LUZERN – Neujahrsapéro der IHZ

Am Neujahrsapéro der IHZ machte Neo-Präsident Andreas Ruch einen Ausblick auf die anstehenden wirtschaftspolitischen Herausforderungen.

Letzte Woche trafen sich Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik im Hotel Schweizerhof in Luzern, um auf das Neue Jahr anzustossen. Eingeladen hatte wie gewohnt die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ. Ein Novum war der Abend für den Urner Unternehmer Andreas Ruch: Es war seine erste Neujahrsansprache als Präsident der IHZ. Die Wirtschaft in der Zentralschweiz boome, sagte Ruch vor den rund 500 Anwesenden. Der Tourismus verzeichnete 2017 ein Rekordjahr. In Andermatt, Bürgenstock und Engelberg wurde entwickelt und investiert. «Ich wünsche mir», so Ruch, «dass wir auch 2018 von der guten Ausgangslage profitieren können und die guten Erträge für Innovation und Entwicklung einsetzen. Nur so sind wir auch morgen noch erfolgreich.» Aktuelle Entwicklungen wie die beschleunigte Internationalisierung und Digitalisierung seien vor wenigen Jahren in dieser Form noch undenkbar gewesen. Der rasante Wandel gehe weiter und werde die Zentralschweizer Unternehmen auch im 2018 begleiten. Ruch legte den Anwesenden nahe, «einerseits den Veränderungen offen zu begegnen, andererseits die Grundwerte zu pflegen, die unser Standortvorteil sind und unsere Identität stiften». Ruch dachte dabei an Werte wie «Leistung, Engagement, Verlässlichkeit und Kompromissfähigkeit, welche die Grundvoraussetzungen für ein funktionierendes Miteinander sind».

Steuerwettbewerb erhalten

Gerade der Kompromiss sei die vernünftigste Art des Interessenausgleichs, erklärte Andreas Ruch. Das gelte es insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der drei grossen politischen Herausforderungen des angelaufenen Jahres zu berücksichtigen: die Reform der Altersvorsorge, die Sicherstellung der Personenfreizügigkeit sowie die Umsetzung der Steuervorlage 17. Es gelte, tragfähige Lösungen für eine langfristig erfolgreiche Schweiz aber auch für eigenständige gesunde Kantone zu erarbeiten. Unbedingt zu erhalten sei in diesem Zusammenhang der Steuerwettbewerb. Ruch: «Wir brauchen keine einheitliche, vom Bund vorgegebene Dividendenbesteuerung.»  Vielmehr solle sich der Bund darauf konzentrieren, seine Hausaufgaben zu machen. 1987 hat sich der Bund Ausgaben von 22.6 Mia Franken geleistet, heute sind es 72 Mia. «Das ist mehr als das Dreifache», monierte Ruch. «Die Kernaufgaben des Staates – die innere und äussere Sicherheit sowie die Grundversorgung der Bevölkerung – verlieren laufend an Bedeutung». So sei der Anteil der für Sozialausgaben beim Bund seit 1990 von 21,8 auf 34 Prozent gestiegen und dank gesetzlicher Bindung auch fix gesichert. Für den neuen Präsidenten der IHZ ist deshalb klar: «Der Bund soll sich vermehrt an eine Maxime halten, die in der Privatwirtschaft immer über Erfolg oder Misserfolg entscheidet: Mehr Leistung mit weniger Aufwand!»

Alex Piazza

 

Schindler-Chef Rainer Roter (links) mit dem neuen Luzerner Wirtschaftsförderer Ivan Buck. Bild apimedia.