahren, auf die ich zurückblicken kann, mit dem Zuzug von SCHINDLER  stark entwickelt. MIGROS packte die Chance und erwarb Bauland und verwirklichte  Projekte: Ladengasse, Do-it im Risch, M-Park mit Tankstelle und der „Mall“.  Diese Entwicklung geht weiter… Die Konzentration bei SCHINDLER führte soeben gut sichtbar zum Ausbau deren Verwaltung mit Verbleib in Ebikon mit guten und anspruchsvollen Arbeitsplätzen! Wer so plant, weiss auch mit nicht mehr  benötigtem Land oder Anlagen umzugehen. So kann Neues geplant entstehen. Jedes Unternehmen setzt dabei auf das Verständnis des Bürgers!  Die Abstimmung über den Bebauungsplan Weichle ist dabei eine wichtige Weichenstellung. Die Frage heisst: Wollen wir den Kopf in den Sand stecken und abwarten, was rings um uns herum passiert? Oder wollen wir die Entwicklung aktiv mitgestalten, unser Image verbessern und Ebikon noch attraktiver machen? Für mich ist die Antwort klar: Wir müssen die Zukunft gestalten. Am 10. Februar können wir mit der Zustimmung zum Bebauungsplan „Weichle“ die Weichen in Richtung Zukunft stellen. Das Areal liegt im Zentrum und ist optimal mit Bahn und Bus erschlossen. Hier Wohnraum zu schaffen ist die richtige Lösung. 40 Jahre lang war ich in verschiedenen Funktionen mit der MIGROS verbunden. Als Mitbesitzer ( siehe TV-Werbung: „die MIGROS gehört uns“) und 20 Jahre als gewählter Genossenschafts-Rat wurde lokal und für die Schweiz viel geplant und verwirklicht, so zB.  Publick-Golf-Plätze. Deshalb vertraue ich auch heute darauf, dass MIGROS auch bei der schrittweisen Realisierung des Quartiers „Weichle“ die bewährten MIGROS-Werte zusammen mit Schweizer Investoren ins Zentrum stellen wird. Ich empfehle aus Überzeugung zum Bebaungsplan Weichle JA zu stimmen.

Werner Heule, Ebikon

Ja zu einer gemischten Nutzung an bester Lage –
Ja zum Weichle-Park

Die Gegner des Qube-Projekts hängen Vorstellungen nach, welche durch die heutige Situation in Ebikon bereits als utopisch zu bewerten sind. Sie wollen anstelle des innovativen Projekts Qube eine gewerbliche Nutzung des Weichle-Areals. Bereits heute ist es schwierig Gewerbefläche im Zentrum nahtlos zu vermieten und attraktive Flächen stehen lange, teils Jahre, leer. Diese Entwicklung liegt begründet im Verhalten der Konsumenten und ist durch neue Gewerbefläche nicht zu übersteuern. Mit einem Ja zum Weichle-Park wissen wir, was wir erhalten – mit einem Nein riskieren wir eine weitere «Gewerberuine» für Jahrzehnte, wie wir sie in Ebikon schon kennen oder es gibt eine Zwischennutzung als Logistikzentrum – was unerwünschten Mehr- und Schwerverkehr bringt. Die Gegner glauben, dass sich auf dem Weichle-Areal produzierendes Gewerbe ansiedeln lässt. Produzierendes Gewerbe? Eine Fabrik? Produzierendes Gewerbe gehört nicht in die Kernzone, nicht in die beste Zentrumslage. Ausserdem ist der Boden an dieser Lage für produzierendes Gewerbe viel zu teuer. Und was will das Gewerbe mit den 500 Parkplätzen in der bereits bestehenden Tiefgarage anfangen? Angestellte mit dem Auto zur Arbeit kommen lassen, wo doch das Weichle-Areal perfekt an das ÖV-Netz angeschlossen ist? Wussten Sie übrigens, dass die Steuererträge von juristischen Personen – also vom Gewerbe – in Ebikon nur einen Bruchteil der Steuererträge von natürlichen Personen – also von Menschen – ausmachen? Natürliche Personen bringen somit der Gemeinde und dem bestehenden Gewerbe mehr. Der Weichle-Park eignet sich perfekt für eine gemischte Nutzung (Wohnen, Arbeiten, Kleingewerbe, Dienstleistungen) – aber nicht für eine Fabrik, produzierendes Gewerbe oder ein Logistikzentrum. Deswegen stimme ich Ja zum Weichle-Park.

Daniel Kilchmann, Geschäftsführer, Ebikon

Bebauungsplan „Weichle“ – Weniger Angst, mehr Zuversicht!

