Kurt Felder, Leiter Geschäftsstelle

Das glänzende Edelmetall fasziniert die Gesellschaft nicht nur wegen seines Aussehens, sondern nimmt aufgrund seiner Wertbeständigkeit auch in einem Wertschriftenportfolio eine wichtige Funktion als Risikopuffer wahr. Gold gilt als «sicherer Hafen» in turbulenten Märkten.

Gold hat im Lauf der Jahrhunderte nichts von seiner Faszination eingebüsst. Viele Kleinsparer besitzen Goldvreneli, American Gold Eagle oder Krügerrand als letzte Sicherheitsreserve. In weiten Teilen Asiens ist Goldschmuck am Handgelenk oder um den Hals der Inbegriff von Wohlstand. Die grössten Goldbestände lagern jedoch in den Kellern der Notenbanken. Die Zentralbanken der Welt halten diese Bestände als eine Art nationalen Schatz. In jüngster Zeit haben sich vor allem asiatische Notenbanken als Käufer hervorgetan.

Als Krisenschutz geeignet
Gold gilt gemeinhin als klassisches Absicherungsinstrument gegen Inflation, und dies obwohl es keinen Zins abwirft. So erzielte das Edelmetall zwischen 1973 und 1981 eine positive Realrendite von 15% pro Jahr. Gold ist jedoch auch als Schutz in anderen Krisen beliebt und geeignet. So dient es immer wieder in politischen Krisen als defensive Anlage. Aber auch in Phasen mit fallenden Aktienkursen hat sich Gold als Risikopuffer in einem diversifizierten Portefeuille erwiesen.

Viermal mehr Wert als vor sechs Jahren
Bevor das gelbe Metall 2005 zu einer mehrjährigen Hausse ansetzte, war mit Goldanlagen während 25 Jahren langfristig nichts zu verdienen. Heute ist Gold in USD viermal mehr wert als vor sechs Jahren. Angesichts der Stärke des Frankens sind es in Franken «nur» dreimal mehr.
Was sind eigentlich die Gründe hinter diesem Aufwärtstrend? Zum einen neigt der Dollar zur Schwäche. Ein schwacher Dollar macht Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen billiger. Zusätzlich werden die Goldverkäufer den Goldpreis in Dollar erhöhen, um den tieferen Gegenwert des Dollars in anderen Währungen auszugleichen.
Ein weiterer Grund liegt in der Finanzkrise: Sorgen der Investoren über die Beständigkeit des Finanzsystems, die Risiken eines drastischen Inflationsanstiegs und die Eskalation der Euro-Krise haben Vermögensverschiebungen in sichere Anlagen wie Gold und den Schweizer Franken ausgelöst. Mit den niedrigeren Zinsen infolge der Finanzkrise sind die Kosten der Goldhaltung – die entgangenen Zinserträge einer festverzinslichen Anlage – gesunken. Unabhängig davon ist im Zuge der anhaltenden Steigerung des Wohlstands in den Schwellenländern die Nachfrage nach Gold als Schmuck-Rohstoff sowie als Anlagemedium stetig gewachsen.

Wachstumschancen in den nächsten Monaten
In den nächsten sechs bis zwölf Monaten erwarten wir noch eine leicht steigende Tendenz des Goldpreises. Folgende Faktoren wirken sich unterstützend aus: Die Euro-Krise ist noch nicht überwunden und die Zinsen werden weiterhin niedrig bleiben. Das Wachstum in den Schwellenländern schwächt sich zwar ab, ist aber weiterhin deutlich höher als in den Industrieländern. Gleichzeitig gibt es aber auch mögliche Dämpfer: Der Dollar wird im Zuge der erwarteten Zinssenkung in der Eurozone etwas anziehen.