ROOT – Museum Root ist Teil des Dorfgedächtnisses

Dieses Jahr feiert das Museum Root sein 15-jähriges Bestehen. Es nahm seinen Anfang mit dem umfassenden Nachlass des letzten Störschuhmachers von Root, Josef Stücheli. Hinzu kamen verschiedene weitere Nachlässe aus Handwerk, Alltag und Gastronomie von Root.

Das Museum erzählt Dorfgeschichte(n) zum grossen Teil aus dem 20. Jahrhundert. Es ist Teil des Dorfgedächtnisses, welches permanent ergänzt und erweitert wird mit Beiträgen aus der Bevölkerung und auch in Form von Zeitzeugengesprächen.

Haus beim Brunnen

Das Haus beim Brunnen, in dem sich das Museum befindet, ist  ein sogenannter Bohlenständerbau aus Tannenholz aus dem 17. bis 18. Jahrhundert. Gleichzeitig ist es ein Rauchhaus und hatte ursprünglich keinen Schornstein. Dadurch war das Gebäudeinnere ständig vom Rauch des offenen Herdfeuers erfüllt. Zeugnis davon sind die schwarzen Bohlen im Inneren des Hauses. Ein Bohlenständerbau besteht aus jeweils zwei senkrechten Ständerbalken, zwischen denen die einzelnen Bohlen (Flecklinge oder Balken) horizontal in einer Nut eingeschoben wurden. Die einzelnen Bohlen wurden durch Buchenholzzapfen miteinander verbunden und zwischen den einzelnen Lagen diente Moos als Isolation. Der geweihte Schutzziegel stammt vom Tätschdach  vom Haus beim Brunnen. Die Sternzeichen sollen vor Dämonen (und evt. Blitz) schützen und ist ein Zeichen zum Himmel: «Hier wohnen Christen. Gott beschütze uns».

Riif fürs Museum

Das Museum befindet sich im alten Dorfkern von Root an der Luzernerstrasse 16 und ist jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.Die nächsten Termine sind 5. November und 3. Dezember. Der Eintritt ist frei. Infos unter www.museum-root.ch. Am Freitag, 13. Oktober bringt von 17.30 bis 18 Uhr bringt das Regionaljournal Zentralschweiz einen Beitrag in der Herbstreihe «Riif fürs Museum».

Das Ehepaar Stücheli-Meier zogen 11 Kinder gross.

Der letzte Störschuhmacher in Root

Josef Stücheli  (1892 – 1967) und  Maria Stücheli-Meier (1897 – 1980) lebten mit ihren elf Kindern im hinteren Teil des Hauses beim Brunnen, wo Josef Stücheli auch seine Schuhmacherei hatte. Stücheli war der letzte Störschuhmacher von Root, er fuhr mit dem Velo zu den Leuten und reparierte vor Ort deren Schuhe, Taschen und Gürtel. Hinten auf dem Velo hatte er eine Holzkiste mit Werkzeug.  Zudem machte er Reparaturarbeiten für die Schweizer Armee. Während des Sommers arbeitete er im kleinen Keller ohne Fenster und Strom bei offener Tür.

Haus beim Brunnen – ein Luzerner Tätschhaus.