Die zehnte Zebi ist eröffnet. Bis am kommenden Sonntag präsentiert die Zentralschweizer Bildungsmesse 140 Berufe und stellt über 600 Weiterbildungsangebote vor. Die Zebi bietet Jugendlichen und Erwachsenen während vier Tagen die Chance, Vorstellungen von Berufsbildern und Ausbildungen mit der Realität abzugleichen

Geheimagent oder Prinzessin: Der Urner Bildungsdirektor Beat Jörg hat heute an der Zebi-Eröffnungsfeier über Traumberufe und Stereotypen in der Berufswahl gesprochen. Ein Aufruf an die Jugendlichen, an der Zebi ohne Vorurteile die vielfältige Berufslandschaft zu entdecken. Der Präsident der Zentralschweizer Bildungsdirektoren-Konferenz weiss, dass es Jugendlichen in der Berufswahl oft schwer fällt, «sich an ihren Neigungen, Fähigkeiten und Eigenschaften zu orientieren, weil Prestigedenken, Vorurteile und Rollenbilder eine echte Auseinandersetzung mit den realen Berufsbildern hemmen.» Umso wichtiger ist für den Urner Regierungsrat, dass Menschen, die einen Entscheid für eine Berufs- oder Weiterbildung treffen, auf Unterstützung zählen können. Eine solche bietet die Zebi: «Sie ist eine bedeutsame Gelegenheit, die Vorstellungen und Wünsche eines Berufs mit der Realität abzugleichen.»

Fakten sind für Berufswahl wichtig

Die wahrheitsgetreue Widergabe der (Berufs-)Realität ist an der Zebi zentral. Das unterstreicht auch Gaudenz Zemp, Präsident des Vereins Berufsbildung Zentralschweiz. «Die Wahrheit ist für Jugendliche zunehmend schwieriger zu erkennen», hält Gaudenz Zemp fest und führt aus, dass gerade auf Social Media oft nur das Perfekte gezeigt werde. Während in der virtuellen Welt der Wahrheit zum Beispiel mit Bildbearbeitung skrupellos nachgeholfen werde, spiele der wahrheitsorientierte Berufswahlprozess eine umso wichtigere Rolle: «In der 2. Sek sollen die schulischen und beruflichen Fakten möglichst objektiv auf den Tisch kommen.» Einen wichtigen Beitrag leiste da die Zebi, die an vier Tagen alle wichtigen Elemente zur Berufswahl an einem Ort zusammenbringe.

Ehrung der Zentralschweizer WorldSkills Teilnehmer

Den Prozess der Berufswahl erfolgreich durchlaufen haben die sieben Zentralschweizer, welche die Schweiz an den diesjährigen Berufsweltmeisterschaften vertreten haben. Gemeinsam mit ihren Nationalteamkollegen gewannen sie 20 Medaillen, 13 Diplome und drei Zertifikate. Damit belegte die Schweiz Rang 2 hinter China und erzielte das beste Resultat in der WorldSkills-Geschichte. Alleine die Zentralschweizer haben sich sechs Medaillen und ein Diplom gesichert. Keine andere Schweizer Region war so erfolgreich. «Wir sind eine KMU-Region und deshalb ist dieses Resultat eine ganz besondere Ehre», bilanziert der Direktor des Gewerbeverbands des Kantons Luzern, Gaudenz Zemp, der die erfolgreichen Zentralschweizer im Rahmen der Zebi-Eröffnung ehrte.

Hotel Schweizerhof-Lernender gewinnt Paul-Hürlimann-Preis

Abgerundet wurde die Eröffnungsfeier mit einer besonderen Ehrung: Der 23-jährige Langnauer Pascal Sidler wurde mit dem Paul-Hürlimann-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird vom Gewerbeverband des Kantons Luzern an handicapierte Berufsleute verliehen, welche unter erschwerten Bedingungen eine Lehre abschliessen. Der Gewinner 2017 leidet am sogenannten Pendelnystagmus. Seine Augen bewegen sich ständig hin und her, wodurch er einen bestimmten Punkt kaum fixieren kann. Pascal Sidler hat im Hotel Schweizerhof die Lehre als Hotelfachmann mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis abgeschlossen.

Zebi-Podiumsdiskussion im Livestream

Sowohl die Zentralschweizer WorldSkills-Teilnehmenden wie auch Pascal Sidler haben in ihren Berufen Ausserordentliches geleistet. «Die Zebi soll auch 2017 der Startschuss für berufliche Erfolgsgeschichten sein», sagt Messeleiter Markus Hirt. Die Jugendlichen haben die Chance, 140 Berufe zu entdecken. Dieses Jahr werden zum ersten Mal die Berufe Formenbauer, Fotografin und Podologe vorgestellt. Für Erwachsene werden zudem über 600 Weiterbildungsangebote präsentiert. Hinzu kommt ein umfassendes Rahmenprogramm mit Hintergrundinformationen und hilfreichen Tipps zu den Themen Aus- und Weiterbildung. Als Premiere kann die Podiumsdiskussion «Welche Matura passt zu mir?» am Samstag, 11. November 2017 um 14.00 Uhr auf zebi.ch im Livestream mitverfolgt werden.