Mit dem Trolleybus nach Ebikon

RBus der Linie 1 soll ab 2019 bis nach Ebikon fahren
RBus der Linie 1 soll ab 2019 bis nach Ebikon fahren

RONTAL – Die Region Luzern Ost mit dem Zentrum Ebikon ist ein bedeutender Entwicklungsschwerpunkt im Kanton Luzern. Eine zukunftsfähige Mobilität für Fussgänger, Velos, den öffentlichen Verkehr (öV) und den motorisierten Individualverkehr (MIV) ist unabdingbar. Deshalb realisieren die vier Partner Kanton Luzern, Gemeinde Ebikon, Verkehrsverbund Luzern und LuzernPlus in Zusammenarbeit mit der Verkehrsbetriebe Luzern AG bis 2020 koordinierte Projekte zur Optimierung des Gesamtver­kehrs. Die Betrachtung aller Verkehrsarten als Gesamtverkehrssystem erfolgt im neuen Gesamtver­kehrskonzept Luzern Ost. Am Montag wurde über die vorgesehenen Projekte orientiert.

«Zielsetzung und Terminplan sind sportlich» meinte Kantonsingenieur Rolf Bättig an der Medienorientierung vom vergangenen Montag. In der Tat: Bis Ende 2016 soll der Ausbau und die Erneuerung der Kantonsstrasse in Ebikon auf dem Abschnitt Schachenweidstrasse bis Schmiedhof abgeschlossen sein, siebeinhaltet auch bauliche Massnahmen für den öffentlichen Verkehr. Der Belagseinbau erfolgt 2017. 2018 wird im Rahmen der Erneuerung K17 der Abschnitt Schlösslistrasse bis Weichlenstrasse (Kreisel MParc) zur Grossbaustelle. Das Gesamtprojekt steht im Zusammenhang mit dem Zubringer Rontal. Hauptziel ist die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems, zentrale Grundlage zur Projektierung sind die Ergebnisse des Gesamtverkehrskonzepts. Gleichzeitig soll auch der Ortskern Ebikon aufgewertet werden.

Bushub Ebikon
Mit dem geplanten neuen öV-Angebot und der verstärkten Anbindung der Buslinien an die Bahn soll am Bahnhof Ebikon, auf der Achse Luzern-Zug, ein leistungsfähiger und attraktiver Verknüpfungspunkt Bahn-Bus entstehen. Dies geht einher mit dem Masterplan Ebikon, der eine Verbesserung der Vernetzung längs und quer zum Rontal sowie die Stärkung des Dorfzentrums vorsieht. Um das Dorfzentrum zu bele­ben, ist ein funktionierendes Zusammenspiel von Gebäuden, Strassen und Freiräumen eine Grundvoraussetzung. Das Bahn­hofsgebiet ist ein wesentlicher Baustein im Zentrum von Ebikon, der neue Bushub soll spürbar zur Attraktivierung des Gebiets Luzern-Ost und des Zentrums Ebikon beitragen. Die Realisierung ist für Oktober 2018 bis November 2019 geplant, die Eröffnung auf Dezember 2019, zusammen mit dem neuen Fahrplan. Die Kosten sind mit 6 Mio. Franken veranschlagt. «Mit allen Nebenkosten werden es etwa 10 Mio. Franken sein», erläutert Ebikons Baudirektor Peter Schärli. Die Planergemeinschaft setzt sich zusammen aus der SNZ Ingenieure und Planer AG Generalplaner, Verkehrsplanung) , der Homberger Architekten AG (Städtebau und Architektur) sowie der Hager Partner AG (Landschaftsarchitektur). 2017 wird den Ebikonerinnen und Ebikonern die Finanzierung des Bushubs Ebikon zur Abstimmung vorgelegt.

Verlängerung Trolleybuslinie 1
Die Trolleybuslinie 1 soll bis nach Ebikon und zur Mall of Switzerland verlängert werden – heute endet sie im Maihof an der Gemeindegrenze Luzern-Ebikon. Vorgesehen ist ein 7,5-Minuten-Takt. Der Ein­satz von Doppelgelenktrolleybussen im RBus-Standard lässt es zu, die Kapazität spürbar zu erhöhen. Die Kapazitätserweite­rung ist aufgrund der steigenden öV-Nachfrage zwischen Ebikon und Luzern notwendig. Dies nicht nur wegen der Anbindung zur und den zu erwartenden Besucherfrequenzen in der «Mall of Switzerland», denn ein Grossteil des privaten Personenverkehrs in Ebikon ist hausgemacht. Mit steigender Tendenz, zieht man die anstehenden Wohnbauprojekte – zum Beispiel auf dem AMAG-Areal – in Betracht. Der Luzerner Kan­tonsrat hat mit dem öV-Bericht in zustimmendem Sinne zur Kenntnis genommen, dass die Nachfrage im Rontal nur mit der Trolleybusverlängerung effektiv und effizient abgeholt werden kann. Die heutigen Die­selbuslinien 22 und 23 werden nach der Verlängerung der Trolleybuslinie 1 am Bahnhof Ebikon im neuen Bushub wenden. Mit der neuen Trolleybuslinie erhält Ebikon aber auch einen direkten öV-Anschluss zum Entwicklungsschwerpunkt Luzern-Süd, wird man doch in Zukunft mit der erweiterten Trolleybuslinie 1 ohne umzusteigen nicht nur ins Zentrum der Stadt Luzern, sondern direkt auch nach Hofmatt-Eichhof und Kriens-Obernau fahren können. Die Verkehrsbetriebe Luzern AG wurde mit der Planung beauftragt. 2017 entscheidet der Kantonsrat über die Finanzierung.

