Fokus Beruf

Automatiker entwickeln und bauen elektrische Steuerungssysteme, nehmen sie in Betrieb, führen Reparaturen aus und erstellen technische Dokumente. Auf dem Weg dorthin befindet sich auch Felix Reding aus Honau.

Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass der Getränkeautomat im Einkaufszentrum das gewählte Produkt auswirft? Oder dafür, dass die Schiebetüren in der Bank auf- und zugehen? Klar, der Automatiker. Wie die Berufsbezeichnung verrät, baut er automatisierte Produktionsanlagen. Weiter steuert er Lichtsignalanlagen, Billettautomaten, Sortier- oder Abfüllsysteme sowie Antriebe und Steuerungen von Fahrzeugen. Der Automatiker sitzt aber nicht nur in der Werkstatt oder am PC. Häufig müssen die entwickelten Apparate und automatisierten Maschinen direkt beim Endkunden aufgebaut, in Betrieb genommen und mit Hilfe von Qualitäts- und Funktionskontrollen – zusammen mit dem Kunden – auf ihre Erfordernisse geprüft und abgenommen werden. Damit ist die Arbeit des Automatikers aber immer noch nicht getan. Die ausgelieferten Anlagen werden durch die Berufsleute regelmässig gewartet und im Bedarfsfall auch repariert. Je nach Lehrbetrieb haben die Automatiker sogar die Möglichkeit, Kundenbesuche im Ausland zu machen, um Anlagen in Betrieb zu nehmen oder Unterhalts- und Servicearbeiten auszuführen. Zu den vielfältigen Aufgaben der Automatiker gehört nicht zuletzt auch das Erstellen der entsprechenden technischen Dokumentationen.

Programmieren und verdrahten

Das meiste davon tut auch Felix Reding. Der 18-jährige Honauer steht zurzeit im vierten Lehrjahr inklusive Berufsmatura (BM) bei der Ruag Schweiz AG in Emmen. Als Kind habe er viel mit Lego Technik gespielt und sei schon früh an elektronischen Dingen, insbesondere an der Robotik, interessiert gewesen. Sein Vater machte ihn dann auf die Automatiker-Lehre aufmerksam, und so war sein Weg praktisch vorgezeichnet. Am liebsten mag er an seinem Lehrberuf das Programmieren von Steuerungen. Im Betrieb wie auch in der Berufsfachschule, wo seine Klasse gerade eine neue Programmiersprache kennenlerne. Aber auch das Verdrahten sei eine schöne Aufgabe. Erst recht, wenn die Anlage danach wie gewünscht funktioniert.

Achterbahnen entwickeln

Felix Reding, der lehrbegleitend die Berufsmatura absolviert, ist aber nicht nur vom Beruf, sondern auch von seinem Lehrbetrieb begeistert. «Bei der Ruag kümmert man sich intensiv um uns Lernende», sagt er. Zurzeit stehen nicht weniger als zwölf Lernende, darunter auch zwei junge Frauen, in der vierjährigen Automatiker-Grundbildung. Betreut werden sie von vollamtlichen Berufsbildungsverantwortlichen. In den ersten zwei Jahren arbeiten die Jugendlichen ausschliesslich im hauseigenen Ausbildungscenter, um die handwerklichen Grundlagen zu erarbeiten. Danach geht es für die Lernenden raus in den Betrieb. Im Sommer 2019 wird Felix die Lehre abschliessen, um danach gleich den nächsten Schritt zu seinem grossen Ziel in Angriff zu nehmen. «Ich möchte Maschinenbau-Ingenieur werden», sagt er stolz und mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein. Der Weg dorthin ist aber noch offen. Via Passerelle könnte er an der ETH studieren. Die Alternative wäre ein Studium an einer Fachhochschule, zu denen er dank der Berufsmatura freien Zugang hat. Was er als Ingenieur anstellen wird, davon hat er ebenfalls schon eine präzise Vorstellung: «Ich träume davon, Achterbahnen zu entwickeln.»

Daniel Schwab

Felix Reding (18) aus Honau lässt sich bei der Ruag in Emmen zum Automatiker EFZ ausbilden. Bild apimedia