EBIKON – Dressurreiterin Marcela Krinke Susmelj vertritt die Schweiz in Rio

Marcela Krinke Susmelj hat dank ihrem erkämpften Quotenplatz die Selektion für die Olympischen Spiele 2016 geschafft: Sie vertritt die Schweizer Farben in Rio in der Pferdesportdisziplin Dressur. Am 10. August reitet die unbestrittene Leaderin des Schweizer Elite-Kaders mit ihrem Spitzenpferd smeyers Molberg ins Viereck. Und hofft auf die Finalqualifikation.

Marcela Krinke Susmelj mit smeyers Molberg bei der Europameisterschaft 2016 in Aachen: Platz 16. Bild zVg.
Marcela Krinke Susmelj mit smeyers Molberg bei der Europameisterschaft 2016 in Aachen: Platz 16. Bild zVg.

Für London 2012 hat sie den Quotenplatz um einen einzigen Punkt verpasst – jetzt hats geklappt. An den letzten Turnieren, die für olympische Rankings zählten, sicherte Marcela Krinke Susmelj in der Dressur der Schweiz den Quotenplatz. Und die Folge davon: «Die Selektionskommission von Swiss Olympic hat mich offiziell als Einzelreiterin in der Dressur für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro bestätigt. Damit geht für mich mein grösster sportlicher Traum in Erfüllung. Wallach Molle – so nennt sie ihr 15-jähriges Spitzenpferd smeyers Molberg – und ich sind glücklich über diese Wahl und freuen uns riesig auf unseren Samba im Sandviereck», sagt die mehrfache Schweizermeisterin und europäische Spitzenreiterin.

Lebenstraum trotz vieler Warnungen verwirklicht
Krinke Susmelj, zusammen mit ihrem Mann Ivan Susmelj Besitzerin des Reiterzentrum Rotsee, ist 1965 im tschechischen Vlasim geboren, kam als Flüchtlingskind in die Schweiz, ist Tierärztin (Dr. med. vet. FVH) und vierfache Schweizermeisterin im Dressurreiten. Sie ist seit langem eine der vielseitigsten und inspirierendsten Persönlichkeiten im internationalen Pferdesport. Vor Jahren hat sie ihre Tierarztpraxis verkauft und verwirklichte ihren Lebenstraum: Sie setzte voll auf den Dressursport, kaufte mit ihrem Mann Ivan einen Reitstall und arbeitete nebenbei als Tierärztin. Trotz vieler Warnungen steuerte sie gezielt auf ihren Lebenstraum hin. «Das war die beste Entscheidung meines Lebens, ich bereue absolut nichts, umso mehr als ich von verschiedenen Seiten auch ausserhalb der Familie grossartig unterstützt werde», sagt die zweifache Mutter. Und das braucht es auch im Pferdesport, wenn man ihn professionell betreiben und international bestehen will. In Irene Meyer von smeyers Immobilien AG Emmen hat sie die Sponsorin für ihre Leidenschaft gefunden. Vier Pferde ihrer Mäzenin stehen im Stall und mit smyers Molberg hat sie nun in Rio zusammen mit ihrem in Aachen lebenden holländischen Spitzentrainer Antoine Ton de Ridder in Brasilien Grosses vor: Das Paar  Molberg/Krinke Susmelj will den Final erreichen. Nach den beiden Qualifikationen Grand Prix und Grand Prix Spécial sind die 18 besten Reiter zum alles entscheidenden Grand Prix Kür zugelassen – hier geht es um die olympischen Medaillen. «Hier wollen wir hin, darauf haben wir nun jahrelang hingearbeitet und wie bisher geben wir an diesem Turnier, an für uns beide den ersten Olympischen Spielen, alles».

Rolf Willimann

Bisher drei Mal Schweizer Dressur-Olympiagold

Hans Moser (London, 1948), Henri Chammartin (1964, Tokio) und Christine Stückelberger (1976, Montreal) holten bisher Olympiagold für die Schweiz in der Einzel-Dressur. Dazu gab es eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. In den Team-Wettbewerben gab es 1952, 1964, 1976, 1984 und 1988 je die Silbermedaille, 1956 und 1968 kam noch Bronze dazu.

Molberg/Krinke im Einsatz

Die Dressurreiter werden ihre Wettkämpfe in Rio im neuangelegten, 14 00 Sitzplätze umfassenden Olympic Equestrian Center an folgenden Tagen und Zeiten (Schweizer Zeit) austragen: Grand Prix: 10. und 11. August (je 15 bis 21 Uhr); Grand Prix Spécial: 12. August (15 bis 21.40 Uhr); Final Grand Prix Kür: 15. August (15 bis 21.40 Uhr). rowi

Das grosse Ziel ist erreicht: Das Paar Molberg/Krinke vor dem Abflug nach Rio. Bild rowi
Das grosse Ziel ist erreicht: Das Paar Molberg/Krinke vor dem Abflug nach Rio. Bild rowi

 

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