Katholische Kirche im Kanton Luzern vergibt den
4. «Dank dir!»-Preis

Seit zehn Jahren treffen sich im «Cafe Grüezi» in Buchrain Menschen aus der Gemeinde und der ganzen Welt. Dafür wird das Integrationsangebot der Pfarrei und Kirchgemeinde jetzt mit dem 4. «Dank Dir!»-Preis der katholischen Kirche im Kanton Luzern ausgezeichnet.

«Pionierarbeit sei in Buchrain geleistet worden», stellt die Jury in ihrem Bericht fest. Das «Cafe Grüezi» sei entstanden, lange bevor «Asyl» zu einem die Politik bestimmenden Thema wurde. Und dies in einer gut situierten Gemeinde mit einem nur mittleren Ausländeranteil, in der es möglicherweise mehr Mut und Überzeugungsarbeit brauche, sich für Asylsuchende und Flüchtlinge einzusetzen.

Gewonnen! Käthy Ruckli, Hauptinitiantin des «Café Grüezi» vor zehn Jahren, freut sich mit ihrem Team und den Gästen.  Bild Roberto Conciatori

Stellvertretend für viele Kirchgemeinden

Der 4. «Dank Dir!»-Preis macht am Beispiel Buchrain stellvertretend sichtbar, was in vielen Luzerner Kirchgemeinden und Pfarreien geschieht: Frauen und Männer setzen sich selbstverständlich und im Stillen für Menschen ein, die auf der Flucht in ihrer Gemeinde gestrandet sind. Das «Cafe Grüezi» will ihnen hier eine Ahnung von Heimat verschaffen. Getragen wird es von der katholischen Kirchgemeinde, beteiligt sind die reformierte Kirche und der «Frauenimpuls» Buchrain.

Aus aller Herren Länder

Im Pfarreisaal findet monatlich am Montagnachmittag ein Treffen statt. Bis 15 Personen nehmen daran teil und ein Dutzend Kinder. Es sind Asylsuchende, Flüchtlinge, Ausländerinnen und Ausländer, Zugezogene und Hiesige, sie kommen aus dem Irak, Iran, Sri Lanka, aus der Türkei, Eritrea, Vietnam, Angola, Burma, Syrien, dem Kosovo, aus Tunesien – und der Schweiz. Jeder Nachmittag steht unter einem Thema. Mal geht es um die Jahreszeiten, mal, ganz alltäglich, um die Abfallentsorgung oder die Hausaufgaben. Andere

Bei der Preisübergabe am 15. Mai vor der katholischen Kirche in Buchrain: Das «Café Grüezi»-Team und seine Gäste.  Bild Roberto Conciatori

Male stellen die Besucherinnen ihre Länder vor oder es wird getanzt. «Arbeit im Kleinen, die Grosses bewirken kann», schreibt die Jury über das Freiwilligen-Team mit Käthy Ruckli, Margrith Grüter, Corinne Moor und Ida Kaufmann-Hellwig. Diese und weitere Engagierte schenken Migrantinnen und Migranten immer wieder einige Stunden ihrer Freizeit. Sie hören zu und helfen durch den oft noch unbekannten Alltag. Durch das «Cafe Grüezi» kommen die Besucherinnen auch untereinander in Kontakt und können ein Netz von Beziehungen knüpfen.

Freiwilligenarbeit verdient Anerkennung

Die Landeskirche und der Seelsorgerat – sie schreiben den «Dank Dir! »-Preis aus – zeichnen seit vier Jahren Freiwillige aus, «weil ohne sie in Kirche und Gesellschaft wenig geht», wie Madeleine Strebei bei der Preisübergabe sagte. Sie ist Kirchmeierin von Römerswil, Mitglied des Seelsorgerats und der Jury. «Die einen setzen sich im Verborgenen ein, andere nehmen wir gut wahr», sagte Madeleine Strebel. «Wir sind überzeugt, dass die Freiwilligenarbeit grosse Anerkennung verdient.» Mit dem «Dank Dir!»-Preis soll oft als selbstverständlich wahrgenommenes Engagement öffentlich anerkannt werden.
Ohne Freiwilligenarbeit geht in der Kirche wenig, ist die Jury überzeugt. Unzählige Frauen und Männer jeden Alters setzen sich darin freiwillig für die Gesellschaft ein.

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Nur «Dank Dir!» ist vieles möglich

Mit dem «Dank Dir!»-Preis zeichnen die katholische Kirche im Kanton Luzern und der kantonale Seelsorgerat seit 2014 jedes Jahr eine Gruppe öffentlich aus, deren freiwilliges Engagement Anerkennung verdient. In der Kirche wird viel uneigennützig für die Gesellschaft geleistet, sichtbar ebenso wie im Verborgenen. Der Kirche ist es wichtig, den Freiwilligen zu danken: Nur «Dank dir!» ist so vieles möglich, sagt sie ihnen. Der Preis wird vom katholischen Seelsorgerat des Kantons Luzern und der Landeskirche gestiftet.
Die Ministrantenschar von Hochdorf war 2014 Jahren die erste Trägerin des «Dank Dir!»-Preises, die «Handarbeitsstube» der Pfarrei St. Karl in Luzern wurde 2015 als zweite Gruppe damit ausgezeichnet. 2016 ging der Preis an Frauen und Männer, die Menschen mit einer Behinderung begleiten und betreuen. Für die Vergabe 2017 wurden zwölf Nominationen eingereicht. Der Preis wird jeweils als Überraschung – nicht angekündigt – überreicht. Er besteht aus einem Geldbetrag für einen gemeinschaftlichen Anlass sowie drei «Dank dir! »-Fahnen, die während eines Jahres vor Ort auf die Auszeichnung hinweisen. Danach werden sie dem nächsten Preisträger weitergereicht. In der Jury des «Dank dir!»-Preises vertreten sind der Seelsorgerat, der Synodalrat und der Fachbereich Pastoral der Landeskirche, die Bistumsregionalleitung sowie die Synode und eine Vertretung der letztjährigen Preisträger. Seelsorgerat und Landeskirche hatten im Winter dazu aufgerufen, mögliche Preisträgerinnen und Preisträgerzu nennen. Der Preis wird auch 2018 vergeben. Landeskirche und Seelsorgerat fordern die Pfarreien und Kirchgemeinden jetzt schon auf, sich Nominationen zu überlegen.