1704 Unterschriften für die Linie 73

Stefan Bühler (l.) und Hans Reichlin (r.) übergeben die Petitionsunterschriften an Daniel Meier vom Verkehrsverbund Luzern. Bild shab

Innert kürzester Zeit waren 1704 Unterschriften gegen die geplante Umgestaltung der Bus-Linie 73 zusammengekommen. Die Initianten wehren sich dagegen, dass die Direktverbindung von Udligenswil und Adligenswil zum Bahnhof Luzern wegfallen und der Bus tangential ins Würzenbach-Quartier geführt werden soll.

shab. In seinem neuen Konzept AggloMobil Due sieht der Verkehrsverbund vor, die Linie 73 neu von Rotkreuz via Udligenswil – Adligenswil – Würzenbach direkt an den Luzerner Bahnhof zu führen. Wegfallen würde die direkte Linienführung von Adligenswil via Stuben – Unterlöchli – St. Anna zum Bahnhof. Neu würde der Bus Nummer 26 von Adligenswil via Stuben und Unterlöchli nach Ebikon fahren, was für diese Quartiere zur Folge hätte, dass sie im Unterlöchli umsteigen müssen, um zum Bahnhof zu gelangen. Diese Angebotsverschlechterung, über die Adligenswil an der Gemeindeversammlung im Mai informiert hatte, veranlasste einige Betroffene zum Handeln. Federführend war Hans Reichlin aus Adligenswil, der nach einem Brief an den Verkehrsverbund Luzern eine Mail-Aktion startete. Stefan Bühler unterstützte das Anliegen und lancierte eine Petition. Innert kurzer Zeit kamen 1704 Unterschriften zusammen, welche die Initianten vergangene Woche an Daniel Meier, den Geschäftsführer des Verkehrsverbundes, übergaben. Hans Reichlin bat Daniel Meier, dringend auf die Linienänderung zu verzichten, hätten doch viele Bewohnende an der Postautolinie 73 diesen Wohn- oder Arbeitsort bewusst dank der attraktiven Verbindung nach Luzern und Rotkreuz gewählt.

Gemeinden wollen zusammenspannen
Die Übergabe der Petition fand bei Ringier Print in Adligenswil mit prominenter Beteiligung der betroffenen Gemeinden sowie Vertreter wichtiger Unternehmen an der Linie 73 statt. Der ehemalige Geschäftsführer von Ringier Print, Bruno Blaser, betonte in seiner Begrüssung, dass ihm die Angelegenheit so wichtig sei, dass er sogar mit Krücken gekommen sei. Die Streichung dieser Direktverbindung hätte für das Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitenden einen deutlichen Nachteil im Rekrutierungswettbewerb zur Folge. Einzelne Mieter wie Freddy Ringier, der mit seinem Verein zur Förderung der ICT-Berufsbildung dort jedes Jahr 500 bis 600 junge Menschen ausbildet, erwägt sogar einen Wegzug. Auch in der Klinik St. Anna mit 1000 Mitarbeitenden sei die Buslinie 73 ein Gesprächsthema, ergänzte der medizinische Direktor Martin Nufer.

Für den Udligenswiler Gemeindepräsidenten Thomas Rebsamen, seine Amtskollegen André Iten aus Meierskappel und Daniel Gasser, Ebikon, sowie den Adligenswiler Sicherheitsvorsteher Guido Schacher ist es ein Anliegen, gemeinsam eine gute Lösung zu finden, zu der die Gemeinden beitragen können.

Gewinner und Verlierer
Daniel Meier dankt den Initianten und verspricht, das Anliegen ernst zu nehmen, auch wenn die Linie 73 abnehmende Kapazitäten aufweise und die Dreilindendstrasse nicht ideal sei für den Bus. Sein Ziel sei es, den öV weiterzuentwickeln, mehr Kapazitäten zu schaffen. Weil das radiale Netz diese Möglichkeiten nicht bietet, müsse man neue Verknüpfungspunkte bilden. Wie bei allen Veränderungen gebe es dabei Gewinner und Verlierer. Beschwichtigend fügte er an, dass noch nichts gegessen sei und dass die Linienführung sowie der Fahrzeugeinsatz im Rahmen der bevorstehenden Detailkonzepte nochmals genau angeschaut würden. Von der angedachten Lösung zeigte sich der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes jedoch überzeug: «Sie ist zukunftsfähig, hat Potenzial, und es profitieren mehr Kunden von den neuen Verbindungen.» In seinem Schlussvotum rief er die Anwesenden auf, den Schritt in die Zukunft zu machen.

Stefan Bühler (l.) und Hans Reichlin (r.) übergeben die Petitionsunterschriften an Daniel Meier vom Verkehrsverbund Luzern.
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