Neue Studie: Fische können Liebeskummer bekommen

Egal ob unerwiderte Liebe oder eine ungewollte Trennung, Liebeskummer erwischt jeden irgendwann. Wer an einem gebrochenen Herzen leidet, ist häufig unmotiviert, lustlos und hat kaum Appetit. Eine Studie der Universität Burgund in Frankreich hat jetzt gezeigt, dass es scheinbar nicht nur Menschen so geht – auch Fische zeigen liebeskrankes Verhalten, wenn sie von ihrem Partner getrennt werden.

Buntbarsche der Art Amatitlania siquia sind in Mittelamerika beheimatet und verbringen einen großen Teil ihres Lebens in monogamen Beziehungen. Die Fische mit den schwarz-weißen Streifen ziehen Nachwuchs gemeinsam groß und beschützen ihn als Team vor Fressfeinden. Französische Forscher der Université Bourgogne Franche-Comté fanden heraus, dass die Fische im Laufe der Zeit sogar ihr Verhalten an ihren Partner anpassen. So werden aggressive Tiere mit ausgeglichenem Partner ebenfalls ruhiger und anders herum. Jetzt hat das Team um François Dechaume-Moncharmont noch eine erstaunliche Entdeckung gemacht:

Buntbarsche bekommen Liebeskummer, wenn sie vom Partner getrennt werden

Für die in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentliche Studie wurden 33 Buntbarsch-Weibchen ausgewählt, die sich zunächst einen Partner aussuchen durften. Hatten die Fisch-Damen das Herzblatt ihrer Wahl gefunden, zeigten sie ihre Zuneigung, indem sie sich an ihn schmiegteen und nicht von der Seite wichen.

Anschließend wurde beobachtet, wie sich das Verhalten der Weibchen veränderte, wenn diese mit Männchen zusammengeführt wurden, die sie sich nicht selbstständig ausgesucht hatten. Das Ergebnis: Fischdamen mit unerwünschtem Partner laichten seltener und mit größeren Zeitabständen. Wurden sie hingegen zu ihrem Wunschpartner gelassen, gab es nicht nur mehr Nachwuchs zu bestaunen, die Tiere wurden auch lebhafter und beschäftigten sich mehr mit ihrer Umgebung. Dechaume-Moncharmont meint: „Wir haben mit dieser Studie nachgewiesen, dass die Präsenz oder die Abwesenheit eines Partners in einem sexuellen Kontext die Emotionen des Weibchens beeinflusst“.

Weibchen ohne Wunschpartner zeigen depressives Verhalten

Auch die Nahrungsaufnahme wurde von den Weibchen mit unerwünschtem Partner teilweise verweigert. Die Forscher schließen aus diesem „depressiven Verhalten“, dass Menschen nicht die einzige Spezies sind, die im Laufe ihres Lebens Liebeskummer überstehen muss. François Dechaume-Moncharmont resümiert: „Die emotionale Bindung an einen Partner ist keine einzigartige Eigenschaft von uns Menschen, da sie sich auch bei mindestens einer anderen Art entwickelt hat. Das könnte darauf hindeuten, dass emotionale Vorlieben mehr als Vorlieben sind. Liebe ist vielleicht gar nicht so irrational.“

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