EBIKON – rontaler-Leser Franz Moos hat sich eingehend Gedanken zur Linienführung und zum Fahrplan der vorgesehenen Bus-Erweiterung in Ebikon gemacht. Insbesondere stört ihn die in seinen Augen völlig unnötige Anbindung der bis zur Mall of Switzerland verlängerten Linie 1 an den Bushub Ebikon.

«Diese Anbindung wird unweigerlich zu Rückstaus auf der Zentralstrasse führen» ist Moos überzeugt. Wir halten die Bedenken von Franz Moos für mehr als begründet und möchten sie deshalb an dieser Stelle – als Beitrag zur Diskussion – einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

Nicht ausgereift

«Die Linie 1 nach Ebikon und bis zur Mall of Switzerland zu führen ist eine logische Idee, aber als Projekt nicht fertig durchdacht. Die Hofmattkreuzung und die Bahnhofstrasse würden beim vorgesehenen Projekt – mit Kehr zum Bushub – mit sage und schreibe 68 Hin- und Wegfahrten pro Stunde belastet, davon 32 durch die Linie 1», so die Hauptbedenken von Franz Moos. Und er schlägt folgende einleuchtende Lösung vor: «Diese soll deshalb bei der Hofmatt nicht zum Bushub fahren, sondern auf der Zentralstrasse bleiben. Die Linie 1 soll als schnelle und direkte Verbindung parallel zur S-Bahn zwischen Kriens, Luzern und Ebikon/Rontal konzipiert werden. Dabei wäre überdies die Weiterführung der Linie bis zum D4 mit seinen vielen Arbeitsplätzen zu prüfen.»

Franz Moos begründet seine Feststellungen und Vorschläge im Detail wie folgt:

  • Die Abzweigung der langen R-Busse mit je zwei Mal acht Hin- und Wegfahrten pro Stunde, verbunden mit Spurwechsel aus Richtung Luzern nach der Haltestelle «Hofmatt», verursacht, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten, ein Verkehrschaos mit Rückstaus auf der Zentralstrasse und ihren Zufahrten, verbunden mit lästigen Verspätungen, sowie eine für Anwohner und Benützer des Bahnhofes, vor allem für Radfahrer und Fussgänger unzumutbare Gefährdung. Mit der Verlängerung der Linie 1 entfällt die Notwendigkeit, die Busse beim Hub zu wenden.
  • Die Bedienung des Bushub durch die Linie 1 ist nicht notwendig, weil es kaum Benützer aus Kriens und dem Zentrum von Luzern geben wird, die in Ebikon auf die S-Bahn umsteigen wollen. Diese werden die S1 oder den IR nach Rotkreuz-Zug-Zürich ab Luzern benützen. Benützer aus dem Gebiet Maihof und Ebikon Innerschachen/Schmiedhof können mit der neuen Linie 18 zum Bushub fahren und dort auf die S1 umsteigen.
  • Umsteigemöglichkeiten von der Linie 1 auf die Linien 22, 23, 26, 18, 111 und umgekehrt können an der Zentralstrasse bei den Haltestellen Hofmatt vorgesehen werden. Das bedingt allerdings, dass die Linien 22, 23, 26 (Ottigenbühl) und 111 bei der Wegfahrt vom Bushub nicht über die Bahnhofstrasse, sondern über die Sonnenkreuzung zur Haltestelle Hofmatt geführt werden. Dies entlastet die Hofmattkreuzung und macht das System flüssiger. Für die Wegfahrt ist die Kurve bei der Abzweigung der Dorfstrasse kein Hindernis.
  • Die direkte Fahrt der Linie 1 ist Zeit und Kosten sparend für Betreiber und Benützer:
    Keine aufwendige Verdrahtung über der Hofmattkreuzung und über dem Hub! Die Zeitersparnis von etwa acht Mal 7.5 Minuten pro Stunde erlaubt vermutlich die Einsparung eines Busses zur Bedienung dieser Linie. Kein Zeitverlust durch Staus auf der Zentralstrasse für Busse und Privatverkehr. Kein Zeitverlust für die Benützer der Linie 1 durch den unnötigen Kehr zum Hub auf dem Arbeits- und Heimweg oder beim Besuch der Mall. Die Busbenützer würden dies kaum schätzen und liessen sich sogar von der Benützung des ÖV abhalten. Und der Hub wird kleiner und billiger; es bleibt Platz für andere, interessantere Nutzungen!
  • Einflüsse auf andere Linien bezüglich Umsteigen zur/von der Linie 1
    Linien 22 und 23: Zufahrt zum Hub über Bahnhofstrasse, zu Fuss über Gemeindehausplatz zur Haltestelle Hofmatt-West (Richtung Luzern). Wegfahrt über Sonnenkreuzung, umsteigen bei Hofmatt-Ost. Dies wäre auch für Besucher von Geschäften an der Zentralstrasse vorteilhaft, da sie nicht mit ihren Einkäufen zu Fuss die Strasse zum Bushub queren müssten.
    Linie 26: Zufahrt wie heute über Bahnhofstrasse, ev. Weiterführung zur Mall in Wartezeit  – Wegfahrt über Ast Ottigenbühl über Sonnenkreuzung und Hofmatt-Ost (ev. Kehr über Schulhaus).
    Linie 18: Zu-/Wegfahrt via Bahnhofstrasse; ev. Kurse ohne Anschluss an S1 mit Kehr zur Mall.
    Linie 111: Zufahrt über Bahnhofstrasse, Wegfahrt über Sonnenkreuzung und Hofmatt-Ost

