BUCHRAIN – Schule lanciert Jugendprojekt «LIFT» zur Integration in die Arbeitswelt

Viele Jugendliche haben beim Übergang ins Berufsleben Mühe, meist ab der 7. Schulklasse zeichnet sich das ab. Hier setzt «LIFT» ein, indem Jugendliche frühzeitig erfasst werden. Durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit werden die Chancen der jungen Menschen rechtzeitig verbessert.

rowi. Sie gehören nicht zu den Klassenbesten, die Schule macht ihnen eher Mühe. Ihr soziales Umfeld kann sie beim Lernen oft nur ungenügend unterstützen, also trauen sie sich einen Platz in der Arbeitswelt kaum zu – und die Motivation sinkt. «Jugendliche, die beim Berufswahlprozess Mühe haben, sollten nach der obligatorischen Schulzeit nicht aufs Abstellgleis geraten», ist das erklärte Ziel des schweizweit bereits etablierten Projekts «LIFT». «LIFT» steht für Leistungsfähig durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit. Gewissermassen der Fahrstuhl nach oben.

Den Jugendlichen bessere Möglichkeiten bieten: Martin Odermatt leitet das von der Schule Buchrain lancierte Jugendprojekt «LIFT». Bild rowi.

Schule Buchrain lanciert «LIFT»

Im Rontal wird das 2007 von verschiedenen Stiftungen ins Leben gerufene Projekt nun von der Schule Buchrain lanciert. «Wir möchten Jugendlichen mit erschwerter Ausgangslage den Eintritt in die Arbeitswelt besser ermöglichen, ihnen Perspektiven und Chancen aufzeigen und sie auch bieten», sagt Martin Odermatt, Schulleiter Hinterleisibach. Er hat das Projekt dieser Tage anlässlich der Generalversammlung des Gewerbeverein Buchrain-Perlen den Gewerblern vorgestellt und ist gleichzeitig Ansprechpartner für interessierte Jugendliche und Firmen.

Mit «LIFT» besser Tritt fassen

Das Konzept liest sich einfach: Jugendliche ab dem 7. Schuljahr arbeiten bis zum 9. Schuljahr einmal pro Woche während ihrer Freizeit zwei bis drei Stunden in einem Betrieb mit. «Wir vermitteln diese Wochenarbeitsplätze in Industrie- und Gewerbebetrieben in der Region, hier machen die Jugendlichen positive, erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt», sagt Odermatt. Dabei verdienen sie ein Taschengeld und die Betriebe können ihre Sozialverantwortung aktiv beweisen. So wird eine interessante Konstellation geschaffen: Schüler und Schülerinnen erhalten einen praktischen Einstieg in die Arbeitswelt und gute Referenzen im Hinblick auf die Lehrstellensuche.

Auch Ebikon ist interessiert

Wie dieser Tage bekannt wurde, ist auch die Schule Ebikon an diesem Jugendprojekt interessiert. Wie Mathias Mühlemann als Berufswahl-Verantwortlicher an der Ebikoner Sekundarschule erklärte, wird das Projekt derzeit abgeklärt und demnächst lanciert.

Gute Erfahrungen in Rothenburg

Die planerischen Vorarbeiten haben in Rothenburg im ersten Semester des Schuljahres 2015/16 begonnen. Im Frühjahr 2016 sind die ersten zwei Schülerinnen und sechs Schüler freiwillig ins «LIFT»-Projekt eingestiegen. «Wie Rückmeldungen der Jugendlichen, der Eltern, der Betriebe und der Klassenlehrpersonen aufzeigen, ist <LIFT> für unsere Schule zu einem unverzichtbaren Teil der Schulkultur geworden», zieht Rektor Peter Kunz bereits nach einem Jahr eine ganz und gar positive Bilanz. Seit Februar 2017 sind nun weitere Lernende ins Projekt eingestiegen. «Ich bin von dem Konzept vollkommen überzeugt. Die anhaltende Motivation der Jugendlichen, ihr reiferes Verhalten, die positive Zusammenarbeit sowie die praktisch durchwegs guten Rückmeldungen der Partnerbetriebe freuen mich ausserordentlich», schreibt Rothenburgs «LIFT»-Projektleiterin und Lehrerin Luana Cuzzucoli im INFO-Rothenburg. Einen besonderes Dank widmet sie den Jugendlichen, «…die ihr den Mut, die Motivation und die Offenheit aufgebracht habt, diese Chance wahrzunehmen. Ihr könnt stolz auf euch sein». Solche Feedbacks zeigen doch: Das Projekt «LIFT» wird seinem Namen gerecht.

«LIFT» baut Brücken zur Arbeitswelt

Das 2007 gestartete Jugendprojekt wird heute an mehr als 150 Schulen in 21 Kantonen und 1500 Betrieben angeboten. Es steht für eine bessere Integration in die Arbeitswelt und verringert die Jugendarbeitslosigkeit. Die Geschäftsstelle in Bern fördert und koordiniert lokale «LIFT»-Einheiten in der ganzen Schweiz. Die Einführung des Konzepts wird mit einem engagierten Team in Zusammenarbeit mit lokalen Schulen und Behörden begleitet. rowi