Bischof Felix Gmür hat am Samstag, 18. Mai, den Pastoralraum Oberseetal mit den Pfarreien Ballwil – Eschenbach – Inwil nach über eineinhalb Jahren der Vorbereitungen feierlich errichtet.

Aus der Presse konnte schon viel über die Idee und die Vorbereitungen für einen Pastoralraum Oberseetal erfahren werden. Die Projektgruppe «Pastoralraum LU 5» hatte sich mit der aktuellen und der zukünftigen Entwicklung der Pfarreien auseinandergesetzt.

Im Schreiben zum Werdegang des Pastoralraumes Oberseetal heisst es: «Sie (die Projektgruppe) beachtete dabei lokal Gewachsenes, etabliertes Wachstum und die vielfältigen Ansprüche und Vorstellungen der Pfarreiangehörigen. Bestehende Angebote wurden reflektiert, zukünftige Herausforderungen thematisiert und mögliche Wege der Zusammenarbeit evaluiert… In Schwerpunkten wurden Ziele formuliert, welche es in den nächsten Jahren umzusetzen gilt…»

Am Donnerstag, 4. April hatten die Präsidenten der Kirchenräte, Thomas Odermatt, Ballwil, Urs Schumacher, Eschenbach und Roland Birrer, Inwil, den öffentlichrechtlichen Vertrag und die Zusammenarbeit im Pastoralraum Oberseetal unterzeichnet.

Bereits ab dem 1. Mai konnte man ein Pastoralraum-Brot in den Bäckereien kaufen. Die Bäckereien Rosenegg in Ballwil, Brioche in Eschenbach und Hüsler in Inwil bieten dieses Brot auch in Zukunft an. Symbolisch soll das Brot ausdrücken, dass der Glaube ebenso zum Leben gehört wie auch die leibliche Nahrung.

Das Errichtungsfest am 18. Mai

Endlich war es soweit und Bischof Felix Gmür kam nach Eschenbach zur feierlichen Umsetzung des Projektes von der Theorie in die Praxis. Der feierliche Anlass begann am Nachmittag mit einem Sternmarsch der Pfarreiangehörigen der drei Orte mit einem Sternmarsch Richtung Hiltigwald. Dort erhielten die Wanderer eine kleine Stärkung und es kam zu vielen Kontakten und Gesprächen untereinander. Anschliessend begab man sich auf
den kurzen Weg zur Pfarrkirche Eschenbach, um dort den Bischof zu empfangen.

Pünktlich um 17 Uhr schritten der Bischof, die Geistlichen, Mitarbeiter der Pfarreien, begleitet von Ministranten, durch den Hauptgang der Kirche zum Chor. Stimmgewaltig wurde der Einzug unterstützt von den Kirchen-Chören der drei Pfarreien mit dem Lied «Singt dem Herrn ein neues Lied».

Der Pastoralraumleiter, Christoph Beeler-Longobardi, begrüsste den Bischof und alle Mitarbeitenden und Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes. Ministrantinnen hatten drei farbige Puzzleteile mitgebracht, welche die drei Gemeinden des Pastoralraumes darstellen. Diese wurden im Chor von den Mädchen zu einem Ganzen zusammengefügt, was gleichzeitig etwas lokale Geografiekenntnisse voraussetzte. Aber schlussendlich passten die Gemeindegrenzen exakt aufeinander.

In der frei vorgetragenen Predigt sprach der Bischof über die Nächstenliebe, welche zwar keines der 10 Gebote ist, aber trotzdem eines der zentralen Dogmen des Zusammenlebens darstellt. Die Mitarbeitenden traten zum Errichtungsakt in den Chor, wo Bischof Felix den Pastoralraum als offiziell errichtet erklärte und ihnen den Auftrag erteilte, in der Seelsorge mitzuwirken. Der Schwerpunkt wird auf die Diakonie gelegt, d.h. in erster Linie Dienst am Menschen, sei es im kirchlichen oder weltlichen Rahmen.

Nach der Eucharistie und dem Schlussgebet des Bischofs dankte Christoph Beeler-Longobardi allen Mitarbeitenden. Der Bischof gab seiner Freude Ausdruck über die Anwesenheit der Gemeindebehörden und deutete dies als Zeichen des guten Willens zur Zusammenarbeit.

Den Schluss prägten die Chöre mit dem eindrücklichen Magnificat, bevor Bischof Felix den Segen erteilte und die Orgel die Besucherinnen und Besucher aus der Kirche begleitete. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt Nach dem kirchlichen Teil folgte ein weltlich gemütlicher Ausklang im Lindenfeld-Schulareal. Die Musikgesellschaft Ballwil empfing die Gäste auf dem Schulhausplatz mit einladenden Klängen. Der Tisch war üppig gedeckt mit vielen Leckereien und auch durstig musste niemand bleiben. Ein Dank gebührt den Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus den drei Gemeinden, welche für einen tadellosen Service besorgt waren. Auch Felix Gmür mischte sich unter das Volk, stiess mit vielen an und zeigte sich von einer sehr freundlich-kollegialen Seite. Die Menschen schätzten diesen volksnahen Umgang.

Die Kirchgemeindepräsidenten, Roland Birrer, Inwil, Thomas Odermatt, Ballwil und Urs Schumacher, Eschenbach, richteten noch Worte an die Gäste und drückten ihre Ideen und Appelle zur Gestaltung der neuen Aufgaben im Pastoralraum aus. Der Ballwiler Gemeindepräsident, Benno Büeler, überreichte mit schalkhafter Miene den Präsidenten
der Kirchgemeinden einen Stachelbeeren-Strauch mit der Aufforderung, diesen im Jahresrhythmus weiterzugeben. Mit der Zeit würden die Früchte nämlich süss!

Auch die Vertreter der politischen Gemeinden und die Mitarbeitenden durften ein Geschenk
entgegennehmen. Ein spezieller Dank gebührte Sandra Enzmann, der Eschenbacher Kirchmeierin, welche den Errichtungsanlass organisiert hatte.

Bruno Bucher