So bleiben pro Stunde einzig 18 Zu- und 6 Wegfahrten über die Bahnhofstrasse (davon nur 6 Linksabbieger) und 12 Wegfahrten über die Sonnenkreuzung (alle Linksabbieger).

Franz Moos, Ebikon

 

«Wir sehen keinen Grund für Änderungen an den bestehenden Konzepten»

Mit seinem Anliegen, die für Ebikon vorgesehene Bus-Linienführung und -Fahrpläne zu überdenken, ist Franz Moos auch beim Gemeinderat Ebikon vorstellig geworden. Vergangene Woche ist die Antwort von Baudirektor Hans Peter Bienz eingetroffen.

Gemeinderat Bienz sieht keinen Grund für Änderungen und hält an den bereits festgelegten Konzepten fest. Er schreibt an Franz Moos: «Gerne listen wir Ihnen die wichtigsten Fakten auf, die zum aktuellen Konzept betreffend Trolleybusverlängerung und Bushub geführt haben. Der Gemeinderat Ebikon steht hinter den genannten Konzepten und sieht aufgrund Ihrer Rückmeldung keinen Grund für Änderungen, insbesondere nicht zum heutigen Zeitpunkt, in dem die Vorbereitungsarbeiten zur Umsetzung schon weit fortgeschritten sind und grundlegende Änderungen die ganze Umsetzung gefährden würden». Das sind die Argumente des Gemeinderats:

  • Die Verlängerung der Trolleybuslinie Nr. 1 zum Bahnhof Ebikon wie auch eine allfällige Verlängerung zu Mall of Switzerland sind bereits im Rahmen von Agglombil Due thematisiert und somit seit langem bekannt und bewusst geplant. Siehe dazu für Agglomobil Due (www.vvl.ch/planung/agglomobil/agglomobil-due) sowie die Folgeplanung Agglomobil Tre (www.vvl.ch/planung/agglomobil/agglomobil-tre). Die Konzepte Agglomobil sind vom Verbundrat verabschiedet und die notwendigen Infrsastrukturmassnahmen im durch den Kantonsrat genehmigten Bauprogramm der Kantonsstrasse verankert.
  • Eine vom Kanton in Auftrag gegebene Studie vom November 2015 mit Verkehrssimulationen für den Zustand 2030 hat gezeigt, dass die Verkehrsmenge mit den abbiegenden Bussen am Knoten Hofmatt bei entsprechender Optimierung der Lichtsignalsteuerungen bewältigt werden kann.
  • Die Bedienung des Bushubs durch die Linie Nr. 1 ist zwingender Bestandteil des Konzeptes Agglomobil Tre. Es geht um die Verknüpfung Bahn-Bus, die in anderen Kantonen längst erfolgreich umgesetzt ist. Eine Umsteigebeziehung ohne Sichtkontakt über eine Strecke von 250m ist keine zumutbare Umsteigebeziehung für Pendler.
  • Die Zufahrten sämtlicher Linien zum Bahnhof sind in zwei ausführlichen Studien untersucht worden. Die Führung der Buslinien gesammelt über den Knoten Hofmatt ist die Bestlösung. Es gilt nicht nur die Zufahrtswege zum Bushub, sondern auch die Platzverhältnisse und Schleppkurven auf dem Platz des Bushubs zu beachten.
«Auch ein gutes oder gar bestes Konzept kann Schwachstellen haben»

