In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2012 geriet in Ebikon eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Zugerstrasse in Brand. Eine Person konnte nur noch tot geborgen werden. Neun Personen wurden evakuiert und kamen nicht zuletzt dank der Geistesgegenwart von David Habermacher unverletzt davon.

shab. Am Montag, 22. Oktober 2012, kurz nach 2 Uhr ging bei der Polizei die Meldung ein, dass an der Zugerstrasse in Ebikon eine Wohnung brenne. Gekommen war der Anruf von David Habermacher, der mit dem Motorrad auf dem Weg zur Arbeit nach Luzern in die Bäckerei seines Vaters war. Auf der Höhe der Zugerstrasse 26 nahm er starken Rauchgeruch wahr und fuhr wieder zurück. Gesehen habe man von der Strasse aus gar nichts, weil die Lärmschutzwände entlang der Hauptstrasse fast bis zum zweiten Stock reichen. Beim Durchgang sah der zweifache Familienvater aus Root aber rasch, dass Rauch aus einem Fenster im Erdgeschoss quoll. Nirgends im Haus brannte Licht, und die Haustüre war geschlossen. Selbst Mitglied der Feuerwehr, wusste er genau, was zu tun war: Er rief mit seinem Handy sofort die Nummer 118 an und drückte alle klingeln. Die ersten Hausbewohner standen bald im Treppenhaus, nur in der untersten Wohnung regte sich nichts. «Die Wohnungstüre war schon warm», stellte David Habermacher fest, und er hätte sich nicht mehr getraut, sie zu öffnen.

Die Polizei war innert weniger Minuten vor Ort, und kurz darauf traf die Feuerwehr ein. Nebst Einsatzkräften der Polizei und des Rettungsdienstes waren rund 60 Eingeteilte der Feuerwehren Ebikon/Dierikon, Buchrain und der Stadt Luzern aufgeboten worden. Es gelang ihnen, das Feuer in weniger als einer Stunde zu löschen. Insgesamt konnten neun Personen unverletzt evakuiert werden. Ein Bewohner konnte nur noch tot geborgen werden. Es handelt sich dabei um einen 70-jährigen Mann.

David Habermacher blieb nicht mehr lange am Ort des Geschehens; mit etwas Verspätung fuhr er wie gewöhnlich zur Arbeit. Er habe auch keine Betreuung gebraucht, sagt er und vermutet, dass ihm das Erlebte näher gegangen wäre, wenn er als Feuerwehrmann mit der Atemmaske in die Wohnung hätte eindringen müssen: «Das wäre wahrscheinlich schlimmer gewesen für mich, auch wenn wir das in der Feuerwehr immer wieder üben.» Er fühlt sich auch nicht als Held, sondern wehrt bescheiden ab: «Ich habe einfach ganz normal gehandelt, sonst nichts.» Ebenso normal führt er sein Leben weiter, selbst seine Aufgabe im Turnverein hat David Habermacher pflichtbewusst wahrgenommen. Wenn diese Woche nicht alles perfekt laufe, hätten seine Kollegen sicher Nachsicht mit ihm, ist er überzeugt.

Sowohl die Ermittlungen zur Brandursache wie die Obduktion der Leiche sind noch im Gang. Der genaue Sachschaden konnte bis zum Redaktionsschluss noch nicht beziffert werden. Die Untersuchung führt die Staatsanwaltschaft Emmen.

Inzwischen liegt das Obduktions-Ergebnis des Opfers vor. Dieses hat ergeben, dass der Mann an einer Rauchgasvergiftung gestorben ist. Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch im Gang und konzentrieren sich auf das Innere der Wohnung. Es gibt keine Hinweise auf Einwirkungen von aussen durch Dritte.

Für einen Bewohner dieses Mehrfamilienhauses an der Zugerstrasse in Ebikon kam jede Hilfe zu spät.
Bild zvg

David Habermacher aus Root war als erster am Brandort und handelte sofort.
Bild shab