Samstagmorgens um sechs Uhr aufstehen und in die Schule zu gehen, erscheint einem zunächst einmal als anstrengend, denn man hätte sicher viele andere Ideen zur Freizeitgestaltung gehabt.

So in etwa erging es auch den Lernenden des Gymnasium St. Klemens, sowie deren Musiklehrperson Patrik Bachmann. Nichtsdestotrotz trafen sich alle früh morgens voller Elan am Eingang des „Klemi“. Stefan Bregy, Leiter des Projektes «Das fahrende Tonstudio», hat nämlich grosses mit den Lernenden vor! Im Vorfeld hatten die angehenden Maturae und Maturi in Kleingruppen jeweils einen eigenen Blues komponiert und in Notenschrift ausnotiert. Diese Lieder sollten mit Hilfe von Stefan Bregy aufgenommen und bearbeitet werden, kurz: Wir lernen heute wie sich ein Tag im Tonstudio anfühlen kann.

In unserer gemütlichen Runde, aus Ergänzungsfach Musik Schülern des 4. Kurses bestehend, gab es eine kurzweilige Einführung in das Computerprogramm und die Grundlagen der Tontechnik. Aufgrund von Krankheitsausfällen musste sich eine Gruppe reformieren. Die übrigen Gruppen begannen damit insgesamt 5 Tonstudios in den separaten Räumlichkeiten des leeren Schulgebäudes zu errichten. Nachdem wir damit fertig waren, bekamen wir eine Unterweisung in das Programm «Ableton Live 9», mit dem wir Instrumente und Gesänge aufnehmen und die aufgenommenen Tonspuren bearbeiten konnten. Nun begaben sich alle wieder an ihre «Baustellen». Nach einer ersten kurzen Arbeitsphase, in der wir schon einen Teil der Instrumente für den Song aufgenommen hatten, wurde uns gezeigt, wie wir fehlende Instrumente mit dem Keyboard per MIDI-Kabel einspielen und sie in der Software in das gewünschte Instrument umwandeln können. Gegen Mittag waren bei fast allen Gruppen die wichtigsten Tonspuren der Instrumente eingespielt und wir konnten uns eine verdiente Mittagspause leisten. Gestärkt trafen wir uns wieder an der Schule und Stefan Bregy erklärte uns die Kompression, mit der wir unsere Stücke professioneller wirken lassen konnten. Der restliche Nachmittag wurde damit verbracht, den Gesang aufzunehmen, die Lieder zu verbessern, die Tonaufnahmen zuzuschneiden und Fehler auszubügeln. Nun wurde wieder alles abgebaut und zusammengeräumt. Schliesslich trafen wir uns wieder im Musikzimmer, um den Nachmittag in einer Gesprächsrunde zu reflektieren. Kommende Woche werden wir das eigene Stück vorstellen dürfen. 

Der Workshop war ein voller Erfolg. Unter der Leitung von Stefan Bregy und Patrik Bachmann wurde der Tag nicht langweilig. Wir haben einige neue Dinge gelernt und waren
gegen Ende sehr erschöpft. Das Leben eines Tontechnikers ist anstrengender als man zuerst meinen mag. Aber es besteht kein Zweifel, dass es uns Schülern Spass gemacht hat und man auf jeden Fall wieder an diesem Projekt mit Freuden teilnehmen würde.