Sandra Garibay, als amtierende Schweizer Meisterin haben Sie auch am Turnfest in Aarau ein Glanzresultat erreicht und mit einem Zehntelpunkt Rückstand den zweiten Platz belegt. Welche Faszination übt das Geräteturnen auf Sie aus?

Sandra Garibay: Schon während meiner Kindheit liebte ich es, mich zu bewegen. Ich war immer ein aktiver Mensch. Das Turnen an Geräten entspricht genau meinem Naturell, einer Mischung aus Adrenalin und Spass. Es beinhaltet Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordination. Ein guter Ausgleich für mich. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Sportart. Es fasziniert mich, immer wieder neue Bewegungsabläufe auszuprobieren, auch herausfordernde Elemente, wie einen Doppelsalto.

Im Geräteturnen K7, in diesem Leistungs- und Wettkampfsport messen sich die Frauen in den Disziplinen Minitrampolin, Reck, Schaukelringe und Boden. Welches ist Ihre Lieblingsdisziplin? Warum?

Sandra Garibay: Meine Lieblingsdisziplin ist der Sprung (Minitrampolin). Ich habe eigentlich alle Geräte mega gern, denn an allen Geräten lässt sich vieles machen. Aber am Sprunggerät, in der Luft „schweben“, sich drehen und dann zum Stand kommen, das macht Spass.

Wie bereiten Sie sich auf einen solchen Grossanlass vor?

Sandra Garibay: Auf das Eidgenössische Turnfest in Aarau konnte ich mich wegen meines Studiums nicht extrem vorbereiten. Im Hinblick auf die Schweizer Meisterschaften werde ich mir 14 Tage Zeit nehmen zur Vorbereitung, genügend schlafen, angemessen trainieren und alle Übungen mehrmals absolvieren. Ich trainiere rund zehn Stunden in der Woche, teilweise an der Uni Zürich, freitags beim BTV in Luzern.

Wie haben Sie die Wettkampfatmosphäre in Aarau erlebt? Welche Rolle spielt die eigene Tagesform?

Sandra Garibay: Die Atmosphäre war mega cool. Es hatte viele Zuschauer und Zuschauerinnen. Das motiviert. Die eigene Tagesform spielt eine grosse Rolle. Etwas Aufregung ist gut – aber nicht zu viel. Ich versuche mich zu konzentrieren, indem ich die Übungen in Gedanken durchgehe, mich meiner Stärken bewusst zu werden und dann ans Gerät zu gehen.

Wie verbinden Sie den Sport mit Ihrem Studium? Welche sportlichen und beruflichen Ziele streben Sie an?

Sandra Garibay: Zurzeit ist es etwas schwierig, die beiden Interessenfelder zu verbinden; denn im Herbst habe ich mit dem Biologie-Studium an der Universität Zürich begonnen. Das Studium ist anspruchsvoll, deshalb musste ich das Sporttraining etwas herabstufen. Aber wenn man sich mehrere Ziele setzen muss, gilt es, einen vertretbaren Ausgleich zu finden. Momentan geht die Sache auf jeden Fall auf. Bezüglich beruflicher Ziele bin ich noch offen. Das Biologie-Studium bietet ein grosses Spektrum an Möglichkeiten an. Solange es die Gesundheit zulässt, werde ich dem Geräteturnen und dem Studium parallel nachgehen.

Besten Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Jost Peyer

Sandra Garibay beim Rückwärtssalto am Boden.
Medaillengewinner des BTV Luzern, in der Mitte Sandra Garibay und Fabio Gasser.