Die Automatisierung und der Einsatz von Robotern hat zu einem Wandel in der Industrie geführt. Betroffen sind davon nahezu alle Branchen der Fertigungsindustrie, aber auch andere Branche verstehen sich im Wandel. In der Schweiz ist der Anteil von Robotern im weltweiten Vergleich noch gering.

Unternehmen zieren sich davor, ihre bestehenden Produktionsanlagen auszutauschen. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, selbst antiquierte Maschinen in den Ruhestand zu schicken. Sogenannte Retrofit-Lösungen bieten die Möglichkeit, auch ältere Produktionsanlagen fit für die Automatisierung zu machen. Für Unternehmen ist eine Aufwertung mit zahlreichen Vorteilen verbunden.

Modernisierung, nicht Austausch
Die Digitalisierung der Fabriken ist dauerhaft nicht aufzuhalten. In der Fertigungsindustrie sind Roboter längst etabliert, vor allem in der Automobilindustrie. Ein Blick in Ländern mit einer starken und vielseitigen Autobranche beweist das. Die Dichte an Robotern ist in Deutschland oder Südkorea weltweit am höchsten. Auf den Zug der Digitalisierung und Robotik steigen mittlerweile auch andere Branche auf. In der Schweiz verzeichnet die Roboterbranche eine starke Nachfrage von Unternehmen aus Lager- und Logistikbranche.
Funktionierende Produktionsanlagen sind nicht zwingend auszumustern. Die Modernisierung und Anpassung an die Digitalisierung sind eine kostengünstige Möglichkeit, die eigene Produktion zu erhöhen und sicherer gegen Ausfallzeiten zu machen. Das Prinzip dahinter nennt sich Retrofit.

Die Vorteile für Unternehmen
Unter Retrofit verstehen Experten die Möglichkeit, bestehende Maschinen auf den neusten Stand zu bringen. Ein Austausch oder eine Entsorgung sind nicht notwendig. Einzelne Komponenten werden ersetzt, ausgetauscht oder erweitert. Das spart viel Geld und bringt einen finanziellen Nutzen für das Unternehmen.
Die Vorteile der Aufrüstung sind vielseitig. Der Einsatz für eine intakte Umwelt in der Schweiz ist ein zentrales Thema. Durch Retrofit steigt die Energieeffizienz der Maschine und das Unternehmen spart bares Geld. Durch die Integration moderner Steuerungssysteme kann die Lebensdauer von Maschinen und einzelnen Bauteilen deutlich erhöht werden. Das wirkt sich ebenso positiv auf die Kosten aus wie die damit einhergehende höhere Produktivität.
Ausfallzeiten können durch ein intelligentes Überwachungsmanagement reduziert werden. Vor allem das Risiko spontaner und unvorhersehbarer Ausfallzeiten sinkt. Möglich wird das durch eine vorausschauende Wartung von Maschinen und einzelnen Bauteilen.

Intensive Datenerfassung
Die steigende Produktivität und bessere Qualität wird mit einer durchgängigen Datenerfassung realisiert. Im Grund basiert die gesamte Digitalisierung darauf, gesammelte Daten engmaschig zu überwachen und auf geringste Abweichungen umgehend zu reagieren. Alte Produktionsanlagen werden bei der Retrofit-Technik mit Datenmesser ausgestattet.
Sensoren erfassen beispielsweise die Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Lichtstärke. Liegt die Abweichung über einen bestimmten Grenzwert, wird eine Fehlermeldung versendet und eine Wartung wird noch vor dem Ausfall eines Bauteils durchgeführt. Ähnlich funktioniert es mit einem Betriebsstundenzähler für Maschinen. Das Instrument erfasst die Laufzeit von Anlagen für die ordnungsgemässe Wartung von Geräten oder Maschinen. Betriebsstundenzähler bieten zahlreiche Funktionen, mit denen die Wirtschaftlichkeit von Maschinen optimiert wird.

Nicht immer empfehlenswert
Ist Retrofit die Lösung für alle Unternehmen, die ihre alten Produktionsanlagen nicht aussortieren möchten? Prinzipiell ist die Aufwertung immer möglich, jedoch nicht immer angebracht. Bei der geplanten Umrüstung ist die Unterstützung von Experten notwendig. Ohne eine vorherige Kosten-Nutzen-Analyse ist nicht zu sagen, ob die Modernisierung dauerhaft der Neuanschaffung von Maschinen vorzuziehen ist. Retrofit ist eine gute Gelegenheit, jedoch kein Allheilmittel für die Schweizer Industrie.