INWIL – Die Eibeler Volksbühne bringt Vierakter «Laras Plan» zur Aufführung

Im Möösli in Inwil zieht es gewaltig. An einem bitterkalten Mittwochabend trete ich in die Halle und bin ziemlich irritiert, als ich beim schliessen der Tür den Wind heulen höre…

Als erstes blicke ich in die Gesichter meiner Kolleginnen und Kollegen des Theatervereins. Aber was ist denn das? Thomas Theiler, unser langjähriges Theatermitglied, trägt eine Augenklappe. Hat sich da etwa jemand eine Fasnachtsblessur zugezogen?

Herrliche Schauder

Die ersten Eindrücke täuschen mich zum Glück. Das Windheulen ist auf die täuschend echten Soundeffekte von Guido Schacher zurückzuführen. Er sitzt konzentriert am Tisch und verfolgt die Probe. Auch die Augenklappe stellt sich als Charakter untermalendes Accessoire heraus – Thomas hat die Fasnacht unversehrt überstanden. Weitere Anwesende sind neben den Schauspielern des EVB auch die Verantwortlichen der Technik, der Kostüme, die Regie sowie deren Assistenz und die Souffleuse. Was ich dann an der Probe zu sehen bekomme, hat es in sich. Obwohl der Mööslisaal hell beleuchtet ist, die Beteiligten ihre Alltagskleidung tragen und das Bühnenbild noch gänzlich fehlt: Regie und Spieler schaffen es bereits jetzt schon, Spannung zu erzeugen. Mich jedenfalls überkommen herrliche Schauder und ich amüsiere mich prächtig.

Junge Frau im Schlepptau

Die diesjährige Produktion heisst «Laras Plan» und stammt aus der Feder der Autorin Claudia Gysel. Ein Name, der intern beim EVB eine besondere Stellung hat, haben wir doch bereits das Stück «Manuel» von dieser Autorin mit grossem Erfolg uraufgeführt. Die Krimikomödie in vier Akten wird mit Geigenmusik zum dramatischen Erlebnis, wenn Eugen Hammerschmidt, ein sehr reicher, aber auch ein sehr alter Mann seinem Schicksal erliegt. Er lebt mit seiner zweiten geschiedenen Frau und seiner Schwester – welche beide alles andere als Engel sind – in seiner riesigen Villa, zusammen mit Privatsekretär, Butler und Chauffeur, seiner treuen Haushälterin und vielen weiteren Angestellten. Eines Tages kehrt er von einer Reise auf die Bahamas zurück und hat im Schlepptau eine wunderschöne junge Frau – seine Frau! Dass sie mindestens 50 Jahre jünger ist als er, stört Eugen nicht im Geringsten, schliesslich ist er noch recht wacker auf den Beinen und steht seinen Mann, aber seine nähere Umgebung ist natürlich schockiert. Man sieht bereits seine fortgeschrittene Altersdemenz, die Damen Hammerschmidt sehen ihr Erbe entschwinden, der Privatsekretär seine Kompetenzen beschnitten und nur die Köchin ist selig über das neue Glück ihres geliebten Chefs. Die junge Frau selber wirkt sehr geheimnisvoll, und natürlich glaubt ihr kein Mensch, dass sie Eugen aus reiner Liebe geheiratet hat. Bald nach ihrer Ankunft beginnen unerklärliche Unfälle, eine unglückselige Pechsträhne befällt die junge Frau und bald ist allen klar – jemand will die Erbin von Eugens 50 Millionen möglichst schnell ins Jenseits befördern…

Aufführungen im April

Ab dem 7. April werden Zuschauerinnen und Zuschauer in Inwil miterleben können, wie es durch alle Ritzen zieht. Die Eibeler Volksbühne bereitet sich vor auf ein weiteres unvergessliches Theatererlebnis. Die Aufführungsdaten: 13., 14., 18., 20. und 21. April jeweils um 20.15 Uhr im Gemeindezentrum Möösli, Inwil. Alle Informationen auch online unter www.evb-inwil.ch

Text und Fotos: Janine Spichtig

 

Technik, Regie, Kostümierung und Souffleuse bei den Proben.
Judith Sutter, Andreas Seiler, Sybille Meyerhans und Robert Züger.