Roland Keller aus Ebikon hat ein ganz besonderes Haus: Es produziert mit seiner Fassade Strom. Doch der Weg zu dieser Solaranlage war ein steiniger.

Sein Haus, mit einem Vier-Personen-Haushalt, produziert jährlich so viel Strom, dass es für weit mehr als den Eigenbedarf reicht – und macht ihn mächtig stolz. «Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich diese Solarfassade realisieren konnte», sagt Roland Keller. Der Bau der Solaranlage an der Hausfassade – an der passenden Sonnhaldestrasse in Ebikon – dauerte zwei Wochen. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres hat die Anlage nun bereits über 900 Kilowattstunden Strom produziert. «Ich will den Leuten zeigen, dass so ein Vorhaben möglich ist, wenn man nur genug beharrlich bleibt», erklärt Keller. Denn Beharrlichkeit hatte es bis zur Fertigstellung gebraucht.

32-jähriger Gestaltungsplan verhinderte früheren Bau

Bereits im Februar des vergangenen Jahres trat Roland Keller mit seiner Idee an die Gemeinde Ebikon. Dort zeigte man sich jedoch gar nicht begeistert von diesem Vorhaben. Keller: «Eine Fachkommission hat schliesslich entschieden, dass ich die Photovoltaik-Fassade wegen des Gestaltungsplans nicht bauen darf. Ein Gestaltungsplan, der 32 Jahre alt ist!» Doch der Ebikoner gab sich mit diesem Entscheid nicht zufrieden.

Nach der der Abstimmung über die Energieinitiative für neuzeitliche Energiegewinnung, die angenommen wurde, wagte er erneut den Gang zu Gemeinde. Die Fachkommission tagte erneut – diesmal jedoch mit positivem Bescheid für Roland Keller. «Es wurde festgehalten, dass ästhetische Gründe weniger zählen, als jene der sauberen Energiegewinnung», erzählt Keller. So konnte er Anfang 2018 seine Photovoltaikanlage in Betrieb nehmen. Sie wird jährlich 6000 Kilowatt Strom erzeugen. Was Roland Keller nicht für den Eigenbedarf braucht, wird an die CKW weitergeleitet: «Es ist also möglich so etwas zu realisieren. Ich will den Leuten Mut machen.»

Sara Häusermann