Fehlende Sorgfalt bei der Regionalzeitung «rontaler»?

Aufmerksame Leserinnen und Leser haben den Fehler im Artikel mit Pädi Widmer in unserer letzten Ausgabe sofort bemerkt: Statt «unfallfreie» steht da «unfallreiche» Badesaison. Das ist natürlich gerade verkehrtrum und sicher nicht im Sinne des umsichtigen Bademeisters der Rotseebadi. 

Wie kann es überhaupt zu einem so sinnverdrehenden Fehler kommen? Weshalb hat das auf der Redaktion niemand bemerkt? Liegt es an der fehlenden Sorgfalt?

Um zu verstehen, wie und warum solche Textfehler passieren und (häufig) auch unbemerkt bleiben, hilft es, sich unser Leseverhalten vor Augen zu führen. In der Rubrik «Lesen» findet sich auf Wikipedia folgender Hinweis: «Grundsätzlich wird beim Lesen nur ein kleiner Teil der vorhandenen Buchstaben scharf erfasst. Das Hauptkriterium für das Erfassen von Text ist die Wiedererkennung von ganzen Wörtern bzw. Wortgruppen (nur Kinder, die das Lesen erlernen, lesen Buchstaben um Buchstaben). Die Wortgruppen können deshalb vom Leser als Ganzes erfasst werden, weil sie zum grössten Teil als Bild inklusive Bedeutung bekannt und abgespeichert sind. So wird die Lesegeschwindigkeit signifikant erhöht.»

Schreiberlinge – Journalisten und Redaktoren – sind sich das schnelle Lesen gewohnt. Sie müssen es, weil sonst die Zeitung nicht oder nur mit grosser Verspätung herauskommen würde. Und genau hier kann – trotz aller Sorgfalt – der Fehlerteufel zuschlagen (wegen dieser teuflischen Eigenschaft heisst er ja auch so!). Steht da auch Buchstabe für Buchstabe «unfallreich», erwartet unser Gehirn jedoch eine «unfallfreie Badesaison». Denn nur das macht im Kontext Sinn. Und weil wir beim (schnellen) Lesen eben nur ganze Wörter oder sogar nur ganze Wortgruppen erfassen, die in unserem Gehirn bereits (korrekt) abgespeichert sind, bleibt der Fehler unerkannt. Verursacht hat das Durcheinander vermutlich der Untertitel. Da steht nämlich «13. Saision erfolgreich – dank überdurchschnittlich gutem Sommer». Also «reich» und «frei»! 

Redaktion rontaler

Text verstehen

Das Girhen des Mnesechn ist wilirkch fiasnizenerd. Als Kdenir lrenen wir, aus Bchutseban Wrtöer zu bleidn und Wertör zu geaznn Szteän zsaumenmzüguefn. Und das mgölchsit fherleferi. Deabi rchiet es ttasilchäch aus, wnen der etsre und der Izette Baustbche an Ort und Sielte ist. Wir knöenn den Txet leesn und vretsheen. Spätestens beim zweiten Anlauf.

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