Ängste prägen zunehmend unsere Gesellschaft und werden gezielt geschürt. Dies ist auch
im Vorfeld der Abstimmung zum Bebauungsplan Weichle (MParc-Areal) in Ebikon nicht
anders: Angst vor Bevölkerungszunahme, vor zu viel Verdichtung. Angst, ein neues
Schulhaus bauen zu müssen oder eine Passarelle über die Hauptstrasse. Angst vor mehr
Verkehr, oder vor zu wenigen Parkplätzen. Angst vor einem Hochhaus. Freuen wir uns doch
stattdessen auf ein innovatives Quartier, welches das Ebikoner Zentrum attraktiver machen
wird. Denn eine Angst teile ich: Vor einer jahrelangen Brache mit leerstehenden und halb
abgebrochenen Gebäuden. Deshalb: Weniger Angst, mehr Zuversicht und ein mutiges JA
zum Bebauungsplan Weichle!

René Friedrich, Präsident FDP Ebikon

Ebikon aufwerten 

Das Rontal ist eine aufstrebende Region mit Ebikon als Zentrum. Wichtig ist, dass die damit verbundene  Entwicklung richtig gesteuert wird. Aktuell muss das Areal Weichle einer neuen Nutzung zugeführt werden. Aufgrund der zentralen Lage in unmittelbarer Nähe vom öffentlichen Verkehr ist die Umnutzung zum Wohnen die einzig richtige Lösung. Mit der Realisierung eines belebten neuen Quartiers wird Ebikon aufgewertet. Damit ist ein Imagegewinn verbunden. Es wird ein Impuls gesetzt, der dazu führen wird, dass auch bestehende ältere Wohnhäuser erneuert werden. Bei einer Ablehnung des Bebauungsplanes Weichle müssten wir in den nächsten zehn Jahren zusätzlich zum Ballastbau mit einem neuen brachliegenden Schandfleck leben. Und ein weiteres Loch entstünde mit dem Abriss des Do-it yourself. Das Image von Ebikon würde zusätzlich leiden. Sicher ist, dass mit einer solchen Entwicklung auch die finanzielle Situation nicht verbessert werden könnte. Also, packen wir die Chance und lenken wir mit einem JA zum Bebauungsplan Weichle die Entwicklung der Gemeinde Ebikon in eine zukunftsorientierte Richtung.

Ruedi Kaufmann, ehemaliger Gemeinderat Ebikon

Nein zur Zersiedelungsinitiative

Nachdem das Schweizer Stimmvolk 2013 die Revision des Raumplanungsgesetzes
deutlich mit rund 63 % (im Kanton Luzern über 68 %) angenommen hat, wird die
Bautätigkeit heute schon stärker kontrolliert. Es ist gesetzlich verankert, dass der
Boden haushälterisch genutzt und die Landschaft geschont wird. Die vom Bundesrat
zu genehmigenden kantonalen Richtpläne begrenzen die Bauzonenfläche. Für den
Kanton Luzern wurde der Richtplan bereits genehmigt. Ein moderates Wachstum
muss weiterhin möglich sein. Nebst dem Bevölkerungswachstum spielen auch die
persönlichen Wohnträume, der demografische Wandel sowie die wirtschaftliche
Entwicklung eine Rolle. Deshalb braucht es eine gewisse Flexibilität und keine allzu
starren Regelungen. Zudem will wohl kaum jemand die Ansiedlung von Unternehmen
verhindern. Die Annahme der überflüssigen Initiative könnte vielmehr kontraproduktiv wirken; dann nämlich, wenn sich die Bautätigkeit da konzentriert, wo es noch Bauland gibt,
also in abgelegenen Gebieten. Dann hätten wir Zersiedelung pur und müssten für die
Erschliessung wiederum wertvolles Land aufgeben. Und das ist wohl in niemandes Interesse. Wir bewegen uns schon heute in die richtige Richtung, deshalb NEIN zur schädlichen und unnötigen Zersiedelungsinitiative.

Heidi Scherer, Kantonsrätin FDP.Die Liberalen, Meggen

Radikale Bausünden eindämmen; ja zur Zersiedlungsinitiative!

