Querbeet durch die Musikwelt

In der Kirche Rain, am Samstag, 19. Oktober und in der Kirche Root, am Sonntag, 20. Oktober 2019 gaben der Handharmonika Club Root Perlen und der No Name Chor Ballwil ein hochstehendes gemeinsames Konzert.

Nach einem noch belanglosen Gespräch zwischen dem Handharmonika Club Root Perlen (HCRP) und der Leiterin des No Name Chores(NNC), Margrit Leisibach Hausheer: „Chönnt me nid emol . . .“ wurde die Idee eines gemeinsamen Projekts langsam konkret.

Vokaler Einstieg

Der NNC stellte sich hinten und in den Seitengängen auf und nahm so das Publikum singend ins Schiff. „Ukuthula“ ein traditioneller Zulu-Song bat eindrücklich um Frieden, Glaube, Trost, Erlösung und Sieg in dieser arg gebeutelten Welt. Der Chor besteht seit 1993, wurde im Jahr 2000 ein Verein und wird seit über 25 Jahren von Margrit Leisibach geleitet. Ebenso ergreifende Momente schenkte „Indodana“, ein traditionelles südamerikanisches Trauerlied für acht Stimmen zur Kreuzigung von Jesus. Die Harmonien waren glasklar und gefestigt, selbst in den leisesten Pianostellen. Daneben war es totenstill in der Kirche. „Oh Danny Boy“ eine irisch-angelsächsische Ballade, drückte den Abschied von einem geliebten Menschen und dessen Wiederkehr aus. Auf drei Lieder aus dem letzten Konzert, wo es um „Human“, die Menschen geht, folgte „Bridge over Troubled Water“, die
vertrauenstärkende Brücke von Simon and Garfunkel.

HC – ein Hockeyclub? – Nein, ein Handharmonika Club!

Der 16-köpfige Handharmonika Club Root Perlen, gegründet 1931, spielt seit 2017 unter der Leitung von Nermin Tulic ein breit gefächertes musikalisches Repertoire, das für alle Musikinteressierten etwas bietet. Volkstümliche Musik aus allen Kontinenten, Unterhaltungsmusik aus allen Zeiten und Stilrichtungen, bis hin zur klassischen Musik in Originalkompositionen und für Akkordeon arrangierten Stücken, können konzertant dargeboten werden. Dass der aus Bosnien/Herzegowina stammende sehr talentierte Master of Music hervorragende Probe- und Aufbauarbeit leistet, war schon bei den ersten Akkorden im Konzert hörbar.

Im ersten Stück mit dem Chor bewies er seine solistische Fähigkeit und Virtuosität. „C`était le temps des fleurs“, die bekannte romantische Ballade, im Jahr 1968 von Dalida und mit dem englischen Text „Those Were the Days“, von Mary Hopkin gesungen, vermochte die Anwesenden zu begeistern. Die Erinnerung in einer Zeit des Nebels, der Trauer, der Angst, des Alters, an eine Zeit der Blumen, der erlebten Hochgefühle, kam in französischer Lockerheit unterstützt mit den Akkordeonklängen daher. Auch russische Elemente waren zu hören, war doch die Melodie ein russischer Schlager aus dem Jahr 1917.

„Kaukasische Nächte“ neben Bach und Mozart

Mit Freude sagte der Moderator Reto Solèr, den Teil des Akkordeon-Orchesters an: „Es ist doch wunderbar vor so grossem Publikum einiges zu zeigen, was mit dem Akkordeon möglich ist“. Ein Highlight war neben der „Air“ von J.S. Bach und den drei deutschen Tänzen von W.A. Mozart das Stück „Kaukasische Nächte“ von Manfred Probst . Gepfeffert, galoppierend, wie von Kosaken getanzt, aber auch lyrisch, landschaftsmalend, wirkte die Komposition im stimmungsvollen Raum. Von erotischer Leidenschaft sprühte der Libertango von Astor Piazolla, ein frei interpretierbarer Tanz. Es fehlte nur noch das argentinische Tango-Tanzpaar.

Den Konzertabschluss bildete das „Hallelujah“ des in Kanada geborenen Leonard Cohen. Vor allem bei diesem Stück beeindruckte, wie die zwei Klangkörper als ein Ganzes zusammenschmolzen.

Die Qualität der Darbietung verlangte mit Riesenapplaus eine Zugabe. Dem „Sto mi e milo“ aus Mazedonien, mit Chor a capella, schloss der Refrain des „Hallelujah“ an, wobei das Publikum eingeladen wurde mitzusingen. Mit einem guten Erlebnis bereichert durften die Zuhörenden sich nach Hause begeben.

eba

 

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