Sehr geehrter Herr Bienz

Besten Dank für Ihre ausführliche Antwort auf meine Anfrage, die offenbar die Meinung des Gemeinderates und der Verwaltung wiedergibt. Ich war eigentlich nicht überrascht, aber doch etwas enttäuscht. Es scheint, dass man mich immer noch nicht versteht.

Ich wollte Sie heute im Gemeindehaus anrufen, um einen Termin abzumachen, und bin dann noch mit Frau Imfeld verbunden worden, die mir ihren Standpunkt nochmals erklärt hat.

Um es nochmals festzuhalten: Ich bin überhaupt nicht gegen das ÖV-Konzept für Ebikon. Ich halte es für logisch und zweckmässig. Aber auch ein gutes oder sogar bestes Konzept kann Schwachstellen haben. Pech, wenn man solche erst nach der Erstellung und Inbetriebnahme entdeckt. Eine solche Schwachstelle liegt meines Erachtens darin, dass die Linie 1 zum Bushub beim Bahnhof geführt werden soll, was zu einer überaus starken Belastung der Hofmattkreuzung (mit Auswirkungen auf die Zentralstrasse) und der Bahnhofstrasse mit insgesamt 68 Hin- und Wegfahrten führen wird. Man habe zwar mit Hilfe der Verkehrssimulation nachgewiesen, dass die Hofmattkreuzung funktionieren werde. Aber für alle Benützer der Zufahrt zum Bahnhof und zum Gebiet Riedmatt – Bahnhofstrasse wird es mit den 68 Fahrten pro Stunde eine überaus starke Belastung geben. Bis jetzt haben mir alle Befragten zugestimmt und finden die geplante Lösung eine Zumutung, aber sind der Meinung, da lasse sich ja wohl nichts machen. Ist das wirklich so? Es ist ja nie zu spät, solange etwas noch nicht verbaut ist!

Deshalb habe ich nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, die ich bereits im Mai 2016 grob umrissen und im Ihnen zugestellten Papier nochmals klar darzustellen versucht habe. Klar würde man damit vom reinen Konzept «Bushub» abweichen. Aber ein Konzept hat sich immer auch nach den jeweiligen Gegebenheit zu richten. Ich bin schliesslich zum Schluss gekommen, dass es durchaus auch konsequent wäre, die Hauptschlagader des ÖV nicht zum Bahnhof, sondern direkt und schnell auf der Hauptstrasse ihr Ziel, die Mall, erreichen zu lassen.

Aber was passiert mit den Leuten, die von der L1 auf die S1 umsteigen wollen? Ich fand, dass die mit der neuen Linie 18 bestens bedient werden können. Daraus ergaben sich dann die anderen kleinen Änderungsvorschläge, die zudem den Vorteil haben, dass mit der Wegfahrt via Sonnenkreuzung und Hofmatt-Ost all denjenigen, die Ebikon zum Einkaufen etc. sind und zurück nach Bueri, Perlen oder Root wollen, bei der Hofmatt direkt in die Busse der Linien 22, 23 oder auch 26 einsteigen können, und nicht zu Fuss über die Zentralstrasse zum Hub laufen müssten. Das würde bestimmt weitere Reisende zur Benützung des ÖV ermutigen.

Mit bestem Dank und freundlichem Gruss

Franz Moos