Neues öV-Angebot
Am Bushub Ebikon treffen zukünftig die S-Bahn S1 (Baar-Luzern-Sursee), die RBus-Linie 1 (Obernau-Kriens-Luzern-Ebikon) und fünf weitere Buslinien aufeinander. Dazu gehört auch eine neue tangentiale Linie 18 (Ebikon-Kantonsspital-Littau), welche im 15-Minuten-Takt Luzern Ost direkt mit dem Luzerner Kantonsspital und Littau verbinden wird. Dank der verlängerten RBus-Linie 1 gelangen die Fahrgäste vom Bahnhof Ebikon direkt zum Löwenplatz in Luzern und zur Mall of Switzerland. Die Linie 23 aus Gisikon-Root endet neu am Bahnhof Ebikon mit Anschluss an die S-Bahn und die weiteren Buslinien – ganztags im 15-Minuten-Takt. Auch die Linie 22 wird an den Bahnhof Ebikon angebunden: Sie verkehrt neu ganztags im 15-Minuten-Takt auf der Strecke Perlen-Buchrain-Ebikon, mit Verlängerung nach Gisikon-Root zu den Hauptverkehrszeiten. Inwil wird durch die neue Linie 111 (Ebikon-Mall of Switzerland-Inwil-Waldibrücke) erschlossen. Weiterhin erschliesst die Linie 26 das Quartier Ottigenbühl sowie die tangentialen Ziele Unterlöchli, Adligenswil, Würzenbach und Meggen. Alle diese Angebotserweiterungen sollen auf den Fahrplanwechsel 2019 in Kraft gesetz werden, die Inbetriebnahme der neuen Linie 111 erfolgt bereits im Dezember 2017.

öV-Anbindung der Mall of Switzerland
Zur Eröffnung der Mall of Switzerland soll diese mit der S-Bahnlinie S1 ganztägig im 30-Minuten-Takt zu erreichen sein, mit einer Passerelle direkt zur S-Bahnstation. Ebenso werden die Buslinien 23 zu Hauptverkehrszeiten im 7,5-Minuten-Takt und die Buslinie 111 im 30-Minuten-Takt zur Mall of Switzerland führen. 2019 folgt die Anbindung an die Trolleybuslinie 1.

Gesamtverkehrskonzept Luzern Ost
Mit der zu erwartenden Entwicklung von Luzern Ost wächst die Bevölkerung. Ebenso entstehen mehr Ar­beitsplätze. Mit diesem Wachstum steigt in Zukunft auch die Mobilität in der Region an. Damit diese für die Bevölkerung erträglich abgewickelt werden kann, braucht es eine gesamtheitliche und vorausschauende Sichtweise. Mit dem Gesamtverkehrskonzept Luzern Ost werden in einem ersten Schritt Übersichten und Fakten zum Mobilitätsverhalten in der Region erarbeitet. Auf der Basis dieser Er­kenntnisse werden weitere Massnahmenvorschläge ausgearbeitet. Beispielsweise wird ermittelt, wie hoch die Verkehrsmenge auf der Kantonsstrasse sein darf. Diese Übersicht dient auch als Grundlage für die Pla­nung der Anpassung und Erneuerung der Kantonsstrasse K17.

Guido Gallati

Die Ziele der Optimierung

Mit den vorgesehenene Massnahmen wollen der Kanton, die Gemeinde Ebikon und die dem Verband Luzern Ost angeschlossenen Rontaler Gemeinden:

  • Die Kapazität des Gesamtverkehrssystems in Luzern Ost steigern.
  • Die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöhen.
  • Die notwendige Kapazität für den MIV sicherstellen.
  • Den öV mit der Verknüpfung von S-Bahn und Bus besser vernetzen.
  • Im öV neue Direktverbindungen mit kürzeren Reisezeiten schaffen.
  • Die Zuverlässigkeit im öV steigern.
  • Den Velo- und den Fussverkehr attraktiver gestalten.
  • Die Aufenthalts- und Lebensqualität erhöhen.

Die Grundlagen der Optimierung

Die Massnahmen zur Optimierung des Gesamtverkehrs in Luzern Ost sind in folgenden Planungen festge­setzt:

  • Kantonaler Richtplan
  • Agglomerationsprogramm Luzern 2. Generation
  • Bauprogramm 2015 bis 2018 für die Kantonsstrassen
  • öV-Bericht 2014 bis 2017 und AggloMobil due
  • Leitbild für die Entwicklung von Luzern Ost 2030
  • Masterplan Ebikon

Zukünftig fahren Trolleybusse der Linie 1 nach Ebikon zum neuen Bushub beim Bahnhof und zur Mall of Switzerland. Bild zVg.

 

 

Roman Steffen, Verkehrsverbund Luzern, Kantonsingenieur Rolf Bättig, Baudirektor Peter Schärli, und Pius Zängerle, Präsident LuzernPlus orientierten über die ambitiösen Vorhaben im Gebiet Luzern Ost. Bild gg.
Roman Steffen, Verkehrsverbund Luzern, Kantonsingenieur Rolf Bättig, Baudirektor Peter Schärli, und Pius Zängerle, Präsident LuzernPlus orientierten über die ambitiösen Vorhaben im Gebiet Luzern Ost. Bild gg.
Baudirektor Peter Schärli sieht auch grosse Chancen für das Ortszentrum von Ebikon. Bild gg.
Baudirektor Peter Schärli sieht auch grosse Chancen für das Ortszentrum von Ebikon. Bild gg.
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