Irreversible Raumplanung

Was unter dem Begriff «umfassende Ortsplanung» abläuft, ist Selbsttäuschung oder bewusste Volkstäuschung. Da spricht man von «zukunftsorientierter Planung», «qualitativem Wachstum», «Fortschritt», von «Interpretation völlig neuer Ansätze». Bei näherer Betrachtung stellt sich schnell heraus, dass das als «Revision» und «Chance» bezeichnete «räumliche Entwicklungskonzept» eine Wiederholung früherer beliebiger «Raum-Verplanungen» ist und einzig der moralischen Legitimation von Neueinzonungen dient. Wenn man von «brachliegendem Bauland», von «nachhaltigen Ressourcen» und von «existenzieller Bedeutung» in Bezug auf «qualitatives Wachstum» spricht, offenbart sich der wahre Hintergrund. Es ist eine Anmassung, ködernde Begriffe zu verwenden wie «intakte Landschaft erhalten», «sinnvoll ergänzen», «massvolle Entwicklung», «angemessene Entwicklung fortsetzen» um dann in 10 bis 15 Jahren mit denselben Argumenten daherzukommen, nachdem das eingezonte Land verschwendet worden ist. Weitsichtige Ortsplanung darf weder als willkürliches Instrument der Bevölkerungsverdichtung noch als kompensatorisches Instrument der Wirtschaftsförderung für kommunale oder regionale Interessen missverstanden werden. Sie dient primär der Erhaltung der Lebensqualität als langfristiger Gewinn.
Bruno Ackermann, Architekt, Adligenswil

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