Jede Sekunde wird in der Schweiz fast ein Quadratmeter Boden überbaut. Die Zersiedlung schreitet unaufhaltsam voran. Der Haupttreiber ist dabei die Zuwanderung und nicht die seit knapp 10 Jahren stagnierende Prokopfwohnfläche. Für jeden neuen Einwohner müssen nebst Wohnung auch Strassen, Parkplätze und andere Infrastruktur bereitgestellt werden. Am 09. Februar 2014 hat gerade auch deshalb eine Mehrheit der Schweizer Stimmbürger das Volksbegehren „Gegen Massenzuwanderung“ angenommen, welches eine links-„bürgerliche“ Allianz im Parlament nicht umgesetzt hat. Nun fünf Jahre später gilt es die Initiative „Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ zu unterstützen, um wenigstens unser Kulturland etwas mehr zu schützen. Sollte unser Parlament diese Initiative (bei einer allfälligen Annahme) bis zur Unkenntlichkeit verwässern, fällt vielleicht auch bei einigen linken Politikern der Groschen, dass Volksentscheide immer umzusetzen sind. Eine Abstimmungsvorlage ist an der tatsächlichen Notwendigkeit zu messen, unabhängig von der eigenen Parteipräferenz. Wer griffige Massnahmen gegen die Zersiedlung für unnötig hält, soll einen Spaziergang durch die Luzerner Agglomeration machen. Die Bausünden der 60er und 70er Jahre erleben gerade ihre „modernisierte“ Renaissance. Radikal ist die Verschandelung unserer Landschaft und bestimmt nicht die Zersiedelungsinitiative.

Beda Engel, Kantonsratskandidat SVP Meggen

Zersiedelung stoppen

In der millionenschweren Gegenkampagne zur Zersiedelungsinitiative äussert sich
der Schweizerische Gewerbeverband wie folgt: „Ein falsches Instrument zum
falschen Zeitpunkt.“ Dass sich der Gewerbeverband für die Baulobby einsetzt ist
nachvollziehbar, aber es gibt noch andere Interessen als Beton und Profit. Laut einer
aktuellen Studie der UBS werden bis Ende 2019 in der Schweiz 80`000 Wohnungen
leer stehen. Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, um die Zersiedelung der Schweiz
zu stoppen? Wenn noch mehr Wohnungen leer stehen und unser Land zubetoniert
ist? Weiter behaupten die Gegner die Initiative sei zu radikal und das Bauen in der
Schweiz werde verunmöglicht. Beides stimmt nicht. Stand heute hat die Schweiz 400
Km 2 eingezontes Bauland. Baulandreserve also genug, um das künftige Bevölkerungswachstum für Jahre aufzunehmen. Selbst wenn diese Reserve einmal
aufgebraucht wäre, könnte weiterhin gebaut werden. Die Initianten verlangen ja,
dass künftig verdichtet gebaut werden soll, nämlich genau dort, wo zusätzlicher
Wohnraum in den Agglomerationen gebraucht wird. Nicht radikal, sondern ein griffiges Instrument gegen die Zubetonierung der Schweiz. Deshalb stimme ich mit Überzeugung ja zur Zersiedelungsinitiative.

Andreas Hofer, Kantonsrat Grüne, Sursee

Die Wirklichkeit ignorieren

Dass die Zersiedelung der vergangenen Jahre nicht so weitergeführt werden soll, hat das Schweizer Volk schon längst erkannt und deshalb der Revision des Raumplanungsgesetzes im 2013 zugestimmt. Das Anliegen der Initiative wurde also schon längst erkannt. Die Aussagen der Initianten, dass das Bauen so weitergehe wie bis anhin, ist schlicht nicht wahr. Seit der Abstimmung im 2013 wurden zahlreiche Massnahmen beschlossen und Gesetze geändert. Dieser Prozess braucht seine Zeit. Die Richtpläne mussten nach neuen Vorgaben angepasst werden und vom Bund genehmigt; der Kanton Luzern musste nachbessern. Aktuell sind einige Gemeinden an der Revisionen der Ortsplanung. Dies
braucht eine überlegte und professionelle Vorgehensweise. Wir wissen, dass es viele Fragestellungen und auch Widerstände gegeben hat und noch geben wird. Es ist nicht ganz einfach, die Bürger im Eigentum zu beschränken und den Gemeinden die Entwicklungsperspektiven zu begrenzen – auch wenn Zersiedelung auf den ersten Blick gut klingt. Die Initiative will noch mehr; einen krassen Stopp! Sie verhindert so eine sinnvolle Entwicklung und verknappte Güter erhöhen den Preis, den Preis fürs Wohnen, die Wohnungen werden noch teurer. Die Idee vom Handel von Baulandzonen kann das nicht verhindern, im Gegenteil und ist widersinnig. Soll das Wallis Bauzonen an die Stadt Luzern verkaufen? Man stelle sich das vor! Weiter wurden die Mehrwertabgabe auf Neueinzonungen, welche es vielerorts kaum noch gibt, und auf Um- und Aufzonungen eingeführt. Mit dem neuen Energiegesetz warten zusätzliche Herausforderungen beim Bauen. Die Wirkung der aktuellen Beschlüsse und Massnahmen, welche in der Umsetzung sind, müssen zuerst „verdaut“ werden, bevor man diese noch mehr verschärfen will.

Rosy Schmid, Hildisrieden