Jetzt der steigenden Mobilitätsnachfrage gerecht werden

Daniel Gasser

EBIKON – Gemeinderat prüft Trolleybustechnologie mit dringlicher Anfrage im Kantonsrat

Mit der Planauflage ist die Trolleybusverlängerung nochmals verstärkt ins Bewusstsein vieler Einwohnerinnen und Einwohner gerückt. Gleichzeitig haben im Sommer mehrere Medien unabhängig voneinander über neue Antriebssysteme berichtet. Wie die öffentliche Diskussion zeigt, sind unterschiedliche oder lückenhafte Informationen im Umlauf. Dies führt zu Verunsicherung.

pd. Das Rontal gehört zu den wichtigsten Entwicklungsregionen des Metropolitanraumes Zürich. Verschiedene angekündigte oder bereits im Bau befindliche grosse Bauprojekte zeigen dies deutlich. Damit einhergehend ist mit einer starken Zunahme der Mobilität zu rechnen. Der Gemeinderat Ebikon sieht den Ausbau des öffentlichen Verkehrs als wichtigstes Mittel, diesen Herausforderungen zu begegnen. Dazu gehört die Verlängerung der Linie 1 zur Mall of Switzerland wie auch der Bushub als Teil des gesamten Agglomerationsprogrammes. Diese Projekte sind für den gesamten Verkehr vorrangig und sollten nicht durch Verzögerungen gefährdet werden. Der Gemeinderat, Kanton Luzern, Verkehrsverbund Luzern, LuzernPlus und die Verkehrsbetriebe Luzern haben bereits an der Medienkonferenz und Grundeigentümerinfo vom 14. März sowie der Orientierungsversammlung vom 17. Mai dieses Jahres ausführlich darüber informiert.

Seit mehreren Jahren hat eine intensive Zusammenarbeit der Gemeinde Ebikon mit den Partnern stattgefunden. Fachexperten sowie der Gemeinderat sind überzeugt, dass heute nur mit dieser Technologie einerseits die Zuverlässigkeit gewährleistet werden kann und andererseits die Finanzierung aus Steuergeldern berechenbar ist. Auch müssen die Passa- giere mit dieser seit 75 Jahren in der Stadt Luzern und angrenzenden Gemeinden erprob- ten Technologie nicht im Maihof umsteigen, um Ebikon, die Mall of Switerland und die wei- teren Gemeinden im Rontal zu erreichen. Gegenüber von Dieselbussen sprechen Effizienz und Lärmemission für die Trolleybustechnologie. Weil die Mall of Switzerland im Herbst
2017 eröffnet und dadurch die Mobilitätsnachfrage steigt, braucht es heute eine kapazi- tätsgerechte Lösung für den öffentlichen Verkehr. Die Prüfung einer anderen Technologie
entspricht aus Sicht des Gemeinderats nicht den zeitlichen, finanziellen und ökologischen
Gegebenheiten.

Die Antworten der Fachexperten auf die dringliche Anfrage sollen die Haltung des Gemein- derats bestätigen und die Vernetzung des Projektes in die regionale Mobilität aufzeigen.

Die Anfrage im Wortlaut

Dringliche Anfrage zur Verlängerung der Trolleybuslinie 1 ins Rontal

Der Kanton, die Gemeinde Ebikon, der Verkehrsverbund Luzern, die vbl und der Gemeindeverband LuzernPlus planen die Linie 1 bis zum Jahr 2019 von Kriens Obernau bis zur Mall of Switzerland zu verlängern. Damit soll den Herausforderungen der Zukunft, insbesondere dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen durch zahlreiche Bauprojekte im Rontal entgegengetreten werden. Vorgesehen durch die Bauherrschaft ist die Elektrifizierung mittels Traktion über Fahrleitungen (Trolleysystem). Gegenwärtig sind die nötigen Kandelaber entlang der K17 ausgesteckt. Die Planauflage mit möglichen Enteignungen läuft bis zum 20. September.
Nun wurden in letzter Zeit verschiedene neue, alternative Antriebssysteme in den Medien vorgestellt, wie aktuell das System TOSA in Genf, was in der betroffenen Bevölkerung viele Fragen aufwirft:

  1. Ist die Verlängerung der Linie 1 behördenverbindlich verankert?
  2. Warum muss die Trolleylinie 1 verlängert werden, um die wachsende Agglomeration Luzern optimal zu erschliessen?
  3. 3. Wurden auch alternative öV-Angebotskonzepte mit Diesel- oder
    Hybridbussen geprüft?
  4. Welche alternativen Traktionssysteme wurden für die Verlängerung Linie 1 geprüft, was kosten diese und in welchem Zeitraum könnten sie umgesetzt werden?
  5. Ist es möglich eine Pilotlinie mit einem anderen elektrischen Antriebssystem ins Netz zu integrieren und eignet sich dafür die Verbindung zwischen Luzern und dem Rontal?
  6. Kann die S-Bahn das Rontal kurz- bis mittelfristig optimal erschliessen und die erwartete Mehrmobilität aus dem Siedlungswachstum übernehmen?
  7. Macht ein Bushub Ebikon ohne die Verlängerung der Linie 1 fachlich Sinn?
  8. Ist der Bushub Ebikon auf die Traktion durch Fahrleitungen angewiesen?
  9. Die Linie 111 aus Inwil wird voraussichtlich im 2017 nach Ebikon geführt, wobei die Fertigstellung des Hub’s erst später erfolgen wird. Wie wird die Attraktivität der Umsteigeverbindung in der Zwischenzeit sichergestellt und hat die Wahl des Antriebssystems einen Einfluss auf diese Planung?
  10. Welche Erfahrungen gibt es in der Agglomeration Luzern mit
    Fahrleitungsanlagen und was machen andere Städte kurzfristig?
  11. Wie lange gilt die vertraglich fixierte Kostenbeteiligung der Mall of
    Switzerland ans Infrastrukturprojekt Verlängerung Linie 1?

Daniel Gasser, Gemeindepräsident Ebikon