Ich lach mich tot

Oder lach ich mich lebendig? Humor ist die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, sowie den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit Gelassenheit zu begegnen. Es gibt ihn in unzähligen Erscheinungsformen. Immer verbindet man ihn mit Lachen und Heiterkeit, doch selten ist man sich bewusst, dass die «verborgene Quelle des Humors nicht Freude, sondern Kummer ist» (Mark Twain). Das Wort «Humor» stammt aus dem Lateinischen und bedeutet «Feuchtigkeit». Der Begriff verweist zwar eigentlich auf Galens Temperamentenlehre: Choleriker, Melancholiker… – Sie wissen schon. Mir kommen jedoch noch andere Zusammenhänge in den Sinn: Feuchtigkeit ist lebensspendend. Der Mensch besteht ja bekanntermassen bis zu 70 Prozent aus Wasser. Er erfüllt aber auch die Funktion eines Schmiermittels, wenn wir schwierige Tatsachen durch die Humor-Brille betrachten, reiben wir uns weniger an der Realität auf. Er führt zu einer höheren Schmerz- und Stresstoleranz, mehr Kreativität und kann zur Verbesserung von Beziehungen beitragen. Es ist also ungemein hilfreich, über dieses «Talent» zu verfügen. Doch was, wenn man eher mit dem Griesgram-Gen ausgestattet ist? Gemäss heutigen Kenntnissen kann man Humor trainieren, indem man sich beispielsweise fragt, was man selber als lustig erachtet und dann gezielt nach dieser Art von Komik Ausschau hält. Im Internet gibt es Witzeseiten wie aberwitzig.com oder witze.net. Vielleicht bringen Sie aber auch eher die Cartoons von Joshua Sauer (nichtlustig.de), Youtube-Videos von ungeschickten (Tier-)Babys oder die Nachrichten auf der-postillon.com zum Lachen? Ein schönes Beispiel für den humorvollen Umgang mit eigenen Defiziten liefert der Filmregisseur und Komiker Woody Allen: «Meine Reflexe sind miserabel. Einmal bin ich von einem Auto überfahren worden, das einen Platten hatte und von zwei Typen geschoben wurde.» Denn: «Sich selber auf den Arm nehmen gibt den besten Muskelkater» (Manfred Hinrich).

Ihre LiBella