Die Udligenswilerinnen und Udligenswiler können aufatmen. Die Meierskappeler Gemeindeversammlung verhinderte am Montag mit ihrem Nein zur Umzonung die Deponie Robmatt.

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Es waren wohl kaum die Traktanden eins bis vier, die so viele Meierskappeler und eine stattliche Anzahl Gäste aus der Nachbarschaft am Montagabend in die Mehrzweckhalle des Schulhauses Höfli zur Gemeindeversammlung gelockt hatten. Denn sowohl die Rechnung mit einem eher unverhofften Überschuss von 126 565 Franken noch die Wahl der Revisionsstelle gaben zu reden. Beides ging einstimmig über die Bühne. Auch der Jahresbericht wurde ohne Einwand zur Kenntnis genommen.

Es war vor allem Punkt fünf auf der Einladung, die Teilrevision der Ortsplanung beziehungsweise die Umzonung für die Deponie Robmatt, der mobilisierte. Nicht weniger als 383 der insgesamt 828 stimmberechtigten Dorfbewohner wollten über das umstrittene Vorhaben befinden. Der Andrang war so gross, dass die bereitgestellten Stühle nicht ausreichten und die Mehrzweckhalle in weiser Voraussicht in Sektoren aufgeteilt worden war, um den Stimmenzählern die Arbeit zu erleichtern.

Geldfluss und viel Mehrverkehr

Die geplante Deponie zwischen Udligenswil und Meierskappel hatte bereits im Vofeld für viel Wirbel und eine ganze Liste von Einsprachen gesorgt. Dazu gehörten sowohl Private wie auch die Gemeinden Udligenswil und Risch sowie die PostAuto Schweiz AG. Sie hatten vor allem Einwände gegen den Mehrverkehr, bemängelten die fehlende Sicherheit oder befürchteten Einschränkungen durch Lärm und Luftverschmutzung.

Weil die grossen Bauvorhaben in der Region in den letzten Jahren zu einem massiven Anstieg der anfallenden Aushubmengen geführt hatten, wollte der Kanton auf dem zirka 15 Hektaren grossen Gebiet auf der Hinder Robmatt eine Deponie für rund 150 000 Kubikmeter unverschmutztes Aushubmaterial errichten. Laut Vertrag, den die Gemeinde mit den Betreibern ausgehandelt hatte, hätte die ARGE Robmatt, bestehend aus den Firmen Düring AG Ebikon und Schmid Bauunternehmung AG Ebikon, Meierskappel dafür in einem ersten Schritt 1.25 Millionen und im Laufe der zwölf Betriebsjahre weiter 1.99 Millionen Franken zahlen müssen. Dies hielt Raumplaner Hansruedi Remund in seinen Ausführungen zum Projekt fest. Er wies darauf hin, dass mit diesem Geld eine ganze Reihe von Verkehrsmassnahmen realisiert werden könnten. Nebst den finanziellen Verpflichtungen waren in diesem Dokument auch die Betriebszeiten und die maximalen Fahrten geregelt. Ein Drittel der Transporte sollte durch Meierskappel führen, zwei Drittel über Udligenswil – ohne Gegenleistung. Konkret bedeutete das laut Remund täglich höchsten 61 Fahrten durch Meierskappel und bis zu 67 durch Udligenswil. Bauvorsteher Ruedi Stöckli unterstützte die Argumente des Raumplaners mit dem Hinweis, dass die Deponie doch eine beträchtliche Summe in die Kasse spülen würde. «Wir werden immer auf Sondersteuern angewiesen sein», betonte er.

Klares Votum

Als Gemeindepräsident André Iten die Diskussion eröffnete, kam zuerst ein Antrag auf geheime Abstimmung, der mit 238 Ja zu 75 Nein locker durchkam. Sehr zum Erstaunen des Gemeindepräsidenten und vieler Versammlungsteilnehmenden blieb es bei dieser Wortmeldung. «Die Meinungen sind eben gemacht», war da und dort im Saal zu hören. So war es denn auch, wie die Auszählung zeigte: mit 44 Ja zu 326 Nein votierten die Meierskappeler klar gegen die Deponie Robmatt. Für André Iten kam dieses Resultat nicht ganz überraschend, höchstens dessen Deutlichkeit. Er war aber froh, dass die Abstimmung an der Gemeindeversammlung stattfand und kein Urnengang durchgeführt werden musste, mit dem die SVP geliebäugelt hatte. Zudem belege der erfreuliche Aufmarsch, dass man sich intensiv mit dem Thema befasst habe, und sei zudem ein deutliches Signal, dass für Meierskappel die Abschaffung der Gemeindeversammlung kein Thema sei.

 

Sonja Hablützel