Mit einer ziemlich verrückten Geschichte begeisterte die Eibeler Volksbühne am vergangenen Samstag im Zentrum Möösli das Premierenpublikum.

fst. Das heitere Lustspiel «Döreknallt» von Bernd Spehling strapaziert die Lachmuskeln der Zuschauer mit vielen turbulenten Szenen. Die professionelle Regie von Herbert Weber sorgt für einen lebendigen und effektvollen Ablauf der Handlung, welche viel Situationskomik enthält. Als Regisseur verlangt er von seinen Spielern, dass sie sich mit ihren Rollen identifizieren, also den Alltag vergessen und in die fantasievolle Welt des Theaters eintauchen. Dies gelingt dem lebhaften Hauptdarsteller Jonas Klopfenstein (Roman Fabitz) vorzüglich, muss er doch als intelligenter Mann einen total Verrückten spielen und einen Zusammenbruch vortäuschen. Das ist gar nicht so einfach, denn er ist fest entschlossen, von den Spezialärzten in der idyllischen Kurklinik ein glaubwürdiges Zeugnis zu ergattern, das ihm den Weg in ein sorgenfreies Leben ohne stressige Arbeit ebnen soll. Ob ihm dies ausgerechnet in der «Fuchslochklinik» gelingt ist sehr schwierig, denn in diesem abgelegenen Haus sind alle verrückt, sowohl das fragwürdige Personal wie die simulierenden Patienten.

Aufgestelltes Spieler-Ensemble
Die gut ausgebildete Spielertruppe präsentiert sich locker und sehr textsicher, alle Beteiligten fügen sich nahtlos ins turbulente Geschehen ein. Stefan Weiner (Edwin Achermann) überzeugt durch seine ausdrucksstarke Mimik und versucht, seinen besten Freund Jonas zu überreden, nicht Tag und Nacht den Casanova zu spielen. Die charmante Chantal Klopfenstein (Sybille Meyerhans) will ihren lieben Mann Jonas unbedingt besuchen, aber das gibt grossen Ärger, denn die elegante Masseurin (Corinne Kneubühler) hat schon den Champagner kühl gestellt und die hübsche und geschwätzige Krankenschwester (Janine Zemp) möchte mit Jonas ein gediegenes Nachtessen geniessen. Die über den Wolken schwebende Psychologin (Doris Kaufmann-Epp) versucht verzweifelt, den Frauenhelden zu therapieren und der geldgierige Chefarzt Scheinheiler (Pius Albisser) behandelt nur Patienten mit dickem Portemonnaie. Der schlitzohrige Händler mit türkischen Wurzeln (Andreas Seiler) verkauft dem gelangweilten und gähnenden Pfleger (Andreas Troxler, Präsident des Vereins) seine alte Jacke viel zu teuer. Kann die hochgradig depressive Patientin Tatjana Kummer (Marianne Hauser) den verrückten Jonas auf den Pfad der Tugend zurückführen?
Bühnenbau, Dekormalerei, Requisiten, Ton, Schminken, Frisieren, alle Ressorts sind mit voll motivierten Leuten besetzt. Regisseur Herbert Weber steht allen mit Rat zur Seite und überlässt nichts dem Zufall, sodass dieses pointenreiche Lustspiel dem Publikum viel Spass und Vergnügen bereitet.
Weitere Aufführungen: 20./21./25./27./28. April um 20.15 Uhr im Zentrum Möösli, Inwil. Reservation: Tel. 079 942 77 71