Ludwig Peyer, Fraktionschef CV

Nichts. So könnte die etwas spöttische Antwort auf die Frage lauten, was die Politik tun könne, um Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Natürlich ist das nicht mein Ernst. Denn ohne staatliche Leitplanken käme es nicht gut heraus. Aber auch hier gilt – genauso wie bei den Steuern – der bewährte Grundsatz: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Der Wirtschaftsmotor läuft dann, wenn die zentralen Rahmenbedingungen stimmen. Diese setzen sich aus einem Mix aus guter Bildung, akzeptablem Steuerniveau, ausgebauter Mobilität, guter Vereinbarkeit von Beruf und Familie, schlanker Regulierung und berechenbarer Politik zusammen. Die Akteure der Wirtschaft sollten getreu dem dem Grundsatz des Surseer Theologen Hans Küng «anständig wirtschaften». Diese Haltung wird denn auch tagtäglich von tausenden Gewerbetreibenden vorbildlich gelebt. Luzern ist mit dieser Kombination sehr gut unterwegs. Zudem muss sich die Politik bei jeder neuen Vorschrift fragen, ob es sie denn wirklich braucht. Leider schiessen wir Politiker da manchmal übers Ziel hinaus. Kluge Regulationen sind nötig, damit unsere Wirtschaft
weiterhin innovativ und sozial bleibt. Unkluge Regulationen sollte man hingegen sein lassen.


Andreas Moser, Fraktionschef FDP

Der Kanton Luzern braucht ein Umfeld, das es seinen Unternehmern erlaubt, ihre kreativen Ideen in die Tat umzusetzen. Ein wichtiger Beitrag hierfür ist der Abbau von bürokratischen Hindernissen und wettbewerbsverzerrenden Subventionen. Unsere Unternehmer sollen sich ihrem Kerngeschäft widmen können und sich nicht mit zahllosen Formularen herumschlagen müssen. Damit das Gewerbe weiterhin attraktive und sichere Arbeitsplätze für möglichst viele Luzernerinnen und Luzerner anbieten kann, muss die steuerliche Belastung für Unternehmen wie für Privatpersonen tief gehalten werden. Dies garantiert die vor Jahren eingeschlagene und bisher absolut erfolgreiche Luzerner Steuerstrategie. Jeder Franken, der nicht an den Staat abgegeben werden muss, kann in Innovation, in neue Arbeitskräfte und die Lehrlingsausbildung investiert werden. Das sichert volkswirtschaftlich
den Nachwuchs und bremst den Fachkräftemangel. Daneben sind gute Verkehrsverbindungen auf Strasse und Schiene matchentscheidend. Gewerbetreibende sind darauf angewiesen, dass sie schnell und sicher von A nach B kommen, statt stundenlang im Stau zu stehen. Ich bin überzeugt: Mit diesen Massnahmen bleibt der Werkplatz Luzern attraktiv.


Monique Frey, Fraktionschefin Grüne

Die Luzerner Volkswirtschaft ist stabil. Ich will deshalb nicht eine Wachstumseuphorie um jeden Preis, sondern ein qualitatives Wachstum. Die Zentren machen es vor: Sie haben eine hohe Lebensqualität mit guten Bildungseinrichtungen, Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten, ausgebautem öffentlichem Verkehr, abnehmendem Individualverkehr und attraktiven öffentlichen Räumen. Wirtschaftsförderung bedeutet also die Schaffung von
attraktiven Lebensräumen für Firmen und ihre Mitarbeitende. Da ziehen Firmen hin und wachsen dann dort, wo die Mitarbeitenden und ihre Familien gerne leben. So siedeln wir hochwertige Arbeitsplätze mit einer ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit an. Eine der grössten Herausforderung mit vielen Chancen und Risiken
stellt in den kommenden Jahren die Digitalisierung der gesamten Gesellschaft und damit auch der Wirtschaft dar. Einerseits entwickeln sich damit neue Technologien, die Umweltprobleme lösen helfen können, andererseits ist die traditionelle Arbeitswelt bedroht. Deshalb braucht es eine Wirtschaftsförderung, die diese Entwicklung proaktiv begleitet und in einem steten Dialog mit der Bevölkerung die Veränderungen zu deren Wohl mitgestaltet.


