Daniel Withalm arbeitet als Au Pair in Ebikon.

Seit Mitte August lebt bei der Familie Baumgartner in Ebikon ein Au Pair. Eigentlich nichts Aussergewöhnliches – ausser dass es sich nicht um eine junge Frau, sondern um einen jungen Mann handelt.

shab. Daniel Withalm (18) aus Lüdenscheid ist einer der eher seltenen männlichen Au Pairs. Mindestens kennt er in seinem Umfeld keine Kollegen, die sich für diese Aufgabe entschieden haben. Und so ist es auch wenig verwunderlich, dass er über eine Freundin auf die Idee kam, sich auf einer entsprechenden Internetseite anzumelden, als er im Laufe seines letzten Schuljahres nicht wusste, was er nachher machen wollte. Dass er in die Schweiz gekommen ist, war eher ein Zufall. „Ich war offen für viele Länder, aber hier hat der Kontakt am besten geklappt“, begründet er seine Wahl.

Spontane Zusage
Dies bestätigt auch Beatrice Baumgartner, die vor Daniel bereits ein weibliches Au Pair hatte. Da sowohl sie wie auch ihr Mann Teilzeit arbeiten, hatte sie in den Überschneidungszeiten eine Lösung für die beiden Kinder gesucht. Ein erster Versuch während zwei Monaten mit einer jungen Frau aus Polen hatte sehr gut funktioniert und so wollten sie es wagen, ein Jahresengagement einzugehen. Nach einer detaillierten Evaluation blieben schliesslich zwei Personen im Rennen: eine Frau aus Dänemark und Daniel aus Deutschland. Die Familie wollte beide kennenlernen und lud sie zum Schnuppern nach Ebikon ein. Während die Dänin zögerte, sagte Daniel spontan zu. Er fand sofort einen guten Draht zur Familie und vor allem zu den Kindern, weshalb Beatrice Baumgartner nicht mehr lange überlegen musste.

Staunen über Preise
Inzwischen hat Daniel bereits die ersten Tage hinter sich und gewöhnt sich langsam an die neue Situation, an der für ihn etliches neu ist. Aufgefallen sind ihm vor allem die Preise in der Schweiz. Sprachlich findet er sich gut zurecht, versteht die Schweizer Mundart problemlos und hat sogar schon einige Worte dänisch gelernt, der Muttersprache von Beatrice Baumgartner. Zu Daniels Aufgaben gehört vor allem die Betreuung des dreijährigen Lars und des knapp fünf Jahre alten Cyrill. Zudem hilft er im Haushalt, kocht auf eigenen Wunsch manchmal und geht gelegentlich einkaufen. Ob er seine Ausbildung – irgendetwas im sozialen Bereich – bereits im nächsten Sommer oder erst im übernächsten beginnt, entscheidet er im Laufe seines ersten Au-Pair-Jahres. Wenn es weiterhin für alle so gut stimmt wie am Anfang, hat er die Option, zwei Jahre zu bleiben.