Michèle Graber, Fraktionschefin Grünliberale

Für unsere Wirtschaft ist der Zugang zu den internationalen Märkten entscheidend. Ich bin deshalb eine überzeugte Befürworterin des Freihandels, des bilateralen Wegs und des Rahmenabkommens mit der EU. Das Rahmenabkommen gibt Rechtssicherheit und trägt den Besonderheiten des Föderalismus und der direkten Demokratie Rechnung. Rechtssicherheit und funktionierende Märkte sind jedoch auch im Inland von grosser Bedeutung. Der Staat soll der Wirtschaft möglichst wenig Schranken auferlegen und einen gesunden Wettbewerb spielen lassen. Unternehmertum muss mit guten Rahmenbedingungen gefördert und nicht durch Bürokratie eingeschränkt werden. Der Verwaltungsaufwand ist durch Vereinfachung der Abläufe zu reduzieren. Gerade hier bietet die Digitalisierung Chancen. Eine grosse Herausforderung für die Wirtschaft ist der Fachkräftemangel. Dieser wird sich mit dem demografischen Wandel noch verschärfen. Ein erhebliches Potenzial besteht in der Arbeitskraft der gut ausgebildeten Frauen. Die Erziehung der Kinder soll mit der Berufstätigkeit für Männer und Frauen vereinbar sein. Deshalb sind für mich Tagesstrukturen und Teilzeitstellen ein zentrales familien- und wirtschaftspolitisches Anliegen.


Ylfete Fanaj, Fraktionschefin SP

Die Wirtschaftspolitik kümmert sich nicht nur um möglichst tiefe Steuern. Der Kanton Luzern ist kein Industrie-Kanton. Die wirtschaftliche Stärke unseres Kantons wird zu über 90 Prozent durch ein kleinstrukturiertes Gewerbe generiert, was uns ermöglicht, auf wirtschaftliche Schwankungen schnell zu reagieren. Diese Struktur gilt es zu stärken. Dazu brauchen wir ausgezeichnete Schulen: Zum einen die Berufsfachschulen, denn das duale
Bildungssystem ist der Schlüssel für gut ausgebildete Fachkräfte. Zum anderen die Hochschulen, die der Wirtschaft Impulse aus Forschung und Entwicklung geben. Der Kanton als Eigner der Luzerner Kantonalbank muss dafür sorgen, dass dem einheimischen Gewerbe günstige Kredite garantiert werden. Aufgrund fehlender Kredite an KMU sind
Investitionen für die notwendige technologische Innovation bereits heute rückläufig. Mittelfristig wird dadurch die Konkurrenzfähigkeit unserer Unternehmungen massgeblich geschwächt. Die Politik im Kanton muss die einseitige Sichtweise auf die Steuerpolitik erweitern: Durch eine starke Bildung und gute Bedingungen für Investitionen schaffen wir die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum und damit für sichere Arbeitsplätze.


Urs Dickerhof, Fraktionschef SVP

Innovative und erfolgreiche Unternehmen schaffen in einer freien Marktwirtschaft Wohlstand und Arbeitsplätze. Dafür braucht es aber optimale Rahmenbedingungen wie zum Beispiel wenig Bürokratie und tiefe Steuern. Dank unseren schweizweit tiefsten Unternehmenssteuern entwickelt sich im Kanton Luzern nicht nur eine starke Wertschöpfung, sondern auch ein gesundes Stellenwachstum. Die freie Marktwirtschaft hilft den Menschen ihren Lebensunterhalt selbst zu finanzieren und bei der Ausübung der Arbeit eine hohe Wertschätzung zu erhalten. Durch Steuergelder aus der Wirtschaft kann der Staat mitgestalten und im Gegenzug in Infrastrukturen, Sozialwesen, Sport und vieles mehr investieren. In erster Linie geht es darum, dass unsere Arbeitsplätze gesichert werden und nicht in andere Kantone abwandern. Dadurch kann, vor allem in den KMU, die duale Berufsbildung gesichert, gefördert und gestärkt werden. Nur mit gut funktionierenden Unternehmen können die Sozialwerke gesichert werden, denn andere Arbeitgeber haben wir nicht. Klar ist: Eine erfolgreiche Wirtschaft schafft Arbeitsplätze und regt den Konsum an. Je mehr wir davon im Kanton behalten können, umso mehr profitiert die Allgemeinheit.